Altersvorsorge in der Schweiz: So funktioniert Ihre finanzielle Absicherung
Wie das Schweizer Vorsorgesystem funktioniert, warum Altersarmut trotz des hohen Durchschnittsvermögens ein reales Risiko bleibt, und mit welchen Schritten sich persönliche Vorsorgelücken schliessen lassen.
Wie viel Rente bleibt am Ende, und was fehlt bis zum gewohnten Lebensstandard? Dieser Beitrag zeigt, wie sich der Bedarf im Alter rechnen lässt, woher die Lücke kommt und welche Instrumente die drei Säulen dafür bereithalten.
Um die vorhandenen Instrumente gezielt einsetzen zu können, starten Sie am besten mit der Aufnahme Ihrer persönlichen Situation. Wenn Sie dann die Finanzierungslücken für Ihren Ruhestand erkannt haben, sind Sie in der Lage, die staatlichen Programme sowie weitere Instrumente gezielt und effizient einzusetzen.
Dieser Beitrag gibt Tipps, wie Sie Lücken in Ihrer Altersvorsorge erkennen und informiert über die wesentlichen Instrumente, mit denen Sie diese schliessen können.
Das Wichtigste in Kürze
- Schweizer gelten im internationalen Vergleich weiterhin als sehr vermögend.
- In Statistiken zur Altersarmut schneidet die Schweiz nicht besonders positiv ab.
- Das 3-Säulen-Prinzip verteilt die Vorsorge auf Staat, Arbeitgeber und Eigenvorsorge.
- Frühzeitige Finanzplanung ist die Grundlage einer fundierten Altersvorsorge.
- Im Dezember 2024 bezogen 225’900 Personen Ergänzungsleistungen zur AHV, 12,2 Prozent aller Altersrentnerinnen und -rentner (BSV).

Altersvorsorge: Bedarf im Alter realistisch kalkulieren
Die Altersvorsorge ist Teil eines langfristigen Finanzplans. Es gibt viele Faktoren zu berücksichtigen, damit Sie Ihren Bedarf für das Alter realistisch kalkulieren.
Lebenserwartung
Die Lebenserwartung hat einen direkten Einfluss auf den Bedarf an Altersvorsorge. Je länger man lebt, desto grösser ist der Bedarf an finanzieller Unterstützung im Alter. Die Lebenserwartung bei Geburt liegt bei 82,7 Jahren für Männer und 86,3 Jahren für Frauen (BFS, Stand 2025). Für die Vorsorge zählt aber eine andere Zahl: Wer das Rentenalter erreicht, hat im Mittel länger vor sich, als der Wert bei Geburt vermuten lässt, nämlich 20,7 weitere Jahre für Männer und 23,2 für Frauen.
Einkommen
Je höher das Einkommen und je stabiler es heute ist, desto grösser ist der Bedarf an Altersvorsorge. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, welches Einkommen Sie im Alter benötigen und wie viel Geld Sie benötigen, um dieses auf Dauer sicherzustellen.
Ausgaben
Die Kosten für Wohnen, Versicherungen und andere Ausgaben können im Alter steigen oder sinken. Daher muss man den Bedarf an Altersvorsorge entsprechend planen. Es ist wichtig, herauszufinden, welche Ausgaben im Alter entstehen werden und ob diese vom vorhandenen Einkommen abgedeckt werden können oder ob man zusätzliches Geld sparen muss.
Budget
Es ist empfehlenswert, dass Sie Ihr Haushaltsbudget für den Ruhestand erstellen, um zu bestimmen, welchen Anteil das Einkommen aus den Einrichtungen AHV und Pensionskasse abdeckt.
Ein Teil der Kosten entfällt, weil berufsbedingte Ausgaben und Fahrtkosten wegfallen. Zudem sinken oder entfallen möglicherweise monatliche Raten für eine Hypothek auf eine Eigentumswohnung oder ein Haus. Auch das Sparen für die private Vorsorge ist beendet.
Häufig besteht keine Notwendigkeit mehr, Geld für den Unterhalt von Kindern im Ausbildungs- oder Studienalter auszugeben, da sie jetzt selbstständig sind. Gleichzeitig können aber auch neue Ausgaben auftreten, weil Sie mehr freie Zeit haben oder Reisen machen möchten oder ärztliche Behandlungen bezahlen müssen. Im Ruhestand wird üblicherweise weniger Geld benötigt als während des Berufslebens: Die 80-Prozent-Regel wird deshalb häufig angewendet.
Für die Budgetplanung sollten Sie zusammenfassend folgende Ausgaben beachten:
- Wohnsituation: Wohnen Sie im Eigentum, so sind die Bewirtschaftungskosten einzuplanen. Daneben muss eine Investitionsrücklage für Reparaturen oder Modernisierungen vorhanden sein. Leben Sie zur Miete, müssen Sie neben der aktuellen Miete auch von zukünftigen Mieterhöhungen ausgehen.
- Lebenshaltungskosten: Dazu zählen Ausgaben für Ernährung, Kleidung, Austausch und Anschaffung von Elektrogeräten sowie Kommunikationstechnik.
- Mobilität: Kosten für Anschaffung und Unterhaltung eines Autos sowie Aufwendungen für den öffentlichen Verkehr.
- Reisen: Viele freuen sich auf die Zeit nach der Pensionierung, um häufiger zu verreisen. Dazu müssen die finanziellen Mittel rechtzeitig angespart werden.
- Kreditverpflichtungen: Werden alle Kredite bis zum Ruhestand getilgt sein oder müssen noch verbleibende Raten eingeplant werden?
- Steuern: Bei der Aufstellung des Budgets darf auch die Position Einkommenssteuer nicht fehlen.
- Gesundheit: Wie umfangreich sind Sie krankenversichert? Die Gesundheitskosten steigen mit dem Alter, und nicht alle davon deckt die Krankenversicherung.
- Erben: Haben Sie den Wunsch, Ihren Kindern ein Erbe zu hinterlassen?
Lesetipp: Finanzberatung für Frauen

Altersarmut in der Schweiz: Informieren und vermeiden
Wer vor dem regulären Rentenalter aufhört, bekommt lebenslang eine gekürzte Rente. Die dritte Säule federt das ab, wird aber nicht von allen genutzt: In der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 2019 gaben rund 56 Prozent der befragten 25- bis 64-/65-Jährigen an, regelmässig in die Säule 3a einzuzahlen (BFS).
Realität Altersarmut
Es ist unbestreitbar, dass die Schweiz ein wohlhabendes Land ist, in dem viele Menschen über genügend finanzielle Mittel verfügen. Laut dem «Global Wealth Report» (seit 2023 von UBS herausgegeben, zuvor Credit Suisse) zählt die Schweiz beim durchschnittlichen Vermögen pro erwachsene Person zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Die Vermögen der Schweizer sind in den vergangenen Jahrzehnten weiter gestiegen, wenn auch in abgeschwächter Form.
Trotzdem reicht die Rente nicht überall. Im Dezember 2024 bezogen 225’900 Personen Ergänzungsleistungen zur AHV, um ihren Existenzbedarf zu decken. Das sind 12,2 Prozent aller Altersrentnerinnen und -rentner, und der Anteil steigt mit dem Alter: bei den 65-Jährigen sind es 9,3 Prozent, bei den 95-Jährigen 23,7 Prozent (BSV, Statistik der Ergänzungsleistungen 2024). Das ist die messbare Seite der Altersarmut.
Fundierte Altersvorsorge beginnt mit der Analyse der persönlichen Situation
Bevor Sie sich intensiv mit den Instrumenten der Altersvorsorge beschäftigen, geht es um eine Bestandsaufnahme.
Dazu dienen die folgenden Fragen:
- Welches Vermögen habe ich bereits heute neben den Ansprüchen aus der staatlichen und beruflichen Altersversorgung? Hierzu zählen insbesondere ein ganz oder teilweise entschuldetes Eigenheim, Kapitallebensversicherungen, Wertschriftendepots und weitere Vermögensbausteine, die bereits für die Zeit nach der Pensionierung eingeplant wurden.
- Welche Zahlungsströme (wie Renten oder Kapitaleinkünfte) kann ich mit dem bestehenden Vermögen erzielen?
- Wie viel Kapital wird für meine weitere Lebensplanung im Alter benötigt (Geplante Investitionen für Sie selbst oder gegebenenfalls für Ihre Kinder)?
- Kann ich mit einem Erbe rechnen?
- Welche Zeit verbleibt mir bis zum geplanten Renteneintritt für den erforderlichen Vermögensaufbau?
Finanzierungslücken in der Altersvorsorge erkennen
Um eine Lücke in Ihrer Vorsorge zu prüfen, stellen Sie als Erstes Ihre voraussichtliche Jahresrente zusammen. Diese teilt sich auf in die AHV-Rente (1. Säule) und die Rente aus Ihrer Pensionskasse (2. Säule). Auskünfte über Ihre AHV-Rente erteilt die kantonale Ausgleichskasse. Die Versorgungsansprüche Ihrer Pensionskasse können Sie Ihrem Vorsorgeausweis entnehmen.
Häufige Ursachen von Versorgungslücken sind:
- Beitragslücken: Zu Vorsorgelücken kommt es häufig durch Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit, etwa bei Kinderpausen, Weiterbildungen oder Auslandsaufenthalten.
- Teilzeit: Arbeiten Sie in Teilzeit, wird es weniger Geld für Ihre Altersrente geben, da Sie weniger in die Pensionskasse einzahlen und ein niedrigeres Durchschnittseinkommen haben. Auch die AHV-Rente wird aufgrund der durchschnittlich geringeren Einkünfte niedriger ausfallen als bei einer Vollzeitstelle.
- Hohes Einkommen: Es mag zunächst widersprüchlich klingen, jedoch ist es eine Tatsache, dass hohe Einkommen zu Vorsorgelücken führen. Je grösser das Bruttoeinkommen ist, desto geringer ist die Abdeckung durch die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen aus der ersten und zweiten Säule.
- Senkung Umwandlungssatz: Ihr Altersrentenanspruch beruht auf Ihrem Guthaben in der Pensionskasse und dem Umwandlungssatz. Leider nimmt dieser Satz momentan ab, sodass die Rente aus der zweiten Säule niedriger ist als noch vor Jahren erwartet.
- Frühpensionierung: Erwerbstätige, die früher in Pension gehen, zahlen weniger ein. Dadurch fällt die Rente entsprechend geringer aus.

Altersvorsorge in der Schweiz: das 3-Säulen-Prinzip
Das Vorsorgesystem der Schweiz besteht aus drei tragenden Elementen: der staatlichen, der beruflichen sowie der privaten Vorsorge.
Die erste Säule widmet sich dem existenziellen Bedarf im Alter, bei Erwerbsunfähigkeit und nach dem Tod des Versicherten. Die zweite Säule soll Ihnen helfen, Ihren gewohnten Lebensstandard fortzusetzen. AHV und Pensionskasse können diese Erwartung jedoch nur begrenzt erfüllen. Die dritte Säule schliesst die Lücke zwischen den Leistungserbringern der ersten und zweiten Säulenelemente sowie Ihrem finanziell benötigten Bedarf.
Die erste Säule
Der Staat sorgt mit den Leistungen der ersten Säule für eine bescheidene Existenzgrundlage. Also die Lebenshaltungskosten im Alter, bei Erwerbsunfähigkeit sowie für Hinterbliebene im Todesfall. Mit Stand 2026 bedeutet dies maximal CHF 2’520 für eine einzelne Person sowie CHF 3’780 für Ehepaare. Noch geringer fällt die Rente für die Hinterbliebenen aus. Hier werden maximal CHF 2’016 Witwen- bzw. Witwerrente gezahlt.
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)
Die AHV trägt dazu bei, den Lebensunterhalt im Ruhestand zu gewährleisten. Sollte der Versicherte versterben, erhalten seine hinterlassenen Familienmitglieder in der Regel eine Witwen- oder Witwerrente bzw. eine Waisenrente. Die Höhe der Rente ist abhängig von der Höhe der Beiträge sowie der Beitragsdauer.
Invalidenversicherung (IV)
Die erste Priorität der Invalidenversicherung ist es, Menschen, die durch Krankheit oder Unfall zu einem Invaliden wurden, wieder in den Alltag einzugliedern. Wenn sie jedoch nicht mehr arbeiten können oder nur noch teilweise arbeiten, gewährt die Invalidenversicherung eine Rente zur Gewährleistung des Lebensunterhalts.
Wichtig: Eine volle Rente setzt voraus, dass zwischen dem 20. Altersjahr und dem Rentenalter ohne Unterbrechung AHV-Beiträge einbezahlt worden sind. Das bedeutet, dass jedes Jahr ohne Beiträge eine Kürzung der Rente nach sich zieht.
Die zweite Säule
Die sogenannte berufliche Vorsorge soll es Ihnen zusammen mit der ersten Säule ermöglichen, im Alter oder bei Invalidität den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten, sowie im Todesfall den Hinterbliebenen eine Rente zukommen zu lassen. Die Höhe Ihrer Rente wird durch die Beiträge bestimmt, die Sie während Ihres Erwerbslebens eingezahlt haben.
Mit den Leistungen der zweiten Säule sichern Sie, zusammen mit der AHV, etwa 60 bis 75 Prozent des letzten Einkommens ab. Dies gilt allerdings lediglich bis zu einem Jahreseinkommen von CHF 90’720 (Stand 2026). Verdienen Sie mehr oder sind Sie selbstständig, ist eine zusätzliche Absicherung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge erforderlich.
Die Rentenleistungen der zweiten Säule werden für künftige Generationen wohl abnehmen. Schliesslich ist die Lebenserwartung gestiegen und die Zinsen sind gesunken. Die private Vorsorge gewinnt dadurch an Gewicht.
Wichtig: Ein geringer Lohn bedeutet unmittelbar auch reduzierte Leistungen. Ausserdem bleiben Sie bei den meisten Pensionskassen nur versichert, wenn Ihr Lohn den Mindestbetrag von CHF 22’680 übersteigt (Stand 2026). Sofern Sie beabsichtigen, vorzeitig in Pension zu gehen, können Sie die tieferen Altersleistungen durch gezielte Einkäufe in die zweite Säule ausgleichen.
Die dritte Säule
Die erste und zweite Säule tragen dazu bei, im Rahmen der Altersvorsorge ca. 60 bis 75 Prozent des letzten Einkommens abzudecken. Die Differenz können Sie mit der dritten Säule schliessen, sodass der gewohnte Lebensstandard im Alter, nach der Pensionierung, aufrechterhalten werden kann.
Zusätzlich bietet diese Säule den Vorteil, dass der Bund und die Kantone die Vorsorge steuerlich fördern.
Die dritte Säule ermöglicht Ihnen, ein zusätzliches Kapital für die Altersvorsorge zu bilden. Dies ist eine freiwillige, individuelle Vorsorge. Unterteilt wird die private Vorsorge in die Säule 3a (gebundene Vorsorge) und Säule 3b (freie Vorsorge).
- Die Säule 3a (gebundene Vorsorge) bietet grosse steuerliche Vorteile: Einzahlungen können bis zum gesetzlichen jährlichen Höchstbetrag vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, wodurch Sie erheblich Steuern sparen. Für 2026 ist dieser 7’258 Franken mit Pensionskasse und 36’288 Franken ohne Pensionskasse, dort höchstens 20 Prozent des Erwerbseinkommens. Um in die Säule 3a einzahlen zu können, ist es allerdings erforderlich, dass Sie ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen haben.
- Die Säule 3b (freie Vorsorge) beinhaltet die Vermögenswerte, welche nicht bereits in der ersten, der zweiten und der Säule 3a gebunden sind. Die Säule 3b umfasst klassische Sparkonten und das Investieren für unterschiedliche Ziele, etwa für ein neues Auto und natürlich auch fürs Alter. Neben Zinskonten zählen Wertschriftenlösungen zu den typischen Anlageinstrumenten.

Weitere Instrumente der Altersvorsorge
Für die Planung Ihrer persönlichen Altersvorsorge macht sich ein Grundverständnis für die Themen Finanzanlagen und Anlageklassen bezahlt.
Nachstehend daher als kurzer Überblick und eine Einordnung verschiedener Formen der Kapitalanlage und damit auch der Altersvorsorge.
Immobilien
Eine Immobilie bindet Kapital langfristig und setzt freies Vermögen voraus.
Der Erwerb eines selbst genutzten Eigenheims zählt übrigens zu den Sonderfällen, in denen Gelder aus der Säule 3a vorbezogen werden können.
Wichtig: Kapital, das in einer Immobilie steckt, steht für laufende Ausgaben nicht zur Verfügung. Wer im Ruhestand auf Liquidität angewiesen ist, muss sie aus anderen Quellen decken.
Immobilien bescheren Ihnen nach dem Erwerb Geldrückflüsse in Form von Mieteinnahmen oder durch Gewinne beim Verkauf des Objekts zu einem höheren Preis, als Sie ursprünglich bezahlt haben. Ferner können die steuerlichen Vorteile von Immobilieninvestitionen den Gewinn optimieren. Zu den Risiken zählen insbesondere Mietausfälle sowie die Reparatur- und Instandhaltungskosten.
Sparkonten
Der Vorteil von reinen Zinskonten ist vordergründig die Sicherheit. Aus Angst vor Kursschwankungen legen viele Menschen trotz niedriger Zinsen ihr Geld bevorzugt auf Sparkonten, Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten an. Liegt die Verzinsung unter der Teuerung, verliert das Guthaben real an Wert. Auch innerhalb der dritten Säule der Schweizer Altersvorsorge schlummern viele Guthaben auf Zinskonten.
Ein Zinskonto trägt kein Kursrisiko. Dafür zehrt schon eine geringe Teuerung an der Kaufkraft, und beim langfristigen Vermögensaufbau fällt das ins Gewicht. Für kurzfristig verfügbare Reserven ist das Konto die passende Form; welche Rolle es im übrigen Vermögen spielt, hängt vom Anlagehorizont und von der Risikofähigkeit ab.
Lebensversicherung
Während Lebensversicherungspolicen früher zu den klassischen Instrumenten der Altersvorsorge zählten, ist das Finanzprodukt infolge der Niedrigzinsphase unter Druck geraten. Dies gilt sowohl bei den staatlich geförderten Programmen als auch für die freie Vorsorge. Todesfall- und Invaliditätsschutz lassen sich auch getrennt vom Sparen abbilden, also als reine Risikoversicherung ohne Sparanteil. Einige Versicherer bieten daher neben der reinen Risikoabsicherung auch Fondspolicen an. Hier wird der Sparanteil in Fondsanteilen investiert.
Aktien
Die Coronazeit, niedrige Zinsen und mangelnde Anlagealternativen haben den sogenannten Neobrokern zahlreiche, vor allem junge, neue Kunden beschert. Das gestiegene Interesse am Aktienmarkt ist grundsätzlich erfreulich. Die Investition in Einzeltitel ist allerdings mit einem hohen Emittentenrisiko verbunden. Ebenso erfordert das Trading entsprechenden Sachverstand und zeitlichen Aufwand. Wer dies einsetzen kann und möchte, kann den Teil seines Vermögens in einzelne Aktien investieren, auf den er nicht angewiesen ist.
Fonds und Fondssparpläne
Mit Fonds nutzen Sie ebenso die Renditechance am Aktienmarkt oder anderen Finanzmärkten. Wesentlicher Vorteil: Der Fonds investiert Ihr Geld gleich in eine Vielzahl von unterschiedlichen Titeln. Damit verteilt sich das eingesetzte Kapital auf viele Titel, das Risiko einzelner Titel sinkt. Das Marktrisiko bleibt bestehen.
Um regelmässig Kapital aufzubauen, etwa zur Altersvorsorge, bieten sich Fondssparpläne mit regelmässigen monatlichen Beiträgen an. Diese finden Sie auch bei den angebotenen Finanzinstrumenten der dritten Säule.
Wichtig: Der verbleibende Zeitraum bis zur Pensionierung bestimmt, wie viel Spielraum ein Portfolio für Schwankungen hat. Je kürzer er ist, desto weniger Zeit bleibt, um vorübergehende Kurseinbrüche auszusitzen. Eine Garantie, dass sich ein Rückgang innerhalb einer bestimmten Frist ausgleicht, gibt es nicht.
Edelmetalle (Gold, Silber)
Der Goldpreis markierte am 28. Januar 2026 ein Allzeithoch von 5’589 US-Dollar je Feinunze und lag seither deutlich darunter.
Edelmetalle sind in Krisenzeiten besonders nachgefragt, was den Preis nach oben treibt. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass diese für eine Altersvorsorge besonders geeignet wären. Das zeigen die Preisschwankungen der letzten Jahre, in beide Richtungen.
Sonstiges (Kryptowährungen, Crowdinvesting)
Kryptowährungen und Investitionen in Crowdinvesting sollen an dieser stellvertretend für hochspekulative Kapitalanlage stehen.
Beim Crowdinvesting geht es darum, als nachrangiger Gläubiger Kapital zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet: Im Falle einer Insolvenz des Projekts werden zunächst alle anderen Gläubiger bedient.
Kryptowährungen geniessen keinen Einlagenschutz und der Wert hängt stark davon ab, wie viel Nachfrage gerade besteht. Weitere Verlustrisiken bestehen durch das mögliche Schliessen von Tauschbörsen oder wenn Länder den Handel untersagen.
Im Rahmen eines langfristigen Vermögensaufbaus spielen die beschriebenen spekulativen Anlagen wegen der geschilderten Risiken keine grosse Rolle.

So gelingt die private Altersvorsorge
Trotz des im internationalen Vergleich hohen Durchschnittsvermögens ist ein Teil der Rentnerinnen und Rentner auf Ergänzungsleistungen angewiesen. Obwohl in der Schweiz ordentliche Erwerbseinkommen erzielt werden, sind viele Pensionäre von Altersarmut betroffen. Damit Sie sich auf Ihre Zeit im Alter freuen und Ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten können, sollten Sie sich rechtzeitig informieren und die eigenen finanziellen Ziele festlegen. Wie das geht, steht in Private Finanzplanung, so erreichen Sie Ihre individuellen Ziele.
Wer die Verwaltung abgibt, findet dafür verschiedene Formen, von der punktuellen Begleitung bis zum Vermögensverwaltungsmandat. Sie unterscheiden sich in Mindestvermögen, Kostenstruktur und Entscheidungsbefugnis.
Wichtige Punkte, die Sie in Bezug auf Ihre Altersvorsorge beachten sollten:
- Sofort starten: Der medizinische Fortschritt hat dafür gesorgt, dass wir immer älter werden dürfen. Das heisst allerdings auch: Die Altersvorsorge muss länger ausreichen. Wer früh beginnt, kann mit überschaubaren Beträgen viel erreichen und in der Haupterwerbszeit Steuervorteile nutzen.
- Staatliche Programme umfänglich nutzen: Umfänglich bedeutet hierbei die Ausnutzung der Maximalbeträge. Der Abzug wirkt im Jahr der Einzahlung; die Steuervorteile fallen also unabhängig davon an, wie sich die Anlage entwickelt.
- Zeitpunkt der Pensionierung planen: Der Wunsch nach einer Frühpensionierung nimmt bei den Schweizern bei steigendem Bildungsgrad und höherem Einkommen zu. Wenn auch Sie Ihren Renteneintritt selbst bestimmen wollen, berücksichtigen Sie dabei auch mögliche Vorsorgelücken bei hohen Einkommen und die Abschläge auf eine vorzeitige Rente.
- Budgetplanung einschliesslich Freizeitaktivitäten: Auf die Zeit nach der Pensionierung wollen Sie sich zurecht freuen. Dazu gehört die Gewissheit, dass auch im Alter die finanziellen Mittel für die Aktivitäten vorhanden sind, denen Sie dann nachgehen wollen. Denken Sie also an Kapital für Reisen, Hobbys und sonstige Wünsche.
- Kosten vergleichen: Die Gebühren unterscheiden sich zwischen Anbietern deutlich und wirken über Jahrzehnte auf das Endkapital. Ein Blick auf die Gesamtkostenquote gehört vor jeden Abschluss.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.