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ESG und nachhaltige Investments: Kundenberatung mit Zukunft

Blog
von Jonas Bächinger
ESG und nachhaltige Investments: Kundenberatung mit Zukunft

Schweizer Anleger stellen neue Fragen. Sie wollen wissen, ob ihre Investments mit ihren Werten übereinstimmen.

Schweizer Anleger stellen neue Fragen. Sie wollen wissen, ob ihre Investments mit ihren Werten übereinstimmen. Die Nachfrage nach nachhaltiger Geldanlage steigt rasant – angetrieben von gesetzlichen Entwicklungen und einem gesellschaftlichen Paradigmenwechsel. Aber was steckt hinter ESG und sind diese Unternehmen eigentlich erfolgreicher? Vermögensberater müssen sich auf diese neue Realität einstellen und ESG-kompetent sein.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • ESG steht für Environment, Social, Governance – die drei Säulen nachhaltiger Unternehmensführung
  • Schweizer Unternehmen müssen seit 2022 ESG-Kriterien in der Berichterstattung berücksichtigen (ab CHF 20 Mio. Bilanzsumme)
  • Performance-Studien zeigen : 90 Prozent der ESG-Investments korrelieren positiv mit finanziellen Ergebnissen
  • Anti-Greenwashing-Regeln gelten ab 2025 – mehr Transparenz für Anleger
  • ESG-Integration erfordert systematische Beratungsansätze und neue Risikoprofile

ESG verstehen: Grundlagen für die Beratung

Environmental, Social, Governance: Hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich mehr als ein Trend. ESG-Kriterien bewerten Unternehmen nach ihrer Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Verantwortung.

  • Environmental umfasst Klimaschutz, Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Unternehmen werden nach ihrem CO2-Fussabdruck und Umweltmanagement bewertet.
  • Social betrifft Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und gesellschaftliches Engagement. Faire Löhne und Diversität spielen eine zentrale Rolle.
  • Governance bewertet die Unternehmensführung. Transparenz, Ethik und Compliance stehen im Fokus.

ESG-Rating-Agenturen wie MSCI bewerten Unternehmen von AAA (beste Bewertung) bis CCC (schlechteste Bewertung). Diese Ratings fliessen in Anlageentscheidungen ein und beeinflussen Kapitalströme.

Der Unterschied zur traditionellen Geldanlage liegt im erweiterten Risikoverständnis. Nachhaltigkeitskriterien werden zu Rendite- und Risikofaktoren.

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Schweizer Kontext - Rechtslage schafft Klarheit

Die Schweiz hat 2022 mit der Revision des Obligationenrechts (Art. 964a ff. OR) neue Massstäbe gesetzt. Grosse Unternehmen mit mindestens 500 Vollzeitstellen und einer Bilanzsumme von CHF 20 Mio. oder einem Umsatz von CHF 40 Mio. müssen über Nachhaltigkeitsaspekte berichten.

Diese Transparenzpflichten schaffen Vertrauen bei Anlegern. Sie erhalten bessere Informationen für ihre Investitionsentscheidungen.

  • Kommende Entwicklungen bis 2026: Der Bundesrat plant eine Angleichung an EU-Standards. Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) und Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) werden den Schweizer Markt prägen.
  • Anti-Greenwashing-Massnahmen ab 2025: Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) wird verschärft. Unternehmen müssen Klimaaussagen belegen können, das schützt Anleger vor irreführenden Nachhaltigkeitsversprechen.

Der Schweizer ESG-Markt wächst kontinuierlich. Pensionskassen und institutionelle Anleger treiben die Entwicklung voran.

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Kundenberatung neu denken

ESG-Risikoprofilierung erweitert das klassische Beratungsgespräch. Berater erfragen nicht nur Risikotoleranz und Anlagehorizont, sondern auch Wertvorstellungen.

Welche Nachhaltigkeitsthemen sind dem Kunden wichtig? Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit oder Unternehmensethik? Diese Werteabstimmung bildet die Grundlage für passende ESG-Investments.

Portfolio-Integration erfolgt schrittweise. Drei Hauptansätze haben sich etabliert:

  1. Ausschlusskriterien : Bestimmte Branchen oder Unternehmen werden gemieden
  2. Best-in-Class : Die nachhaltigsten Unternehmen jeder Branche werden bevorzugt
  3. Impact Investing : Gezielte Investments in Lösungen für gesellschaftliche Probleme

Generationenspezifische Beratung wird wichtiger. Millennials und Generation Z legen grösseren Wert auf nachhaltige Geldanlage als ältere Generationen. Berater müssen diese unterschiedlichen Bedürfnisse verstehen.

Die Digitalisierung unterstützt komplexe ESG-Bewertungen. Moderne Plattformen analysieren tausende Datenpunkte und erstellen individuelle Nachhaltigkeitsprofile.

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ESG-Produktlandschaft: Von ETFs bis Säule 3a

Schweizer Anleger können zwischen verschiedenen ESG-ETFs wählen, Beispiele dafür sind: MSCI World ESG Enhanced, iShares MSCI KLD 400 Social oder Vanguard ESG Global All Cap.

  • Unterschiede verstehen : Manche ETFs schliessen problematische Branchen aus, andere gewichten ESG-Leaders stärker. Die Tracking-Differenz zur Benchmark variiert je nach ESG-Ansatz.
  • Säule 3a nachhaltig gestalten : Schweizer Vorsorgeprodukte integrieren zunehmend ESG-Kriterien. Anbieter wie die Migros Bank, UBS oder Credit Suisse bieten ESG-konforme 3a-Lösungen.
  • Fondskosten transparent machen : ESG-Fonds verlangen oft höhere Gebühren (0.2-0.8 Prozent zusätzlich). Diese Kosten müssen gegen potenzielle Mehrrendite und Risikoreduzierung abgewogen werden.
  • Alternative Investments : Private Markets, Green Bonds und Impact-Fonds erweitern das ESG-Spektrum für vermögende Kunden. Mindestanlagen beginnen meist bei CHF 100’000.

Hinweis: Die oben genannten Unternehmen und EFTs stellen keine Anlageempfehlung dar und dienen nur als Beispiel.

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Performance und Risiken

Wissenschaftliche Studien räumen mit Vorurteilen auf. Eine Meta-Analyse von Friede, Busch und Bassen zeigt: In 90 Prozent der untersuchten Fälle korrelieren ESG-Investments positiv mit finanziellen Ergebnissen.

Unternehmen mit hohen ESG-Standards weisen oft geringere Risikobelastung auf. Sie vermeiden Umweltsanktionen und profitieren von besserer Mitarbeiterbindung.

Dennoch existieren Risiken :

  • ESG-Ratings verschiedener Agenturen unterscheiden sich teilweise erheblich. Berater müssen diese Bewertungsunterschiede transparent kommunizieren.
  • Höhere Kosten bei einigen ESG-Produkten sind Realität. Active ESG-Fonds verlangen oft Aufschläge für Research und Engagement-Aktivitäten.
  • Liquiditätsrisiken bestehen bei Nischenprodukten. Impact-Investments in Schwellenländern oder neue Technologien können weniger liquide sein.

Die langfristige Perspektive ist entscheidend. ESG-Investments entfalten ihre Wirkung über Jahre und Jahrzehnte. Kurzfristige Performancevergleiche greifen zu kurz.

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Gespräch

Fazit: ESG als Wettbewerbsvorteil

Die Transformation der Finanzbranche ist unaufhaltsam. Verantwortliche Investments werden zum neuen Standard. Berater, die ESG-Kompetenz entwickeln, positionieren sich für die Zukunft.

Erfolgreiche ESG-Beratung kombiniert fachliches Know-how mit technologischer Unterstützung. Sie schafft Vertrauen durch Transparenz und überzeugt durch langfristige Performance.

Der Schweizer Markt bietet optimale Voraussetzungen: Stabile Regulierung, innovative Produkte und wachsende Nachfrage. Wer jetzt handelt, gewinnt den Wettlauf um die Kunden von morgen.

Jonas Bächinger
Über den Autor

Jonas Bächinger

CIO & Co-Founder bei Everon
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.

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