Geld anlegen in der Schweiz: Anlagestrategien und das 1x1 des Anlegens
Es gibt viele überzeugende Gründe, sich mit den Möglichkeiten der Geldanlage zu beschäftigen. Dazu zählen spannende Reiseziele, eine gute Ausbildung für die Kinder und vor allem: sorgenfrei in die finanzielle Zukunft blicken zu können.
Es gibt viele überzeugende Gründe, sich mit den Möglichkeiten der Geldanlage zu beschäftigen. Dazu zählen spannende Reiseziele, eine gute Ausbildung für die Kinder und vor allem: sorgenfrei in die finanzielle Zukunft blicken zu können. Doch eine effiziente Investmentstrategie will gelernt sein.
Informieren Sie sich mit diesem Beitrag über die wesentlichen Anlagelösungen und lernen Sie deren Merkmale, Chancen und Risiken kennen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Anlagestrategie legt fest, wie das Vermögen auf Anlageklassen verteilt wird, und bestimmt damit, wie stark es schwankt.
- Mit Diversifikation können Risiken reduziert werden.
- Regelmässiges Anlegen verteilt den Einstiegszeitpunkt über die Zeit; ein Verlust bleibt möglich.
- Digitalisierung erleichtert den Zugang zur Vermögensverwaltung für breite Bevölkerungsteile.
Geld anlegen in der Schweiz: Anlageformen im Überblick
Bei der Frage nach der richtigen Anlageform ist weniger zwischen gut und schlecht zu unterscheiden. Anlageformen unterscheiden sich in Anlagehorizont, Schwankungsbreite, Kosten und Liquidität. Um sie einordnen zu können, sollte man über alle wesentlichen Anlageformen informiert sein.

1. Tagesgeld und Festgeld
Tagesgeld ist eine flexible Geldanlage, die eine Ergänzung zum Girokonto darstellt. Auf einem Tagesgeldkonto legen Sie Geld an, über das Sie jederzeit verfügen möchten. Mit Beginn der Niedrigzinsphase haben jedoch viele Banken ihre Angebote für Tagesgeld eingestellt. Während die Angebote inzwischen im europäischen Ausland wieder zunehmen, halten sich diese in der Schweiz in Grenzen, und es gibt derzeit kaum nennenswerte Zinsen. Zudem wenden sich Angebote für Tagesgeld aufgrund häufig geforderter hoher Mindestsummen eher an gut situierte Anleger.
Während sich beim Tagesgeld der Zinssatz jederzeit ändern kann, ist dieser beim Festgeld während der Laufzeit garantiert. Festgeld, auch Termingeld genannt, eignet sich somit als Anlage für Gelder, die Sie erst mittelfristig benötigen. In der Schweiz werden Festgelder meistens mit Laufzeiten von 3 bis 24 Monaten angeboten. Sicherheit und Planbarkeit stehen bei dieser Geldanlage im Vordergrund. Mehr als ein Prozent Zinsen können Sie für diese Anlage jedoch aktuell nicht erwarten. Daher ist es nicht als Investment für einen langfristigen Vermögensaufbau geeignet.
2. Obligationen
Obligationen werden von Unternehmen oder Staaten als Finanzierungsquelle ausgegeben und sind für Anleger im Vergleich meist eher risikoarme Vermögensanlagen. Sie zählen zu den festverzinslichen Wertpapieren. Der Emittent verpflichtet sich, zum Laufzeitende das Kapital zuzüglich der vereinbarten Zinsen auszuzahlen. In der Schweiz legen Privatanleger häufig in sogenannte Kassenobligationen an. Emittenten sind dabei die öffentliche Hand sowie Kreditinstitute. Kassenobligationen werden mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren angeboten. Wenn Sie also erst innerhalb der nächsten zehn Jahre Ihr angelegtes Geld zurückbekommen müssen oder wollen, sind Obligationen eine mögliche Anlageform.
3. Aktien
Durch eine Investition in Aktien werden Sie zum direkten Teilhaber eines Unternehmens. Als Aktionär sind Sie am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Dieser Anteil wird als Dividende ausgezahlt. Aktien können Erträge über Dividenden und Kursgewinne abwerfen. Beides ist nicht garantiert, und Kursverluste sind möglich.
Die Investition in einzelne Aktien erfordert neben einem fundierten Know-how auch einen enormen zeitlichen Einsatz. Sie sollten die Märkte, in die Sie investieren, hinreichend kennen. Daneben erfordert der Börsenhandel ein fundiertes Research sowie eine Beurteilung der Unternehmenskennzahlen.
Aktienanlagen schwanken im Wert, und kurzfristige Verluste bei einzelnen Werten kommen vor. Grundsätzlich gilt, je spezieller und enger die Märkte sind, desto höher ist das Risiko. Insofern ist bei der Strategie zwischen kurzfristigen Kurschancen und langfristigen Investments in etablierte Unternehmen mit möglichen regelmässigen Dividendenzahlungen zu unterscheiden.
Lesetipp: Anlagestrategie im Fokus: Die Macht der Einkommensstrategie
4. Fonds
Fondsgesellschaften investieren die von Anlegern eingezahlten Gelder in verschiedene Wertpapiere unterschiedlicher Märkte. Das Vermögen stellt ein sogenanntes Sondervermögen dar, welches treuhänderisch bei einer Bank geführt wird. Das bedeutet, es wird getrennt vom Vermögen der Gesellschaft verwaltet und ist somit im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt. Fondsanteile können zum aktuellen Kurs an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden. Beim Kauf fallen in der Regel Ausgabeaufschläge an und die Fondsgesellschaft entnimmt für das Management eine jährliche Verwaltungsgebühr.
Jeder Fonds investiert in festgelegte Zielmärkte. Dies können beispielsweise weltweite Unternehmen, chancenreiche Unternehmen in Schwellenländern oder Unternehmen im Bereich Gesundheit sein. Somit haben Sie die Möglichkeit, schwerpunktmässig in bestimmte Märkte zu investieren oder Ihr Investment weltweit zu streuen.
Für einen langfristigen Vermögensaufbau eignen sich Fondssparpläne mit monatlich festgelegten Raten. Damit nutzen Sie den Cost-Average-Effekt: Bei niedrigen Kursen wird eine höhere und bei hohen Kursen eine niedrigere Anzahl an Anteilen gekauft.
Im Vergleich zur Anlage in einzelne Aktien ergeben sich insbesondere folgende Vorteile:
- Mit einem Fondsanteil investieren Sie gleichzeitig in eine Vielzahl von Unternehmen.
- Das Fondsmanagement kümmert sich um Kauf und Verkauf der einzelnen Titel.
- Die Risikostreuung wird durch einen Fonds wesentlich erleichtert.
- Mit Fondssparplänen sparen Sie regelmässig und investieren langfristig am Kapitalmarkt.
Auch die Geldanlage in Fonds sind langfristige Anlagen. Bei Vergleichen achten Sie daher primär auf die langfristige Performance.
5. ETFs
Das Prinzip bei ETFs entspricht zunächst dem eines «normalen Fonds». Der wesentliche Unterschied: Beim ETF wird kein aktives Management betrieben. Bei einem ETF wird, einfach ausgedrückt, die Zusammensetzung eines Index kopiert. Das spart vor allem Kosten, was ETFs in den vergangenen Jahren sehr beliebt gemacht hat.
Ein ETF auf den MSCI World Index bildet grosse und mittelgrosse Unternehmen aus Industrieländern ab. Dieser Index umfasst rund 1’300 Titel aus über 20 Ländern. Schwellenländer und kleine Unternehmen sind nicht enthalten.
Im Langfristvergleich haben Anleger in den letzten Jahrzehnten mit einem breit anlegenden ETF wie dem MSCI World positive Erträge erwirtschaftet, zwischenzeitlich aber auch deutliche Kursrückgänge hinnehmen müssen.
6. Immobilien
Bis zur Zinswende 2022/23 suchten Anleger wegen der niedrigen Zinsen verstärkt nach Alternativen zu sicheren Sparanlagen, auch bei Immobilien, und viele Erwerber gingen hohe Schulden ein.
Immobilien gelten auch in der Schweiz, insbesondere in den bevorzugten Lagen, als recht krisensicher. Allerdings hat das die Immobilienpreise sprichwörtlich in den Himmel wachsen lassen. Die Wohneigentumsquote ist daher in der Schweiz mit rund 35 Prozent auch im internationalen Vergleich gering.
Investieren Sie in ein selbst genutztes Eigenheim, sind Sie vor Mieterhöhungen und Kündigungen geschützt. Dieser Wert kommt Ihnen im Ruhestand in Form von ersparten Mieten zugute. Erwerben Sie eine Immobilie, um sie zu vermieten, generieren Sie im Alter Mieteinnahmen und somit zusätzliche Einnahmen, sofern die Schulden für die Liegenschaft getilgt sind.
Die Investition in Grund und Boden gilt als solide und sicher. Dennoch drückt bereits der Begriff aus, dass es sich nicht um eine flexible Anlage handelt: Sie ist «immobil». Das bedeutet, Immobilien sind eine Möglichkeit, Ihr Portfolio zu diversifizieren. Beachten Sie jedoch, dass sich Ihre Lebensplanung ändern kann und auch zum Beispiel ein Standortwechsel aus beruflichen Gründen sinnvoll sein kann. Daneben ist zunächst, aufgrund der hohen Immobilienpreise in der Schweiz, ein hoher Eigenkapitaleinsatz erforderlich. Der Schweizer Immobilienmarkt reagiert auf die Zinsentwicklung der Schweizerischen Nationalbank (SNB): Nach der Zinswende 2022/23 und der erneuten Zinssenkung 2025 (Leitzins 0 Prozent) bleiben die Preise dynamisch. Sie sollten sich daher nicht auf konstant hohe jährliche Preissteigerungen verlassen, wie sie in einzelnen Jahren zu beobachten waren.
7. Edelmetalle (Gold & Co)
Gold, Silber, Platin und andere Edelmetalle gehören nicht nur zu den ältesten Anlageformen. Sie gelten auch als krisensichere Investition. Bei Ausbruch der Pandemie stieg daher der Preis für die Feinunze Gold bis zum Sommer 2020 auf über 2’000 Dollar. Doch die Börse hat sich rasch danach wieder von ihrem Einbruch erholt. Gleichzeitig fiel der Goldpreis Ende 2020 wieder auf rund 1’700 Dollar. Seither ist er deutlich gestiegen und markierte wiederholt neue Allzeithochs von über 4’000 Dollar je Feinunze (Stand 2026).
Edelmetalle erwirtschaften erfahrungsgemäss keine laufenden Erträge. Ihr Preis kann zudem stark schwanken, auch wenn sie als vermeintlich sichere Anlage gelten. In einem Portfolio dienen Edelmetalle meist als Beimischung zur Diversifikation.
8. Kryptowährungen
Neben Bitcoin, der ersten und grössten Kryptowährung, gibt es mittlerweile eine Vielzahl von digitalen Währungen weltweit. Sie basieren auf der Blockchain-Technologie und sind somit im Vergleich zu konventionellen Währungen nur als Daten innerhalb eines weltweiten Computernetzwerks vorhanden. Für private Anleger stellen diese Investitionen eine äusserst spekulative Anlagealternative dar.
Die Kryptowährung Bitcoin gibt es seit über 10 Jahren. Dennoch stellen Kryptowährungen keine offiziell anerkannten Währungen dar. Für digitales Geld benötigen Sie zunächst eine digitale Geldbörse (Wallet). Gehandelt wird dann bei einer der Krypto-Börsen.
Das Risiko von Kryptowährungen ist enorm, denn keine Regierung garantiert den Wert von Kryptowährungen. Zurzeit können Kryptowährungen daher nicht als sichere Anlage eingestuft werden und eignen sich auch nicht für die Altersvorsorge.
Wenn Sie trotz der hohen Risiken an Kryptowährungen interessiert sind, beachten Sie folgende Punkte:
- Die Kurse der Kryptowährungen sind sehr volatil. Ausschliesslich Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
- Besonders riskant sind neue und kleine Kryptowährungen, da diese möglicherweise mangels Kapital nicht weitergeführt werden.
- Da Kryptowährungen nicht reguliert sind, gibt es keine übergeordnete Aufsicht. Es fehlt somit jeglicher Anlegerschutz, wie eine Einlagensicherung.
- Länder reagieren teilweise mit Vorbehalten gegenüber digitalen Währungen. In China etwa ist der Kryptohandel verboten. Die Europäische Zentralbank denkt über eine eigene digitale Währung nach, was die übrigen Kryptowährungen schwächen würde.
9. Fremdwährung
Der Handel mit Währungen (Devisenhandel) ist hochspekulativ: Die Wechselkurse können enorm schwanken. Neben dem direkten Devisenhandel werden auch für Anlagen wie Festgeld oder Anleihen Fremdwährungskonten angeboten. Beachten Sie hierbei, dass Sie damit ein doppeltes Risiko tragen. Zum Emittentenrisiko kommt das Wechselkursrisiko. Damit können bereits kleine Wechselkursschwankungen Zinsvorteile zunichtemachen. Hinzu kommt, dass Fremdwährungsanleihen oft nur in geringem Umfang an der Börse gehandelt werden, was bei Verkauf ungünstige Kurse bedeuten kann.
Die Kursentwicklung von Währungen ist insbesondere von folgenden Faktoren innerhalb des jeweiligen Landes abhängig:
- wirtschaftliche Stabilität
- politische Stabilität
- Inflationsgefahr
- Staatsverschuldung
10. Private Markets
Unter Private Markets sind Kapitalanlagen zu verstehen, die nicht über eine Börse gehandelt werden, also nicht öffentlich verfügbar sind.
Es handelt sich um folgende Bereiche:
- Private Equity: Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen.
- Private Debt: nicht börsennotierte Schuldverschreibungen
- Private Infrastructure: Investitionen in Infrastrukturanlagen wie Wasserversorgung, Abfallentsorgung, Brücken oder Spitäler
- Private Equity Real Estate: Anlagen in Immobilien in allen Bereichen
Der Bereich Private Markets war lange Zeit institutionellen Anlegern vorbehalten, hat jedoch inzwischen bei vermögenden privaten Anlegern an Bedeutung gewonnen. Es handelt sich dabei um Risikokapital. Den hohen Renditechancen steht das Risiko eines Totalverlusts gegenüber. Daher dient die Anlageform als Beimischung zur Renditeoptimierung bei sehr grossen Vermögen.
11. Geld anlegen über Vermögensverwalter
Es ist nicht mehr notwendig, ein Millionär zu sein, um sein Geld professionell zu investieren. Durch die Digitalisierung und dem Einsatz von Fonds und Exchange Traded Funds (ETFs) eröffnen sich Vermögensverwaltungslösungen für eine breite Öffentlichkeit. Schliesslich erfordert eine rentable Geldanlage Zeit, die nicht jedem ausreichend zur Verfügung steht.
Es ist heutzutage jedem möglich, eine professionelle Vermögensverwaltung, auch Asset Management genannt, in Anspruch zu nehmen. Abhängig vom Anbieter kann man schon mit einem Betrag von ungefähr 30’000 Franken beginnen. Auch die Gebühren sind bei Vermögensverwaltungen mit einem digitalen Ansatz erschwinglich geworden.
Professionelle Vermögensverwaltungen starten mit der Analyse
Ein Vermögensverwaltungsmandat legt die Anlagestrategie vor Mandatsbeginn schriftlich fest. Grundlage sind Risikofähigkeit, Risikobereitschaft und Anlagehorizont, die der Vermögensverwalter erfasst.
Für die Anlagestrategie sind folgende grundsätzliche Ausrichtungen möglich:
- konservativ (geringer Aktienanteil, geringes Verlustrisiko, tiefere Renditeaussichten)
- ausgewogen (mittlerer Aktienanteil und mittleres Risiko)
- aggressiv (höherer Aktienanteil, höhere Renditeaussichten, höheres Risiko)
In der Praxis werden Sie möglicherweise weitere, feinere Abstufungen vorfinden.

Geld effizient anlegen: So finden Sie Ihre persönliche Anlagestrategie
Die Anlagestrategie legt fest, wie Sie Ihr Vermögen auf Aktien, Obligationen, Immobilien und Liquidität verteilen. Diese Aufteilung bestimmt, wie stark Ihr Vermögen schwankt und welche Renditechancen dem gegenüberstehen. Eine Strategie wirkt nur, wenn Sie an ihr festhalten. Wählen Sie deshalb eine, die Sie über verschiedene Marktzyklen hinweg durchhalten können. Die nachfolgenden Abschnitte helfen dabei, Ihre Anlagestrategie zu finden.
Portfoliotheorie: Vermögen streuen, Rendite und Risiko optimieren
Wenn Sie sich etwas intensiver mit Anlagestrategien beschäftigt haben, sind Sie bereits auf den Hinweis gestossen, dass Sie Ihr Vermögen breit streuen sollten. Doch was bedeutet streuen und welcher Mix ist sinnvoll?
Die Portfoliotheorie des US-amerikanischen Ökonomen Harry Max Markowitz hat sich seit ihrer Veröffentlichung im Jahre 1952 zu einer der erfolgreichsten und wichtigsten Theorien der Kapitalmarkttheorie entwickelt. Ihr zentrales Konzept ist die Risikodiversifikation, mit der sich für ein gegebenes Risikoniveau die Zusammensetzung mit der höchsten erwarteten Rendite ermitteln lässt. «Erwartet» heisst: aus Annahmen berechnet, nicht zugesagt.
Diversifikation bedeutet, dass man sein Portfolio über mehrere Asset-Klassen verteilt, um die Abhängigkeit von einer bestimmten Investition zu reduzieren. Ein gut diversifiziertes Portfolio kann Anlegern helfen, ihr Risiko zu begrenzen und gleichzeitig Gewinnpotenziale zu nutzen.
Wesentliche Punkte bei der Diversifikation des Vermögens sind:
- Das Vermögen wird in verschiedene Assetklassen aufgeteilt.
- Die Anlageklassen sollten unterschiedliche Renditechancen und Risiken aufweisen (unter anderem Aktien und Obligationen).
- Innerhalb der Anlageklassen führt die Auswahl der einzelnen Werte zu einer Optimierung des Rendite-Risiko-Verhältnisses (etwa Aktien weltweit und Aktien aus Schwellenländern).
Eine breitere Streuung senkt das Risiko einzelner Titel; das Marktrisiko bleibt. Eine Diversifikation steigert nicht automatisch die Rendite, und Verluste bleiben möglich.
Diversifikation ist abhängig vom Kapitaleinsatz
Je geringer die Investition, desto weniger kommt die Diversifizierung für den Investor normalerweise ins Spiel.
Mit 1’000 Franken können Sie nur in wenigen Anlageklassen direkt anlegen. ETFs und Fonds bündeln viele Titel in einem diversifizierten Portfolio und sind darum schon bei kleinen Beträgen zugänglich.
Wenn mehr als 10’000 Franken investiert werden, kann ein Verlust, je nach Ihrem finanziellen Status, ziemlich schmerzhaft sein. Wenn Sie Ihr gesamtes Geld in eine einzige Investition stecken, können Sie sich nicht auf den Kapitalerhalt verlassen und es kann schwierig werden, den Verlust durch zukünftige Renditen wieder auszugleichen. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Sie Ihr Portfolio sorgfältig planen.
Als sicherere Anlageformen gelten unter anderem Obligationen, Edelmetalle oder Immobilien. Auch sie tragen Risiken: Obligationen ein Ausfall- und Zinsrisiko, Edelmetalle Preisschwankungen, Immobilien eine Kapitalbindung.
Anlageformen und Anlagestrategie
Eine Anlagestrategie legt fest, wie das Vermögen auf Anlageklassen verteilt wird. Eine einzig richtige Strategie gibt es nicht: Die Anlageformen unterscheiden sich in Anlagehorizont, Schwankungsbreite, Kosten und Liquidität.
Gebühren bei der Geldanlage
Gebühren gehen zulasten der Rendite. Daher ist ein Vergleich der Gebühren verschiedener Anbieter wichtig. Dennoch sollten Sie immer auch die Dienstleistung beachten, die Sie für berechnete Entgelte erhalten. So kann sich etwa eine aktive Vermögensverwaltung langfristig bezahlt machen. Schliesslich haben Sie als privater Anleger in der Regel weder das Know-how noch die erforderliche Zeit, täglich fundierte Anlageentscheidungen treffen zu können.
Die wichtigsten Gebühren, die im Rahmen Ihrer Geldanlage vorkommen, sind:
- Gebühren für Kauf und Verkauf: Die meisten Finanzprodukte haben eine Transaktionsgebühr. Gebühren entstehen bei Wertpapiertransaktionen seitens der Börse und der beauftragten Bank.
- Depotgebühren: Für die Verwahrung von Wertpapieren in einem Wertpapierdepot berechnen Banken Depotgebühren. Günstiger wird es bei Online-Brokern.
- Ausgabeaufschlag bei Fonds: Der Aufschlag wird auf den Erwerb von Investmentfonds berechnet. Er kann bis zu fünf Prozent des Kaufpreises betragen.
- Verwaltungskosten: Die Verwaltungs- oder Managementgebühren werden normalerweise als jährlicher Prozentsatz berechnet. Es ist wichtig, darauf zu achten, wofür diese Gebühr anfällt und was sie beinhaltet. Bei aktiv gemanagten Fonds wird die Gebühr für das Fondsmanagement erhoben, also das Research und den professionellen Handel.
- Folgekosten: Teilweise werden für Änderungen des Anlageprodukts oder des Risikoprofils Entgelte erhoben. Achten Sie also darauf, welche möglichen Folgekosten mit einer bestimmten Anlage verbunden sind.
Frühzeitiger Start erweitert die Anlagemöglichkeiten
Beim Zinseszinseffekt werden Erträge mitverzinst. Fallen sie positiv aus, wächst das Vermögen mit der Anlagedauer überproportional; bei negativen Erträgen wirkt der Effekt umgekehrt.
Auch bei einem langen Anlagehorizont bleibt ein Verlust möglich.
Der Swiss Market Index startete am 30. Juni 1988 bei 1’500 Punkten. Sein Höchststand von 2007 wurde erst am 5. Januar 2018 übertroffen, mit 9’558 Punkten auf Schlusskursbasis (Quelle: SIX). Dazwischen lagen die Finanzkrise und weitere Kursrückgänge. Diese Beobachtung beschreibt die Vergangenheit und ist keine Gewährleistung für zukünftige Entwicklungen.
Regelmässig investieren
Die Erfahrung zeigt: Regelmässiges Investieren schlägt hektisches Handeln. Ohnehin ist es kaum möglich, für jedes Wertpapier die exakt richtigen Zeitpunkte für den Kauf oder Verkauf zu bestimmen. Sparen statt warten heisst also die Devise.
Bei Fondssparplänen zeigt zusätzlich der Cost-Average-Effekt etwa, wie vorteilhaft regelmässiges Sparen sich auswirken kann: Wenn Sie einen fixen Betrag monatlich investieren, dann wird bei niedrigen Kursen eine höhere und bei höheren Kursen eine niedrige Anzahl an Anteilen gekauft.
Geduld und Marktverlauf: Investieren lernen
Je mehr Zeit Sie bis zum Ruhestand haben, desto leichter können Sie sich in Geduld üben, um auf langfristige Erfolge zu setzen. Der Aktienmarkt hat dazu im Coronajahr 2020 ein eindrucksvolles Beispiel geliefert. Bei Ausbruch der Pandemie im Frühjahr brachen die Kapitalmärkte ein und zweistellige Kursverluste waren an der Tagesordnung. Doch bis zum Jahresende zeigte das Barometer in weiten Teilen wieder Kurse wie vor der Pandemie. Der Markt verläuft wellenförmig. Wirtschaftswachstum kann die Kurse langfristig stützen, ein Steigen der Kurse folgt daraus aber nicht zwingend.
Unrentable Lockangebote erkennen
Überhohe Renditen lassen sich grundsätzlich nur mit einem erhöhten Risiko erzielen. Vergleichen Sie daher die möglichen Renditen einer Anlageklasse mit dem Ihnen vorliegenden Angebot. Wenn beispielsweise für Festgelder mit einer bestimmten Laufzeit Renditen von zwei Prozent üblich sind, sollten Sie bei einem Angebot mit fünf Prozent Zinsen kritisch werden. Entweder das Angebot kommt von einem nicht soliden Anbieter oder die wirtschaftlichen Rahmendaten des Emittenten oder des Landes, aus dem das Angebot stammt, sind desolat.
Anlagehorizont und Lebensphase
Mit der Lebensphase verändern sich der Anlagehorizont und damit die Eigenschaften einer Anlage, auf die es ankommt. Eine feste Zuordnung von Produkten oder Aktienquoten zu einem Alter gibt es nicht.

Langer Anlagehorizont
Am Anfang des Berufslebens bleiben viele Jahre, um Kursschwankungen auszuhalten und Verluste auszugleichen. Ein Ausgleich ist nicht garantiert, und Wertpapiere schwanken auch nach Jahren noch.
Mittlerer Anlagehorizont
Je näher feststehende Ziele wie die Ablösung einer Hypothek oder ein Autokauf rücken, desto wichtiger wird die Verfügbarkeit des Kapitals. Tagesgeld ist jederzeit verfügbar, Festgeld zum Laufzeitende. Wertpapiere schwanken im Wert.
Kurzer Anlagehorizont
Je kürzer der Anlagehorizont, desto weniger Zeit bleibt, Verluste auszugleichen. Anlagen mit geringerer Schwankung sind in der Regel auch mit geringeren Ertragsaussichten verbunden.
Die Chancen im Drei-Säulen-System der Schweiz
Neben der ersten Säule für die staatliche Existenzsicherung und der zweiten Säule für die berufliche Vorsorge ist die dritte Säule der Teil, bei dem Sie die Höhe der Beiträge und die Art der Lösung weitgehend selbst wählen.
Säule 3a: Für die Einzahlungen in die private Vorsorge der Säule 3a geniessen Sie innerhalb der Höchstbeträge Steuervorteile. Die Säule 3a Vorsorge wird typischerweise mit Lösungen wie Lebensversicherungen, Vorsorgekonten und Vorsorgedepots umgesetzt. Dies ist über eine Bankstiftung oder über die Versicherungsvorsorge bei einer schweizerischen Versicherung möglich.
Säule 3b: Die Säule 3b ist die freie Vorsorge: Sie ist nicht an die Vorgaben der Säule 3a gebunden, unterliegt aber den allgemeinen steuer- und versicherungsrechtlichen Regeln. Anders als bei der Säule 3a wirken sich die Beiträge nicht direkt steuerlich aus. Im Gegensatz zu den aus der Säule 3a stammenden Renten, die völlig versteuert werden, werden die Renten der freien Altersvorsorge 3b seit 2025 nur noch mit einem reduzierten, zinsabhängigen Ertragsanteil besteuert (zuvor pauschal 40 Prozent).
Lesetipp: Das 3-Säulen-Prinzip der Schweiz

Häufige Fragen (FAQ)
Was ist unter dem Begriff «magisches Dreieck» zu verstehen?
Das magische Dreieck veranschaulicht die Balance zwischen den drei Investitionszielen Sicherheit, Ertrag und Verfügbarkeit. Die drei Anlageziele hängen voneinander ab und verhalten sich zueinander in einer bestimmten Relation.
Es gibt keine Anlageform, die alle drei Wünsche erfüllt. Sie müssen abwägen, welche Faktoren am meisten Bedeutung für Sie haben.
Bei welcher Geldanlage erhalte ich die beste Rendite?
Wenn auch leider der Blick in die Zukunft selbst den besten Fachleuten verwehrt ist, bleibt ein Blick in die Vergangenheit. Aktien bieten ein höheres Renditepotenzial als Obligationen oder Sparkonten, aber auch ein erhöhtes Risiko.
Sie müssen bei einer Investition in Aktien kurzfristige Verluste hinnehmen. Historisch haben Aktien über lange Zeiträume in der Regel höhere Erträge erzielt als Obligationen und Sparkonten, bei deutlich grösseren Schwankungen. Diese Beobachtung beschreibt die Vergangenheit und ist keine Zusage für künftige Erträge.
Welche grundsätzlichen Fehler sollten beim Geld anlegen vermieden werden?
- Timing und Marktanalyse ersetzt regelmässiges Geld anlegen: Regelmässiges Anlegen verteilt den Einstiegszeitpunkt über die Zeit.
- Alles auf eine Karte setzen: Denken Sie sowohl beim Ansparen als auch beim Anlegen an Diversifikation.
- Hohe Kosten akzeptieren: Die Digitalisierung hat zu interessanten und gleichzeitig kostengünstigen Angeboten geführt.
- Performance aus der Vergangenheit hochrechnen: Märkte können sich ändern.
- Ständiges Kaufen und Verkaufen: Bleiben Sie Ihrer Strategie treu und zahlen Sie nicht unnötige Gebühren für häufige Wechsel.
Welche Rolle spielt die Inflation bei der Geldanlage?
Die durchschnittliche Rendite von Geldanlagen sollte über der Inflationsrate liegen. Liegt die Rendite darunter, sinkt die Kaufkraft des Vermögens.
Wie hoch sollte bei der Geldanlage der Anteil an Liquidität sein?
Die liquiden Anlagen sollten eine Reserve für Aufwendungen sein, die nicht aus den regelmässigen Einkünften aufgebracht werden können. Eine feste Quote gibt es nicht.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.