Zinsen in der Schweiz 2026: Leitzins, Sparzinsen und Hypotheken im Überblick
Wie stehen die Zinsen in der Schweiz Ende September 2026? Die SNB belässt den Leitzins bei 0 Prozent, EZB und Fed haben erhöht. Dieser Beitrag ordnet Sparzinsen, Hypothekarzinsen und die Einflussfaktoren ein.
Der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) liegt bei 0 Prozent, am 24. September 2026 hat die SNB ihn bestätigt. EZB und Fed haben ihre Leitzinsen im September angehoben, der Abstand zur Schweiz ist damit grösser geworden. Spareinlagen bringen im Mittel 0,07 Prozent, die höchsten Angebote 0,6 bis 1 Prozent. Eine zehnjährige Festhypothek kostete im Juli 2026 im Mittel 2,05 Prozent.
Die Zinsen in der Schweiz berühren nahezu alle: Sparerinnen und Sparer, Anlegerinnen und Anleger, Kreditnehmer sowie die gesamte Wirtschaft. Den Takt gibt dabei der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank vor, der seit Juni 2025 bei 0 Prozent steht. Auch wenn die Schweiz in den vergangenen Jahren einen Anstieg der Inflation verzeichnete, fielen Teuerung und Zinsniveau hier deutlich moderater aus als in den USA oder im Euro-Raum.
Dieser Beitrag ordnet die aktuellen Zinsen in der Schweiz ein, erklärt die wesentlichen Einflussfaktoren und zeigt, worauf Anlegerinnen, Anleger sowie potenzielle Immobilienkäufer achten können. Jede Zahl trägt ihr eigenes Stichdatum, die jüngsten stammen vom 30. September 2026. Das Zinsumfeld kann sich rasch ändern.
Das Wichtigste in Kürze
- Den Leitzins in der Schweiz legt die Schweizerische Nationalbank (SNB) fest. Seit Juni 2025 liegt er bei 0 Prozent, am 24. September 2026 hat die SNB ihn bestätigt.
- Die Zinsen in der Schweiz sind im weltweiten Vergleich niedrig.
- Sparkonten bringen im Mittel kaum Zins, die höchsten Angebote liegen deutlich darüber. Bei tiefen Zinsen kann der reale Wert eines Sparguthabens durch die Inflation sinken.
- Eine Festhypothek kostete im Juli 2026 im Mittel 1,78 Prozent für fünf und 2,05 Prozent für zehn Jahre.
- Unabhängig vom Zinsniveau verteilt Diversifikation die Risiken in der privaten Vermögensplanung.

Wie hoch sind die Zinsen in der Schweiz aktuell?
Die Zinskonditionen berühren in der Schweiz nahezu alle Teile der Gesellschaft. Dabei sind es jeweils spezifische Zinssätze, die je nach Bedarf entscheidend sind.
Grundsätzlich gibt es vier Hauptarten von Zinssätzen:
1. Leitzinsen: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt den Leitzins in der Schweiz fest. Sichtguthaben der Banken bei der SNB werden bis zu einer bestimmten Limite zum Leitzins verzinst, darüber mit einem Abschlag von 0,25 Prozentpunkten. An ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 24. September 2026 hat die SNB den Leitzins bei 0 Prozent belassen (Quelle: Schweizerische Nationalbank).
Ein Referenzzinssatz ist ebenso der SARON (Swiss Average Rate Overnight), welcher den LIBOR als bis 2021 wesentlichen Referenzzinssatz abgelöst hat. Er wird täglich berechnet und basiert auf dem durchschnittlichen Zinssatz der von Finanzinstituten in der Schweiz getätigten Geldmarktgeschäfte. Der SARON dient als Referenzzinssatz für zahlreiche Schweizer Finanzprodukte und wird von der SIX (Swiss Exchange) berechnet und veröffentlicht. Er bewegt sich nahe am Leitzins und lag am 29. September 2026 bei −0,04 Prozent (Quelle: SNB, Angaben der SIX).
2. Geldmarktzinsen: Hierunter fallen die Marktzinsen für kurzfristige Gelder mit Laufzeiten bis zu zwölf Monaten.
3. Kapitalmarktzinsen: In diesem Bereich fallen die Marktzinsen mit Laufzeiten über zwölf Monaten und bis zu 30 Jahren oder mehr. Eine zehnjährige Anleihe der Eidgenossenschaft rentierte am 30. September 2026 mit 0,586 Prozent (Quelle: SNB).
4. Hypothekarzinsen: Diese Zinsen unterliegen einer ähnlichen Entwicklung wie Geldmarktzinsen oder Kapitalmarktzinsen. Allerdings sind die Konditionen von weiteren Faktoren abhängig wie die Bonität der Kundin oder des Kunden, die Geschäftspolitik der jeweiligen Bank sowie deren Refinanzierungsmöglichkeiten.
In den folgenden Kapiteln erhalten Sie eine jeweils kurze Erklärung der wesentlichen Zinsprodukte sowie Kreditformen mit den entsprechenden Zinssätzen in der Schweiz.
Was bekomme ich aktuell an Sparzinsen?
Wie der Name bereits suggeriert, dient ein Sparkonto dem Ansparen von Kapital oder als Reserve. Es ist also insbesondere für die kurzfristige Geldanlage geeignet. Die Sparzinsen in der Schweiz variieren je nach Bank und Art des Sparkontos. Im Mittel zahlen die Banken auf dem Sparkonto kaum Zins. Ähnlich tiefe Zinsen bieten die Freizügigkeitsstiftungen auf den Freizügigkeitskonten. Das Zinsniveau orientiert sich an der Entwicklung des Leitzinssatzes. Meistens werden Sparkonten von den Banken ohne Gebühren angeboten.
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Banken sind erheblich. Wie gross die Spanne ist, zeigt der Abstand zwischen Markt und Spitzenangebot: Im Mittel über alle meldepflichtigen Banken lag der Zins auf Spareinlagen im Juli 2026 bei 0,07 Prozent, der Median bei 0,05 Prozent (Quelle: SNB-Datenportal, Publizierte Zinssätze für Neugeschäfte, Stand 1. September 2026). Die höchsten Angebote lagen am 21. September 2026 bei 0,6 bis 1 Prozent, also bei einem Vielfachen des Marktmittels. Sie sind an Bedingungen geknüpft: an eine jährliche Rückzugslimite von 10’000 oder 20’000 Franken oder strikte Rückzugsregeln, teils gilt der Zins nur im ersten Jahr oder nur regional (Quelle: getrates.ch). Auf Jugendsparkonten werden oft höhere Zinsen gezahlt. Ferner locken die Banken teilweise neue Kunden mit Sonderkonditionen für Neugelder.
Schweizer Sparkonten haben im Vergleich zu Privatkonten in der Regel eingeschränktere Rückzugsbedingungen, die oft auf monatliche, halbjährliche, vierteljährliche oder jährliche Abhebungen beschränkt sind. Manche Sparer verteilen ihr Guthaben deshalb auf mehrere Konten.
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Zinsen für Kassenobligationen, Festgeldkonten und Termingeldkonten
Der Begriff Festgeld steht in der Schweiz normalerweise für Anlagen mit einem festen Zins bei Laufzeiten von bis zu einem Jahr. Im Gegensatz zu Kassenobligationen stellen sie keine Wertpapiere dar.
Bei Kassenobligationen, Festgeldkonten und Termingeldkonten erhalten Anleger für ihre Einlage innerhalb der Laufzeit garantierte Zinsen für die vereinbarte Laufzeit. Dafür können die Gelder bei diesen Anlageformen nicht vor Ablauf der Laufzeit bezogen werden. Auch die festen Zinsen für bestimmte Laufzeiten richten sich nach dem Leitzins. Im Nullzinsumfeld fallen die Konditionen für diese kurzen Laufzeiten entsprechend tief aus. Die konkreten Zinsen werden von den Schweizer Banken je nach Geschäftspolitik und Kalkulationsgrundlagen festgelegt.
Zinsen für Konsumkredite
Die effektiven Jahreszinsen für Privatkredite hängen von Anbieter und Bonität ab. Der Bund beschränkt per Gesetz die Höchstzinssätze für Konsumkredite. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement passt sie nach einer festen Formel an die Zinsentwicklung an.
Seit dem 1. Januar 2026 gelten für Konsumkredite folgende Höchstzinssätze (Quelle: Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement / Bundesverwaltung):
- Barkredite und Privatkredite: 10 Prozent
- Überziehungskredite, Kredit- und Kundenkarten: 12 Prozent
Wie hoch sind die Hypothekarzinsen aktuell?
Die Hypothekarzinsen in der Schweiz variieren je nach Art der Hypothek, Laufzeit und Anbieter.
Wesentliche Arten von Hypotheken sind:
- Festhypotheken: Diese Hypotheken haben einen festen Zinssatz für eine vereinbarte Laufzeit. Die Zinssätze für Festhypotheken variieren je nach Laufzeit. Im Mittel der Neugeschäfte kostete eine fünfjährige Festhypothek im Juli 2026 1,78 Prozent und eine zehnjährige 2,05 Prozent (Quelle: SNB-Datenportal, Publizierte Zinssätze für Neugeschäfte, Stand 1. September 2026). Ein Hypothekenvermittler nannte bei Abruf am 30. September 2026 Konditionen ab 1,51 Prozent für fünf und ab 1,60 Prozent für zehn Jahre (Quelle: MoneyPark).
- SARON-Hypotheken: Bei dieser Form einer Hypothek ist der Zinssatz an den SARON gekoppelt, zuzüglich einer individuellen Marge der Bank. Da der SARON nahe 0 Prozent liegt, bestimmt vor allem die Marge die Konditionen. Im Mittel der Neugeschäfte kostete eine SARON-Hypothek mit dreijähriger Laufzeit im Juli 2026 1,10 Prozent (Quelle: SNB-Datenportal), ein Hypothekenvermittler nannte bei Abruf am 30. September 2026 Konditionen ab 0,75 Prozent (Quelle: MoneyPark).
Die tatsächlichen Zinssätze, welche ein Kreditnehmer erhält, sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen die Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer, die Belehnungsquote der Immobilie und die allgemeinen Marktbedingungen. Die Konditionen unterscheiden sich deshalb auch zwischen den Anbietern.

Warum sind die Zinsen in der Schweiz so tief?
Die Zinssituation in der Schweiz wird von verschiedenen Einflussfaktoren geprägt, darunter wirtschaftliche, politische und marktbedingte Faktoren.
Die Einflussfaktoren auf das Zinsniveau umfassen insbesondere:
- die ausländische Zinsentwicklung,
- die Inflationsrate,
- die Konjunktur und
- die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank.
Steigende Zinsen im Ausland wirken sich auch auf die Zinsentwicklung in der Schweiz aus. Schliesslich muss die Schweiz nachhaltig für ausländische Investoren interessant bleiben.
Inflation und Deflation wirken auf den Marktzins. Bei Geldanlagen wird bei hohen Preissteigerungsraten eine Art Risikoprämie verlangt, da Anleger erwarten, die zu erwartende Preissteigerung ausgeglichen zu bekommen. Hierbei steht die Schweiz im internationalen Vergleich weiterhin gut da. Die Teuerung lag im August 2026 bei 0,8 Prozent und damit im Bereich der Preisstabilität, den die SNB bei 0 bis 2 Prozent ansetzt (Quelle: Bundesamt für Statistik, Landesindex der Konsumentenpreise, 3. September 2026). Laut SNB stieg sie seit Juni vor allem wegen höherer Energiepreise. Die SNB hält ihre Geldpolitik für angemessen, um die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten.
Die Konjunkturentwicklung hat ebenfalls Einfluss auf das allgemeine Zinsniveau. In Zeiten der Hochkonjunktur nehmen Investitionen zu und infolgedessen der Kapitalbedarf. Dadurch tendieren die Zinsen nach oben. Auf die gleiche Weise funktioniert die Auswirkung bei schwächelnder Konjunktur und fallenden Zinsen.
Die Schweizerische Nationalbank hat einen direkten Einfluss auf die Zinsen, insbesondere durch den Leitzins, der zur Steuerung der Geldpolitik und zur Beeinflussung der Wirtschaft verwendet wird.

Wie stehen die Schweizer Zinsen im internationalen Vergleich?
Im Vergleich zu den grossen Währungsräumen sind die Schweizer Zinssätze niedriger. Das tiefe Zinsniveau hat in der Schweiz eine lange Tradition und hängt eng mit der tiefen Teuerung und dem starken Franken zusammen.
Im September 2026 ist der Abstand grösser geworden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen am 10. September um 0,25 Prozentpunkte angehoben, der Einlagesatz liegt seit dem 16. September bei 2,50 Prozent (Quelle: EZB). Die US-Notenbank (Fed) hat das Zielband für den Leitzins am 16. September auf 3,75 bis 4 Prozent angehoben (Quelle: Federal Reserve). Die SNB hat ihren Leitzins am 24. September bei 0 Prozent belassen. Die konkreten Niveaus ändern sich häufig; der Abstand zur Schweiz besteht seit Jahren.
Zwar konnte sich auch die Schweiz negativen Einflüssen wie einer zwischenzeitlich erhöhten Teuerungsrate nicht ganz entziehen. Insgesamt zeigt der internationale Vergleich jedoch die vergleichsweise stabile Schweizer Wirtschaft.
Vielfältige Gründe für Zinsänderungen
Die Zentralbanken treffen ihre Entscheidungen basierend auf der Analyse von Wirtschaftsdaten und der Beurteilung der zukünftigen wirtschaftlichen Aussichten.
Eine der Hauptursachen für Zinsänderungen ist die Inflation. Wenn die Inflation steigt, kann die Zentralbank die Zinsen erhöhen, um die Geldmenge zu reduzieren und die Inflation einzudämmen.
Zinsänderungen können auch als Reaktion auf Konjunkturzyklen erfolgen. In Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs kann die Zentralbank die Zinsen erhöhen, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern. In Zeiten der wirtschaftlichen Abschwächung senken Zentralbanken die Zinsen eher, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Ferner erfolgen Zinsänderungen als Reaktion auf Wechselkursschwankungen. Wenn die Währung eines Landes zu stark wird, kann die Zentralbank die Zinsen senken, um den Zustrom ausländischen Kapitals zu begrenzen und den Wechselkurs zu stabilisieren.
Zu beachten ist ausserdem, dass sich internationale Zinsänderungen mittelbar auf die Schweiz auswirken. So wirkt die Beeinflussung des Wechselkurses auf die Exportwirtschaft. Ferner wird durch eine Erhöhung der Zinsen im Ausland möglicherweise Geld aus der Schweiz abgezogen. Und wie die Erfahrung zeigt, zieht eine Abkühlung der Wirtschaft in Europa auch die Schweiz in Mitleidenschaft.

Ein Blick auf die historische Zinsentwicklung
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat im Juni 2021 die Studie „Interest rates in Switzerland 1852-2020“ veröffentlicht. Sie untersucht die Entwicklung von Zinsen, Wechselkursen und Teuerungsraten von 1852 bis 2020.
Der Realzins ist in der Schweiz seit Jahren auf einem tiefen Niveau. Die Studie vergleicht die Situation in der Schweiz mit derjenigen ihrer wichtigsten Handelspartner in einer langfristigen Perspektive seit Mitte des 19. Jahrhunderts.
Der Schweizer Nominalzins auf Frankenobligationen (Laufzeiten ab fünf Jahre) entwickelte sich im Vergleich zu anderen Ländern anders. Insbesondere waren die Zinsen in der Schweiz bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs höher. Speziell in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg waren sie besonders hoch. In den vergangenen Jahrzehnten sind die Nominalzinsen in der Schweiz kontinuierlich gefallen, nach 2015 zeitweise sogar in den negativen Bereich. Nach der Zinswende von 2022 und 2023 folgte ab 2024 wieder eine Phase sinkender Leitzinsen, bis hin zum Nullzins ab Juni 2025.
Der reale (inflationsbereinigte) Zinssatz war bis 1930 stabil, bevor er deutlich sank. Danach blieb er bis 1980 auf einem niedrigen Niveau und stieg dann bis Mitte der 1990er-Jahre wieder an, ohne jedoch sein ursprüngliches Niveau erreicht zu haben. Schliesslich sank er wieder und befindet sich seither auf einem tiefen Niveau. Im Ausland ist die Entwicklung ähnlich, wenn auch mit einigen Unterschieden. Interessant ist die Feststellung, dass der schweizerische Realzinssatz im Vergleich zu den ausländischen Zinssätzen nach der Änderung der schweizerischen Geldpolitik im Jahr 2000 höher war.
Die demografische Entwicklung wirkt laut der Studie auf die Zinsentwicklung: Ein höherer Anteil älterer Menschen senkt den Realzins, ein höherer Anteil junger Menschen hebt ihn.

Wie wirken sich die Zinsen auf Verbraucher und Finanzmärkte aus?
Die Auswirkungen von Zinsänderungen auf Verbraucher hängen von der jeweiligen Situation ab.
- Für Hausbesitzer steigen mit den Zinsen die monatlichen Belastungen. Das bedeutet auch, dass sich weniger Menschen Immobilieneigentum leisten können. Umgekehrt entlasten tiefe Zinsen die Finanzierung.
- Sparen wird bei steigenden Zinsen attraktiver. Umgekehrt können niedrigere Zinsen weitreichende Folgen haben. So gehen etwa Altersvorsorgepläne, die auf Zinseinkünfte basieren, weniger leicht auf.
- Die Inanspruchnahme von Konsumkrediten ist abhängig vom Zinsniveau. Die Zinsen entscheiden somit indirekt über den Konsum.
Die Auswirkungen von Zinsänderungen auf die Finanzmärkte sind ebenfalls weitreichend.
- Aktien sind bei steigenden Zinsen tendenziell weniger attraktiv, da die Rendite von sicheren Anleihen lockt. Dies kann zu einem Rückgang der Aktienkurse führen. Sinken die Zinsen, werden Investitionen in Aktien oft wieder interessanter.
- Für die Anleihemärkte haben Zinsänderungen einen direkten Einfluss. Steigen die Zinsen, sinkt der Kurs bestehender Anleihen. Dies liegt daran, dass neu emittierte Anleihen mit einem höheren Zinssatz für Investoren attraktiver sind. Sinken die Zinsen, steigt der Kurs bestehender Anleihen.
- Für den Devisenmarkt haben Zinsänderungen ebenfalls einen direkten Einfluss. Steigen die Zinsen in einem Land, wird die Währung dieses Landes für Investoren tendenziell attraktiver. Dies kann zu einem Anstieg des Wechselkurses führen. Sinken die Zinsen, kann die Währung weniger attraktiv werden.
Lesetipp: Portfolio Rebalancing, warum es so wichtig ist

Was Anleger und Immobilienkäufer beachten sollten
Zinsänderungen wirken sowohl auf die Finanzierung als auch auf das Sparen.
Der Hypothekarmarkt
Festhypotheken orientieren sich an den Kapitalmarktzinsen, nicht direkt am Leitzins. Im Juli 2026 lagen sie im Mittel bei 1,78 Prozent für fünf und 2,05 Prozent für zehn Jahre, also deutlich über dem SNB-Leitzins. SARON-Hypotheken folgen dem Geldmarkt und damit dem Leitzins enger.
Für Kunden, deren Zinsbindung ausläuft, hängt die Wahl zwischen kurzer und langer Bindung von der eigenen Einschätzung des Zinsumfelds ab. Langfristige Festhypotheken bieten Planungssicherheit, kürzere Laufzeiten oder SARON-Hypotheken halten Flexibilität offen. Die Abwägung zwischen Planungssicherheit und Flexibilität ist individuell.
Anlegen und Sparen
Sparerinnen und Sparer erhalten je nach Bank sehr unterschiedliche Zinsen. Die Entwicklung der Sparzinsen folgt dem Auf und Ab des Leitzinssatzes. Im Nullzinsumfeld sollten Sparer die aktuelle Inflationsrate im Blick haben. Das bedeutet, dass der reale Wert des angelegten Geldes bei tiefen Sparzinsen sinken kann, wenn die Teuerung höher liegt als der Zins.
Wie ein Vermögen auf Anlageklassen wie Aktien, Obligationen oder ETFs verteilt ist, hängt unter anderem von der Risikoaffinität ab. Das Zinsniveau ist dabei ein Faktor unter mehreren.
Lesetipp: Anlagestrategie im Fokus: Die Macht der Einkommensstrategie

Ausblick auf die Zinslandschaft in der Schweiz
Die Zinssätze haben bedeutende Auswirkungen auf die Strategien der grossen Akteure an den Finanzmärkten, da Zinssätze und Aktien in der Regel in entgegengesetzte Richtungen tendieren. Daher beschäftigen sich Finanzfachleute laufend mit der Zinsentwicklung.
An ihrer Lagebeurteilung vom 24. September 2026 hat die SNB den Leitzins bei 0 Prozent belassen. Ihre bedingte Inflationsprognose liegt im Jahresdurchschnitt bei 0,7 Prozent für 2026 und bei 0,8 Prozent für 2027 und 2028, also im Bereich der Preisstabilität. Kurzfristig liegt sie höher als im Juni, weil Erdölprodukte teurer sind als erwartet; mittelfristig spiegelt der leichte Anstieg unter anderem die Abschwächung des Frankens. Bei Bedarf ist die SNB bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein (Quelle: Schweizerische Nationalbank).
Welche Werte die wesentlichen Einflussfaktoren künftig annehmen, ist offen. Sie umfassen die Inflationsrate, die allgemeine Wirtschaftslage, die Währungsentwicklung und die Geldpolitik der Zentralbanken. Die SNB beobachtet diese Entwicklungen laufend, um über den Leitzins zu entscheiden. Verbindliche Prognosen über die künftige Zinshöhe sind seriös nicht möglich. Einzelne Zinsprognosen sind darum eine unsichere Grundlage für Finanzierungs- und Anlageentscheide.
Häufige Fragen zu den Zinsen in der Schweiz
Wie hoch ist der Leitzins der SNB aktuell?
Der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank liegt seit dem 20. Juni 2025 bei 0 Prozent. An ihrer Lagebeurteilung vom 24. September 2026 hat die SNB ihn unverändert belassen. Ihre bedingte Inflationsprognose liegt im Bereich der Preisstabilität: 0,7 Prozent im Jahresdurchschnitt 2026, 0,8 Prozent für 2027 und 2028 (Quelle: Schweizerische Nationalbank).
Warum sind die Zinsen in der Schweiz so tief?
Die Schweiz weist traditionell eine tiefe Teuerung und einen starken Franken auf. Beides erlaubt der SNB ein tieferes Zinsniveau als etwa der EZB oder der US-Notenbank. Im August 2026 lag die Teuerung bei 0,8 Prozent (Quelle: Bundesamt für Statistik), also im Bereich der Preisstabilität, den die SNB bei 0 bis 2 Prozent ansetzt.
Wie viel Zins gibt es aktuell auf dem Sparkonto?
Im Mittel über alle meldepflichtigen Banken lag der Zins auf Spareinlagen im Juli 2026 bei 0,07 Prozent (Quelle: SNB). Die höchsten Angebote lagen am 21. September 2026 bei 0,6 bis 1 Prozent, meist mit Rückzugslimite oder nur im ersten Jahr (Quelle: getrates.ch). Die Spannweite ist gross, die Bedingungen unterscheiden sich je nach Bank stark.
Wie hoch sind die Hypothekarzinsen 2026?
Im Mittel der Neugeschäfte kostete eine fünfjährige Festhypothek im Juli 2026 1,78 Prozent, eine zehnjährige 2,05 Prozent und eine SARON-Hypothek mit dreijähriger Laufzeit 1,10 Prozent (Quelle: SNB-Datenportal). Ein Hypothekenvermittler nannte bei Abruf am 30. September 2026 Konditionen ab 1,51 Prozent für fünf und ab 1,60 Prozent für zehn Jahre (Quelle: MoneyPark). Die konkreten Konditionen hängen von Bonität, Belehnung und Anbieter ab.
Entwickeln sich die Zinsen in der Schweiz wieder nach oben?
Das lässt sich seriös nicht vorhersagen. Das künftige Zinsniveau hängt von Inflation, Konjunktur, Währung und der Geldpolitik der SNB ab. Diese Faktoren beobachtet die Nationalbank laufend; verbindliche Aussagen über die künftige Zinshöhe sind nicht möglich.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.