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Private Equity: Definition, Zugang und Risiken für Privatanleger

Blog
von Jonas Bächinger
Modernes Bürogebäude aus Glas und Stahl im warmen Abendlicht

Private Equity galt lange als Anlageklasse für Superreiche. Doch die Privatmärkte haben sich gewandelt: Neue Zugangswege öffnen das ausserbörsliche Beteiligungskapital auch für Schweizer Privatanleger. Dieser Ratgeber erklärt Definition, Zugang, Mindestanlagen und Risiken.

Private Equity ist privates Beteiligungskapital, das in nicht börsennotierte Unternehmen investiert wird, meist gebündelt in einem Fonds mit langem Anlagehorizont. Schweizer Privatanleger erhalten heute über börsengehandelte ETFs, semi-liquide Fonds und spezialisierte Privatmarkt-Strukturen Zugang, teils schon ab wenigen hundert Franken.

Lange war diese Anlageklasse institutionellen Investoren und sehr vermögenden Familien vorbehalten. Die Privatmärkte haben sich gewandelt: Neue Zugangswege und Fondsstrukturen öffnen Private Equity auch für qualifizierte Privatanleger. Dieser Ratgeber zeigt, was Private Equity ist, wie Sie als Privatanleger Zugang erhalten und welche Mindestanlagen, Illiquidität und Risiken Sie dabei berücksichtigen sollten.

Das Wichtigste in Kürze

Zur besseren Orientierung haben wir die zentralen Punkte zum Thema Private Equity zusammengefasst.

  • Private Equity ist privates, ausserbörsliches Beteiligungskapital.
  • Privatmärkte umfassen Private Equity, Private Debt, Private Real Estate und Infrastructure.
  • Das Kapital wird in Unternehmen investiert, mit dem Ziel langfristiger Wertsteigerung.
  • Hinter dem Kapital stehen Anleger, die ihr Vermögen über Beteiligungsgesellschaften in Unternehmen investieren.
  • Private Equity verlangt Erfahrung und Sachkenntnis: Die Auswahl der richtigen Fonds und Strategien ist entscheidend.
  • Schweizer Privatanleger haben heute Zugang über ETFs, semi-liquide Fonds und spezialisierte Privatmarkt-Strukturen.
  • Das eingesetzte Kapital ist über viele Jahre gebunden und illiquide.

Definition: Was ist Private Equity?

Der Begriff Private Equity stammt aus dem Englischen und setzt sich aus Private (privat) und Equity (Eigenkapital) zusammen. Er beschreibt damit privates Beteiligungskapital oder ausserbörsliches Eigenkapital. Mit dem eingesammelten Geld investieren Private-Equity-Gesellschaften direkt in Beteiligungen an Unternehmen, mit dem Ziel der langfristigen Wertsteigerung.

Investitionen in Start-ups (junge Unternehmen) bezeichnet man im Private-Equity-Kontext als Venture Capital (Wagniskapital), das naturgemäss einem höheren Risiko ausgesetzt ist. Der Unterschied zu anderen Anlageformen liegt in der direkten Einflussnahme des Investors auf das operative Geschäft des Zielunternehmens. Dazu gehören Massnahmen wie:

  • Weiterentwicklung der bestehenden Unternehmensstrategie
  • Bereitstellung von Know-how
  • Optimierung von Arbeitsprozessen
  • Expansion in neue Produkte und Märkte

Beteiligungsgesellschaften in der Schweiz im Bereich Private Equity sind an einem langfristigen Investment mit nachhaltigem Unternehmenserfolg interessiert. Kurzfristige Spekulationsgewinne stehen dabei nicht im Fokus. Bei anderen Anlageformen liegt der Schwerpunkt eher auf Aktionärsrendite ohne direkte Einflussnahme auf die Geschäftsführung.

Die Geschichte von Private Equity beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg. Über die 1946 in Boston gegründete American Research and Development Corporation (ARDC) wurde erstmals institutionelles Kapital für Investitionen in neu gegründete Unternehmen eingesammelt. Als prägende Erfolgsgeschichte gilt eine Investition von rund 70’000 US-Dollar in das Unternehmen Digital Equipment Corporation aus dem Jahr 1957. Dieser Anteil wuchs bis 1971 auf einen Marktwert von mehreren hundert Millionen US-Dollar und gilt bis heute als Lehrbeispiel für die Wirkung von Private Equity.

Heute wird Private Equity meist im Kontext der Privatmärkte (Private Markets) betrachtet. Diese umfassen vier Hauptbereiche:

  • Private Equity: Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen
  • Private Debt: direkte Kreditvergabe an Unternehmen
  • Private Real Estate: Investitionen in Immobilienprojekte
  • Infrastructure: Beteiligungen an Infrastrukturanlagen

Diese Diversifikation ermöglicht es Anlegern, gezielter in verschiedene Risikoklassen zu investieren.

Wie gross sind die Privatmärkte heute?

Die Privatmärkte sind über die letzten Jahre stark gewachsen. Nach dem McKinsey Global Private Markets Report 2026 stieg das weltweite Transaktionsvolumen im Private Equity 2025 um 19 Prozent auf rund 2,6 Billionen US-Dollar, das Buy-out-Volumen allein auf knapp 1,8 Billionen US-Dollar. Auch die Verkäufe (Exits) zogen deutlich an: Das Volumen der Veräusserungen von Private-Equity-Beteiligungen erreichte 2025 mit rund 1,3 Billionen US-Dollar den zweithöchsten je gemessenen Wert. Das zeigt, dass Private Equity heute ein etablierter Bestandteil global diversifizierter Portfolios ist und nicht mehr ausschliesslich eine Nische für institutionelle Anleger.

Wie funktioniert Private Equity?

Bei vermögenden Anlegern wird Geld eingesammelt, das in einem Fonds im Bereich Private Equity zusammengeführt wird. Der Fonds erwirbt anschliessend Anteile an einem oder mehreren Zielunternehmen. Zusätzlich benötigte finanzielle Mittel stellen Banken oder externe Investoren im Rahmen einer Co-Finanzierung bereit. Ziel des Investments ist es, durch geeignete Massnahmen die Profitabilität der Zielunternehmen zu steigern. Nach einer bestimmten Haltedauer wird das Investment verkauft und mit Gewinn aufgelöst.

Unternehmensbeteiligungen durch Private-Equity-Fonds erfolgen nach unterschiedlichem Muster. Das Ziel ist meist eine signifikante Mehrheitsbeteiligung, um auf das Zielunternehmen Einfluss nehmen zu können. Bei börsennotierten Unternehmen wird in einem ersten Schritt häufig eine Sperrminorität angestrebt. Da wichtige Beschlüsse in der Generalversammlung nach Schweizer Aktienrecht eine qualifizierte Mehrheit von zwei Dritteln verlangen, liegt diese Schwelle bei mehr als einem Drittel der vertretenen Stimmen, womit gegen den neuen Anteilseigner kein qualifizierter Mehrheitsbeschluss gefasst werden kann.

Bei den Unternehmensphasen in der Entwicklung von Gesellschaften gibt es weitere Einsatzmöglichkeiten von Private Equity. Hier wird unterschieden zwischen:

  • Risikokapital bei einer Unternehmensgründung mit einem erfolgversprechenden Geschäftsmodell
  • Wachstumskapital bei der Expansion eines Unternehmens in neue Märkte oder Produktsparten

In beiden Fällen sind traditionelle Kreditbanken risikoavers und stellen Fremdkapital meist erst nach einem erfolgreichen Marktauftritt bereit.

Der zweite Bereich von Private Equity in der Schweiz besteht in der Beteiligung an Buy-out-Finanzierungen. Die bekanntesten Formen sind:

  • Leveraged Buy-out (LBO)
  • Management-Buy-out (MBO)

Leveraged Buy-out (LBO)

Bei einem LBO wird der Grossteil des Kaufpreises für das Zielunternehmen über Kredite fremdfinanziert. Die entstandenen Verbindlichkeiten werden dem Zielunternehmen aufgebürdet. Die Rückführung der Darlehen erfolgt aus dem Cashflow des erworbenen Unternehmens.

Management-Buy-out (MBO)

Beim MBO ist der Initiator das Management des Unternehmens selbst. Auslöser kann beispielsweise eine Nachfolgeregelung oder eine Sanierung sein, die von den bisherigen Anteilseignern nicht durchgeführt wird. Das Kapital zur Finanzierung stellt das Management selbst und grösstenteils Private-Equity-Firmen bereit.

Einordnung, Abgrenzung und Vergleich mit anderen Finanzformen

Das hauptsächliche Ziel von Private Equity sind Eigenkapitalinvestments in Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind. In Verbindung mit Private Equity gibt es zwei wesentliche Richtungen für die angestrebten Investitionen:

  • Buy-out
  • Venture Capital (VC)

Vom Finanzinstrument her zielt Private Equity auf das Eigenkapitalinvestment, um direkten Zugriff auf das anvisierte Unternehmen zu erhalten. Eine reine Minderheitsbeteiligung wird nur selten angestrebt.

Vom Investitionsansatz her unterscheidet sich Private Equity deutlich von einer Anlage in Aktien notierter Unternehmen. Wer in dieser Anlageklasse investiert, akzeptiert eine lange Kapitalbindung im Tausch gegen das Renditepotenzial nicht börsennotierter Beteiligungen. Ob eine Investition in Private Equity am Ende besser abschneidet als eine direkte Anlage in Aktien, hängt stark von Fondsauswahl, Einstiegszeitpunkt und Haltedauer ab und lässt sich nicht im Voraus zusichern.

Venture Capital wird meist im Zusammenhang mit Unternehmensgründungen mit hohem Wachstumspotenzial eingesetzt. Private Equity stellt hier die Basis für das Eigenkapital bereit. Weil Wachstumsfinanzierungen bei jungen Unternehmen oft mit grossen Risiken verbunden sind, ist der Einsatz von Fremdkapital durch Banken eher selten.

Chancen und Risiken von Private Equity

Eine Investition in Private Equity ist kein Basisinvestment für jeden Kapitalanleger. Sie erfordert Erfahrung im Umgang mit Geldanlagen und einen langen Anlagehorizont. Der Investor geht ein hohes finanzielles Risiko ein, das in Ausnahmefällen bis zum Totalverlust des angelegten Kapitals führen kann. Diese Risiken sollten Sie vor einer Investitionsentscheidung berücksichtigen:

  • Liquiditätsrisiko: Das Kapital ist über die gesamte Laufzeit gebunden und nicht frei verfügbar.
  • Bewertungsrisiko: Nicht börsennotierte Beteiligungen lassen sich nicht täglich bewerten.
  • Kostenrisiko: Hohe Management- und Vertriebsgebühren mindern die Nettorendite.
  • Totalverlustrisiko: Eine Insolvenz der Zielunternehmen ist nicht auszuschliessen.
  • Transparenzrisiko: Es besteht oft nur eingeschränkte Einsicht in die getätigten Transaktionen.
  • Abhängigkeit: Anleger haben während der Laufzeit keinen Einfluss auf die Entscheidungen des Fonds.

Investitionen in Private Equity gelten als langfristige Geldanlagen in Sachwerten. Während Sie Aktien an jedem Börsentag verkaufen können, ist dies bei Private Equity nicht möglich. Der Private-Equity-Fonds legt das Vermögen langfristig und illiquide in nicht börsennotierten Unternehmen an. Daraus entsteht für den Anleger das zusätzliche Risiko, das Investment nicht kurzfristig verwerten zu können.

Die Chancen von Private Equity liegen im Zugang zu Unternehmen, die an der Börse nicht verfügbar sind, sowie in der aktiven Wertsteigerung durch die Beteiligungsgesellschaft. Investmentprofis suchen gezielt nach jungen Unternehmen mit zukunftsweisender Geschäftsidee oder nach unterbewerteten Firmen mit Entwicklungspotenzial. Historisch hat Private Equity über lange Zeiträume zur Diversifikation breit gestreuter Portfolios beigetragen. Eine bestimmte Rendite lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft.

Am Ende des Anlagehorizonts steht der Verkauf der Beteiligung oder die Börsenplatzierung. Der entstandene Wertzuwachs wird, ähnlich wie bei einem Investment in Immobilien, dem Anlagekapital zugeschlagen, anschliessend erfolgt die Rückzahlung an den Anleger.

ESG und Nachhaltigkeit

ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) prägen zunehmend Private-Equity-Investments. Schweizer Anbieter integrieren Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Auswahlprozesse:

  • Impact Investing: gezielte Investitionen in Unternehmen mit positivem gesellschaftlichem Beitrag
  • ESG-Integration: Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialkriterien bei Investitionsentscheidungen
  • Active Ownership: Private-Equity-Gesellschaften treiben ESG-Verbesserungen in Portfoliounternehmen voran

Für nachhaltigkeitsorientierte Anleger eröffnet dies die Möglichkeit, Rendite und Wirkung zu verbinden.

Regulatorische Entwicklungen

Die regulatorische Landschaft ist im Wandel:

  • Erweiterter Zugang: Neue Fondsstrukturen wie der europäische ELTIF 2.0 und semi-liquide Evergreen-Fonds senken die Eintrittshürden für Privatanleger.
  • Transparenzvorschriften: erhöhte Offenlegungspflichten zu Kosten und Risiken
  • Anlegerschutz: verbesserte Informationsstandards für Privatanleger

Diese Entwicklungen erhöhen die Transparenz und stärken das Vertrauen in die Anlageklasse.

Chance und Risiko

Private Equity: Nur für Superreiche?

Die Geldanlage in Private Equity eignet sich für qualifizierte Privatanleger mit Sachkenntnis im Bereich Unternehmensbeteiligungen. Wichtig ist ein langfristiger Anlagehorizont, die Berücksichtigung des unternehmerischen Risikos und die Gewissheit, auf das angelegte Kapital während der Laufzeit nicht angewiesen zu sein.

Die Finanzierungshöhe bei einem direkten Engagement in einen institutionellen Private-Equity-Fonds liegt in der Schweiz häufig bei mindestens 250’000 CHF oder einem Vielfachen davon. Aus diesem Grund eignen sich diese Fonds in erster Linie für:

Zugang zu solchen Fonds erhalten Sie über einen institutionellen Anbieter, der entsprechende Vehikel vertreibt. Entscheidend ist, die Anlageschwerpunkte des Fonds in Bezug auf Branchen und Strategie im Vorfeld genau zu prüfen.

Für den klassischen Privatanleger bedeutet das jedoch nicht, dass Private Equity unerreichbar bleibt. Über geschlossene Retailfonds oder Publikumsfonds lassen sich kleinere Beträge investieren, branchenüblich oft ab rund 10’000 Schweizer Franken. Dabei handelt es sich häufig um Dachfonds, welche die eingesammelten Gelder in andere Private-Equity-Fonds investieren. Bedenken Sie vor einer Anlage in solche Vehikel:

  • Die doppelte Fondsstruktur erhöht die Intransparenz der angelegten Gelder.
  • Es entstehen doppelte Kosten, da auch der Dachfonds eigene Gebühren und Verwaltungskosten verlangt.

Zugangswege für Schweizer Privatanleger

Lange waren Private-Equity-Investments institutionellen Anlegern vorbehalten. Heute bestehen mehrere Zugangswege:

  • ETFs auf Private Equity: Börsengehandelte Fonds ermöglichen Investitionen ab wenigen hundert Franken. Sie investieren in börsennotierte Private-Equity-Gesellschaften und bieten tägliche Handelbarkeit.
  • Semi-liquide Fonds: Evergreen- und ELTIF-Strukturen senken die Mindestbeträge und bieten unter bestimmten Bedingungen begrenzte Rückgabemöglichkeiten.
  • Geschlossene Retail- und Dachfonds: Zugang zu klassischen Private-Equity-Strategien ab rund 10’000 Franken, mit langer Kapitalbindung.
  • Private Markets bei Everon: Über unser eigenes, BILANZ-prämiertes Private-Markets-Team ermöglichen wir den Zugang zu Privatmärkten mit tieferen Eintrittshürden, ab CHF 10’000 in Private Markets.

Wie unterscheiden sich Private-Equity-Fonds?

Private-Equity-Fonds legen bei ihren Investitionsentscheidungen strenge Kriterien fest. Dabei wird unterschieden zwischen:

  • Unternehmensphase
  • Branche
  • Finanzierungshöhe
  • Region

Damit wird gewährleistet, dass die angelegten Gelder eines Fonds homogene Ziele verfolgen.

Unternehmensphase

Fonds, die sich auf Venture Capital (Wagniskapital) konzentrieren, unterstützen junge Unternehmen in einer frühen, risikoreichen Phase. Hier ist das Risiko eines Totalausfalls am grössten, bis das Unternehmen mit aussichtsreichem Geschäftsmodell die Marktreife erreicht hat. Unternehmen, die einen Geschäftsbereich ausgliedern oder vergrössern möchten, suchen Wachstumskapital. Bei einem MBO unterstützt Private Equity die neue Strategie des Managements bei einer Nachfolge oder Geschäftsumwandlung.

Branche

Bei den Branchen wählen Private-Equity-Fonds gezielt Segmente mit zukünftigem Wachstum, etwa neue Trends auf Basis innovativer Technik oder Investitionen in nachhaltige Technologie und Produkte mit ökologischem Mehrwert.

Finanzierungshöhe

Bei der Finanzierungshöhe richtet sich der Fokus auf die benötigten Mittel und die Grösse des Zielunternehmens. Das Volumen beeinflusst oft auch die Mindestanlagesumme.

Region

Mit Blick auf die Region fokussiert Private Equity künftige Wachstumsmärkte. Diese müssen nicht in der Schweiz oder Europa liegen, besonders in vielen asiatischen Ländern ist das Wirtschaftswachstum hoch.

Lesetipp: Private Debt: Alternative Firmenfinanzierung und spannende Anlageklasse

Investing Private Equity

Private Equity: Tipps für die erste Investition

Bevor Sie sich mit der ersten Investition in Private-Equity-Fonds beschäftigen, lohnt sich eine in Ruhe erstellte Checkliste. Diese Fragen sind dafür hilfreich:

  • Können Sie auf das investierte Geld über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren verzichten?
  • Sind Sie bereit, ein Risiko einzugehen, das im schlimmsten Fall einen Totalverlust bedeuten kann?
  • Können Sie die Risiken der geplanten Geldanlage richtig einschätzen?
  • Haben Sie die passende Beteiligungsgesellschaft beziehungsweise den passenden Fonds ausgewählt?
  • Ist die Strategie des Private-Equity-Fonds für Sie transparent und nachvollziehbar?
  • Sind Ihnen alle Gebühren und Kosten für das Investment bekannt?
  • Sind Sie bereit, während der Laufzeit auf Ausschüttungen zu verzichten und das Kapital erst am Ende der Anlage zu erhalten?
  • Sind Sie bereit, bei einer Fondsanlage im Ausland zusätzliche Risiken einzugehen (Transparenz- und Wechselkursrisiken)?

Entscheidend ist, dass Sie diese Fragen klar mit Ja beantworten. Ergeben sich Zweifel, sollten Sie die Risiken nicht ausblenden, denn am Ende tragen Sie die alleinige Verantwortung für das Investment.

Fazit zu Private Equity

Private Equity bedeutet ausserbörsliches Beteiligungskapital für Investitionen in Unternehmen. Ein Private-Equity-Fonds sammelt dafür Anlagegelder ein und investiert sie in nicht börsennotierte Zielunternehmen. Zu den häufigsten Anlegergruppen gehören vermögende Privatkunden, Family Offices und institutionelle Anleger. Für kleinere Anleger bieten geschlossene Retailfonds, semi-liquide Strukturen und ETFs einen Zugang. Wichtig bleibt der Hinweis: Die Geldanlage in Private Equity birgt ein hohes Risiko und bindet Kapital über viele Jahre.

Bei Private-Equity-Fonds wird grob zwischen Venture-Capital- und Buy-out-Fonds unterschieden. Wagniskapital fliesst meist in junge Unternehmen mit aussichtsreichem Geschäftsmodell, Buy-out-Fonds fokussieren Expansionsstrategien reifer Unternehmen oder durch das Management ausgelöste Transaktionen. Anleger sollten ihr Vorgehen vorab genau festlegen und alle Chancen und Risiken anhand einer Checkliste kennen.

Lesen Sie weiter in unserem Journal:

Häufige Fragen zu Private Equity

Was ist Private Equity einfach erklärt?

Private Equity ist privates Beteiligungskapital, das in Unternehmen investiert wird, die nicht an der Börse notiert sind. Anleger bündeln ihr Kapital meist in einem Fonds, der Anteile an Zielunternehmen erwirbt, deren Wert über mehrere Jahre steigern soll und die Beteiligung danach mit Gewinn veräussert. Private Equity ist neben Private Debt, Private Real Estate und Infrastructure eine der vier Säulen der Privatmärkte.

Wie können Privatanleger in Private Equity investieren?

Schweizer Privatanleger haben heute mehrere Zugangswege: börsengehandelte ETFs auf börsennotierte Private-Equity-Gesellschaften ab wenigen hundert Franken, semi-liquide Evergreen- und ELTIF-Fonds mit tieferen Mindestbeträgen sowie klassische geschlossene Fonds für qualifizierte Anleger. Direkte institutionelle Fonds verlangen oft Mindestzeichnungen ab 250’000 Franken.

Wie hoch ist die Mindestanlage bei Private Equity?

Bei klassischen institutionellen Private-Equity-Fonds liegt die Mindestzeichnung in der Schweiz häufig bei 250’000 Franken oder einem Vielfachen davon. Geschlossene Retailfonds und Dachfonds setzen oft bei rund 10’000 Franken an. Börsengehandelte ETFs auf Private Equity sind bereits ab wenigen hundert Franken zugänglich.

Welche Risiken hat Private Equity?

Die wichtigsten Risiken sind fehlende Liquidität über viele Jahre, eingeschränkte Transparenz, hohe Gebühren sowie Bewertungsunsicherheit. Im Extremfall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Wer investiert, sollte auf das gebundene Kapital während der gesamten Laufzeit nicht angewiesen sein.

Wie lange ist Kapital bei Private Equity gebunden?

Klassische Private-Equity-Fonds haben typischerweise eine Laufzeit von rund zehn Jahren. In dieser Zeit ist das Kapital illiquide und kann nicht wie eine Aktie an der Börse verkauft werden. Semi-liquide Strukturen wie Evergreen-Fonds bieten unter bestimmten Bedingungen begrenzte Rückgabemöglichkeiten.

Jonas Bächinger
Über den Autor

Jonas Bächinger

CIO & Co-Founder bei Everon
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.

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