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Was sind ETFs? Alles über Exchange Traded Funds

Blog
von Jonas Bächinger
Digitale Anzeigetafel mit Börsenkursen und Prozentwerten

Exchange Traded Funds (ETFs) zählen weiterhin zu den günstigsten und meistgehandelten Anlageinstrumenten am Finanzmarkt. Seit 2026 kommen vermehrt aktive ETFs hinzu, die einen Index nicht mehr nur nachbilden, sondern aktiv verwalten.

Exchange Traded Funds (ETFs) zählen seit Jahren zu den günstigsten und meistgehandelten Anlageinstrumenten am Finanzmarkt. Sie bieten Privatanlegern eine kostengünstige Möglichkeit, in ein breites Spektrum von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen zu investieren. Die meisten ETFs bilden einen Index nach, seit 2026 kotieren mehrere Anbieter in der Schweiz auch aktive ETFs, die von diesem Prinzip abweichen.

Doch was genau ist ein ETF? Wie funktioniert er und was muss ich bei der Anlage in ETFs beachten? Dieser Beitrag nennt die wesentlichen Informationen rund ums Thema.

Das Wichtigste in Kürze

  • Passive ETFs sind einfach strukturiert und transparent: Die Zusammensetzung des abgebildeten Index ist öffentlich einsehbar.
  • Die Verwaltungskosten liegen bei passiven ETFs meist unter 0,2 Prozent pro Jahr, deutlich unter aktiv gemanagten klassischen Fonds (Angabe des Portals extraetf.com, Stand 2026).
  • An der Schweizer Börse SIX sind rund 2’280 ETFs von mehr als 30 Emittenten gehandelt (Stand August 2026, Quelle: SIX Swiss Exchange).
  • Seit 2026 bieten mehrere grosse Anbieter auch aktive ETFs an, die einen Index nicht mehr nur nachbilden, sondern aktiv verwalten.
  • Als börsengehandeltes Wertpapier lassen sich ETFs während der Handelszeiten laufend kaufen und verkaufen.

Video: Was sind ETFs? (YouTube)

ETF: Definition und Erklärung

ETF steht für Exchange Traded Fund. Es handelt sich dabei um einen Fonds, der meistens einen Wertpapierindex möglichst genau abbildet (physisch oder synthetisch) und dessen Entwicklung nachvollzieht. Mit diesen Wertpapieren haben Anleger die einfache Möglichkeit, in zahlreiche Anlageklassen wie Anleihen, Rohstoffe und Aktien zu investieren.

Sie können über ETFs unter anderem in verschiedene Länderindizes, etwa aus der Schweiz, aus Deutschland, den USA oder Japan investieren. Ebenso ist eine Anlage in regionale Indizes, welche beispielsweise den europäischen oder amerikanischen Aktienmarkt abbilden, möglich. Zudem lassen sich ETFs finden, die aktuellen Anlagetrends wie Nachhaltigkeit, Gesundheit oder Digitalisierung folgen.

Vergleich klassischer Fonds mit ETF

ETFs können grundsätzlich an der Börse sowie ausserbörslich gehandelt werden. Da sie oft an einen vorgegebenen Index gebunden sind, handelt es sich hierbei um passive Anlageformen, welche lediglich die Entwicklung ihres Basiswerts nachvollziehen. Um es anders auszudrücken: Wenn sich der Wert des Index erhöht, erhöht sich auch der Wert des ETF. Mittlerweile gibt es aber auch aktive ETFs, die nicht einfach nur einen Index abbilden, sondern aktiv verwaltet werden (mehr dazu weiter unten).

Wie bei einem konventionellen Fonds stellt auch die Anlage in einen ETF Sondervermögen dar. Das Fondsvermögen ist damit vom Vermögen des Anbieters getrennt und fällt bei dessen Zahlungsunfähigkeit nicht in die Konkursmasse. Bei synthetischen ETFs bleibt das Kontrahentenrisiko davon unberührt (siehe unten).

Es besteht allerdings ein bedeutender Unterschied zwischen einem klassischen Anlagefonds und den meisten ETFs. Im Unterschied zu ETFs versuchen konventionelle Anlagefonds eine höhere Performance zu erzielen als ihr Referenzindex. Das erfordert ein laufendes Research und bei Bedarf Umschichtungen der Bestände innerhalb des Fonds.

ETFs versuchen hingegen meistens nur, den zugrunde liegenden Index exakt nachzubilden, sodass auf ein kostspieliges Management verzichtet werden kann.

Rasante Entwicklung

Nachdem die ersten ETFs 1993 an die amerikanischen Börsen gekommen waren, folgte im April 2000 der Handel in Europa. Danach nahm das Finanzinstrument eine rasante Entwicklung. Noch im selben Jahr wurden die ersten ETFs in der Schweiz angeboten. Inzwischen sind rund 2’280 ETFs von mehr als 30 Emittenten an der Schweizer Börse SIX gelistet (Stand August 2026).

Vorteile und Nachteile von Exchange Traded Funds

ETFs bieten insbesondere die folgenden Vorteile:

  • Tiefe Gesamtkostenquote: ETFs haben im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds wesentlich niedrigere Kosten. Sie sparen den Ausgabeaufschlag, die laufenden Verwaltungsgebühren sind geringer und Transaktionskosten fallen gewöhnlich seltener an.
  • Flexibilität und Liquidität: ETFs sind liquide Anlageprodukte, die während der Handelszeiten der Börse gekauft und verkauft werden können, wie Aktien.
  • Transparenz: Um die Zusammenstellung eines ETF zu erkennen, reicht meistens der Blick in den betreffenden Index.
  • Sicherheit: Wie bei klassischen Fonds sind die Investitionen in einen ETF Sondervermögen.
  • Diversifikation: Als Investor müssen Sie zum Beispiel nicht jeden der 20 Werte im Schweizer Aktien-Index SMI erwerben. Sie können vielmehr mit Anteilen eines ETFs, der auf den SMI abzielt, mit einer einzigen Transaktion auf alle SMI-Werte setzen.

Mit einem ETF gleichzeitig in rund 1’300 Unternehmen investieren

ETFs machen es Ihnen leicht, ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen, in dem das Risiko durch einen sehr breiten Markt minimiert werden kann. Wenn Sie einen ETF auf den weltweiten Index MSCI World kaufen, bekommen Sie Zugang zu rund 1’300 Unternehmen auf der ganzen Welt (Stand September 2026, Quelle: MSCI World Index Factsheet). ETFs ermöglichen es somit Anlegern, ihr Kapital über eine breite Palette an Investitionszielen zu verteilen, und so einen ausgewogenen Mix aus Chancen und Risiken zu erreichen. Sie haben ausserdem stets eine klare Vorstellung davon, worin sie investieren: Ein kurzer Blick auf die aktuelle Struktur des jeweiligen Index reicht aus.

ETFs haben auch einige Nachteile, die potenzielle Anleger kennen sollten, bevor sie diese Anlageform wählen. Zu den Nachteilen gehören:

  • Fehlendes Anlagemanagement: Da ETFs passiv verwaltete Fonds sind, gibt es kein aktives Eingreifen von Fondsmanagern. Dadurch kann es zu schlechteren Performance-Ergebnissen für den ETF gegenüber anderen aktiv verwalteten Fonds kommen. Dies kann insbesondere in sehr volatilen Märkten der Fall sein.
  • Keine Berücksichtigung persönlicher Anlageziele: ETFs folgen strikt einem Index. Das bedeutet, entweder Sie setzen auf diesen Index oder nicht. Eine Individualisierung Ihrer Geldanlage scheidet somit für den in ETFs investierten Teil Ihres Vermögens aus.
  • Begrenztes Kontrahentenrisiko bei synthetischen ETFs: Bei synthetischen ETFs wird nicht direkt in die Titel angelegt, die im Index enthalten sind. Stattdessen werden Swaps (Tauschgeschäfte) verwendet, um den Index virtuell nachzubilden. Allerdings birgt dieses Geschäft ein Kontrahentenrisiko, da es davon abhängig ist, dass die Vertragspartner ihre eingegangenen Verpflichtungen erfüllen können.

Bei ETFs nach europäischem Fondsrecht ist das Kontrahentenrisiko aus Swaps und anderen OTC-Derivaten pro Gegenpartei begrenzt. Für Fonds mit Domizil Schweiz regelt das Kollektivanlagengesetz (KAG) die Anlagevorschriften.

Was sind aktive ETFs und wie unterscheiden sie sich von passiven ETFs?

Aktive ETFs sind Fonds, die wie klassische ETFs an der Börse gehandelt werden. Anders als passive ETFs bildet ihr Fondsmanagement einen Index nicht eins zu eins nach, sondern wählt Titel aktiv aus und gewichtet sie anders, mit dem Ziel einer höheren Rendite. Ob das gelingt, ist nicht garantiert.

Seit 2026 haben mehrere internationale Fondsanbieter erstmals aktiv gemanagte ETFs an der Schweizer Börse SIX kotiert. Für den Handel ändert das zunächst wenig: Aktive ETFs lassen sich wie passive ETFs während der Börsenöffnungszeiten laufend kaufen und verkaufen.

Kosten: höher als bei passiven ETFs, tiefer als bei klassischen Fonds

Aktive ETFs kosten mehr als passive ETFs, weil das Fondsmanagement laufend Research betreiben und Positionen anpassen muss. Die durchschnittliche Gesamtkostenquote aktiver ETFs in Europa liegt bei rund 0,37 Prozent, mit einer Spanne von etwa 0,04 bis 0,85 Prozent (Angabe des Portals extraetf.com, Stand 2026). Damit liegen sie über passiven ETFs, aber häufig unter klassischen aktiv gemanagten Fonds, bei denen zusätzlich ein Ausgabeaufschlag anfallen kann.

Transparenz: täglicher Einblick ins Portfolio

Der wesentliche Unterschied zu klassischen aktiv gemanagten Fonds liegt in der Transparenz: Viele aktive ETFs veröffentlichen ihre Portfoliozusammensetzung täglich, so wie es bei passiven ETFs üblich ist. Klassische Anlagefonds legen ihre Positionen dagegen meist nur monatlich oder quartalsweise offen. Ob ein konkreter aktiver ETF diese tägliche Transparenz bietet, hängt vom Anbieter und der Fondsstruktur ab und sollte vor einer Anlage im Prospekt geprüft werden.

Lesetipp: Wie Everon aktiv verwaltete Strategien einsetzt

ETF-Anlageklassen im Überblick

Beim gehandelten ETF-Volumen dominieren Aktien-ETFs klar vor Anleihen-ETFs. Viele Anlegerinnen und Anleger ergänzen damit den Aktienanteil im Depot, um das Portfolio breiter aufzustellen. Bei Rohstoffen wird von ETCs gesprochen (Exchange Traded Commodities). Diese sind oft physisch mit den entsprechenden Edelmetallen hinterlegt. Unter den ETCs hat Gold traditionell das grösste Handelsvolumen.

Innerhalb dieser Kategorien bilden viele Aktien-ETFs breite Weltindizes wie den MSCI World (rund 1’300 Titel) oder regionale Indizes wie den S&P 500 (500 grösste US-amerikanische börsengehandelte Unternehmen) nach. Bei Anleihen-ETFs stehen häufig globale Unternehmensanleihen-Indizes oder Staatsanleihen-Indizes aus Schwellenländern im Fokus. Diese Beispiele beschreiben die Marktstruktur und sind keine Empfehlung für bestimmte Indizes oder Produkte.

ETF Schweiz: Schweizer investieren gerne in Unternehmen im Heimatland

Neben ETFs, die den MSCI World abbilden, legen Schweizer bevorzugt in ETFs an, die den SMI und den SMIM abbilden. Der SMI (Swiss Market Index) ist der bedeutendste Aktienindex der Schweiz und beinhaltet die Blue-Chips. Im SMIM sind es 30 mittelgrosse Werte, die an der SIX Swiss Exchange notiert sind. Bei ETFs auf Schweizer Indizes wirkt sich das Fondsdomizil auf die steuerliche Behandlung aus, etwa über Quellensteuern auf die Erträge des Fonds. Ob ein Schweizer Domizil im Einzelfall Vorteile bringt, hängt von der Steuersituation des Anlegers ab.

Lesetipp: Mehr zu Säule 3a-Fonds

In diese Segmente kann mit ETFs investiert werden

Wenn Sie nicht nur breit diversifizieren wollen, sondern bestimmte Segmente oder Regionen bevorzugen, bieten Ihnen dazu die Exchange Traded Funds eine breite Auswahl. In der nachstehenden Tabelle sehen Sie eine Auswahl der wesentlichen Selektionsmöglichkeiten.

ETF-AusrichtungBeispiele
AnlageklasseAktien, Anleihen, Edelmetalle
IndizesMSCI World, S&P 500, SMI, DAX
RegionenWeltweit, Europa, Emerging Markets
LänderSchweiz, Deutschland, USA
ThemenBiotechnologie, Klimawandel, Robotik
BranchenIndustrie, Einzelhandel, Technologie
StrategieDividenden, Large Caps, Small Caps
RohstoffeAlle Edelmetalle, Gold, Platin

Gebühren bei ETFs

Beim Kauf von ETFs zahlen Sie zunächst nur die Ordergebühren der Bank, Stempelsteuern sowie meistens einen geringen Spread (Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs). Bei aktiv gemanagten klassischen Fonds hingegen kann an der Stelle üblicherweise ein Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent anfallen.

Die Verwaltungskosten liegen bei passiven ETFs meist unter 0,2 Prozent pro Jahr (Angabe des Portals extraetf.com, Stand 2026), ebenfalls deutlich unter denen aktiv gemanagter Fonds, wo Sie gewöhnlich mit mindestens einem Prozent rechnen müssen. Aktive ETFs liegen mit durchschnittlich rund 0,37 Prozent dazwischen (mehr dazu im Abschnitt zu aktiven ETFs weiter oben). Im Wertpapierprospekt können Sie die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio oder kurz TER) nachlesen. In den dort genannten Kosten sind die Transaktionskosten, die dem Fonds beim Handel mit Wertpapieren entstehen, allerdings noch nicht enthalten.

Zu den Gesamtkosten kommen noch die von Ihrer Bank berechneten Depotgebühren.

Mit ETFs investieren: Darauf sollten Sie achten

Nachstehend einige wesentliche Punkte, auf die Sie bei der Entscheidung für einen ETF achten sollten:

  • Indexbreite und Zusammensetzung: Ein ETF auf einen breiten Index verteilt das Kapital über mehr Sektoren und Regionen als ein ETF auf einen engen Themen- oder Länderindex. Das senkt das Risiko einzelner Titel und einzelner Sektoren; das Marktrisiko bleibt bestehen. Die Zusammensetzung unterscheidet sich von ETF zu ETF: Einige ETFs investieren in kleine Unternehmen oder Emerging Markets, andere folgen einem breiteren Ansatz.
  • Prüfen, ob Gesamtkostenquote im üblichen Rahmen liegt: Im Allgemeinen liegen die Verwaltungskosten für passive ETFs meist unter 0,2 Prozent pro Jahr. Aktive ETFs liegen wegen des aktiven Managements meist darüber (mehr dazu im Abschnitt zu aktiven ETFs weiter oben).
  • ETF-Volumen: Das Fondsvolumen ist ein Indikator, um festzustellen, ob ein ETF im Markt etabliert ist oder nicht.
  • ETF-Sparpläne: Nicht für alle ETFs werden Sparpläne angeboten. Sie ermöglichen Investoren jedoch, auf einfache Weise regelmässig Einzahlungen zu tätigen, um so ein Vermögen anzusparen. Der Ertrag hängt dabei von der Marktentwicklung ab und kann auch niedriger ausfallen als bei einem herkömmlichen Zinskonto, zudem kann der Wert des Guthabens zwischenzeitlich schwanken.
  • Nachhaltigkeit: Neben den aktiv gemanagten Fonds erlauben auch immer mehr ETFs, nach ESG Kriterien zu investieren.

Lesetipp: So gestalten Sie Ihre private Finanzplanung

Auswahl eines ETF: sechs Gesichtspunkte

Bei der Auswahl eines ETF spielen neben den Grundlagen sechs Gesichtspunkte eine Rolle:

Anlagestrategie und Segmente

Die möglichen Segmente reichen von Aktien über Anleihen bis zu Rohstoffen. Im Aktienmarkt gibt es ETFs, die weltweit streuen, ETFs auf Aktien Schweizer Unternehmen und ETFs, die auf einzelne Branchen wie Technologie oder auf Themen wie Robotik setzen. Branchen- und Themen-ETFs konzentrieren das Kapital auf weniger Titel.

Die Schweizer Börse bietet rund 2’280 ETFs, die in verschiedene Anlageklassen, Märkte und Währungen investieren.

Index und Gewichtung

Für die Einordnung der Performance eines ETF dient die Entwicklung des dahinterliegenden Index über einen möglichst langen Zeitraum.

Ferner sind die Berechnung des Index und dessen Zusammensetzung von Bedeutung. Oft werden die Titel nach ihrem Börsenwert gewichtet. Ein ETF auf einen solchen Index trägt das damit verbundene Klumpenrisiko. Beispielsweise machen die drei grossen Konzerne Nestlé, Novartis und Roche beim SMI traditionell einen erheblichen Teil des Index aus.

Angebot am Markt und Sparplan

Zu einem Index gibt es am Markt oft mehrere ETFs, die ihn abbilden. Für das regelmässige Anlegen mit einem Sparplan ist relevant, dass nicht alle ETFs Sparpläne anbieten.

Abbildungsqualität

Bei ETFs auf einen speziellen Index kann die Rendite des ETF von der Rendite des Index abweichen (Tracking Difference). Damit ein Vergleich realistisch ist, müssen ETF und Index etwaige Erträge wie Dividenden entweder beide reinvestieren oder beide ausschütten (Performance-Index vs. Preis-Index).

Jährliche Gesamtkosten

Die jährlichen Kosten, welche bei einem ETF anfallen, werden durch die Gesamtkostenquote (TER) angezeigt. Diese Quote beinhaltet die Verwaltungsgebühren ebenso wie Kosten für die Werbung und den Vertrieb des ETFs. Die TER steht in den Fondsunterlagen, etwa im Jahresbericht.

Steuern und Transaktionskosten

Das Fondsdomizil wirkt sich auf die steuerliche Behandlung aus: Quellensteuern können die Rendite mindern.

Beim Kauf sowie Verkauf eines ETFs fallen Gebühren an, die insbesondere ins Gewicht fallen, wenn viele Käufe und Verkäufe getätigt werden. Bei häufigem Handel haben die Spreadkosten (Differenz zwischen Ankauf- und Verkaufspreis) daher besonderes Gewicht.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche ETF-Kategorien sind an der Börse am stärksten vertreten?

Gemessen am Handelsvolumen dominieren Aktien-ETFs, gefolgt von Anleihen-ETFs. Bei Rohstoffen spricht man von ETCs (Exchange Traded Commodities), die meist physisch mit dem jeweiligen Edelmetall hinterlegt sind; unter den ETCs hat Gold traditionell das grösste Volumen. Diese Angaben beschreiben die Marktstruktur, keine Empfehlung für bestimmte Produkte.

Mit welchen Gebühren muss ich bei ETFs rechnen?

Neben den üblichen Depotgebühren Ihrer Bank fallen beim Handel nur geringe Transaktionskosten an (geringer Spread, der Unterschied zwischen Kauf und Verkaufspreis). Die Verwaltungskosten für passive ETFs liegen erfahrungsgemäss meist unter 0,2 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr, bei aktiven ETFs meist höher.

Wie werden ETFs steuerlich behandelt?

Erträge aus ETFs (Exchange Traded Funds), ob passiv oder aktiv verwaltet, werden als Einkommen besteuert, und das in ETFs investierte Vermögen unterliegt der Vermögenssteuer. Für die Einkommenssteuer macht es keinen Unterschied, ob der ETF Erträge ausschüttet oder reinvestiert. Thesaurierende ETFs müssen die angefallenen Erträge jedoch getrennt ausweisen, was bei ETFs, die an der Schweizer Börse kotiert sind, normalerweise erfolgt. Welche Erträge von ETFs besteuert werden, können Sie in der Kursliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung erkennen.

Was ist unter thesaurierend zu verstehen und was bedeutet ausschüttend?

Ausschüttend bedeutet, dass Erträge direkt an den Anleger ausgezahlt werden. Thesaurierend heisst hingegen, dass Erträge eines Fonds nicht an die Anleger ausgeschüttet, sondern in den Fonds reinvestiert werden.

Was bedeutet direkte oder indirekte Replikation?

Ein physischer ETF (direkte Replikation) bildet einen Index ab, indem er die Wertpapiere des von ihm abgebildeten Index tatsächlich kauft und diese im Fonds hält. Ein synthetischer ETF (indirekte Replikation) verwendet verschiedene Finanzprodukte (z. B. Swaps) anstelle tatsächlich gekaufter Aktien, um die Performance des Index nachzubilden. Es gibt also zusätzlich einen sogenannten Kontrahenten, meistens die Mutterbank des Emittenten, mit dem ein „Tauschgeschäft“ vereinbart wird.

Welchen Unterschied gibt es zwischen ETFs und Indexfonds?

Der grundlegende Unterschied zwischen diesen Produkttypen besteht darin, dass ETFs an der Börse gehandelt werden und sich somit ständig kaufen und verkaufen lassen. Bei Indexfonds hingegen erfolgt der Einkauf und Verkauf nur einmal täglich über den Fondsanbieter.

Was unterscheidet aktive ETFs von passiven ETFs?

Passive ETFs bilden einen Index eins zu eins nach. Bei aktiven ETFs wählt ein Fondsmanagement Titel aktiv aus und weicht bewusst vom Index ab, mit dem Ziel einer höheren Rendite. Dafür sind die Kosten höher als bei passiven ETFs. Seit 2026 sind mehrere aktive ETFs auch an der Schweizer Börse SIX kotiert.

Jonas Bächinger
Über den Autor

Jonas Bächinger

CIO & Co-Founder bei Everon
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.

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