Zum Inhalt springen

Inflation in der Schweiz: Definition, Entwicklung, Folgen

Blog
von Jonas Bächinger

Wie das Bundesamt für Statistik die Teuerung misst, welche Phasen hoher Teuerung es seit 1914 gab und was Teuerung für Ersparnisse, Obligationen, Aktien und Immobilien bedeutet. Mit Zahlen von BFS, Eurostat und SNB, Stand September 2026.

Im August 2026 lagen die Konsumentenpreise in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik 0.8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Im Jahr 2022 hatte die Jahresteuerung 2.8 Prozent betragen, 2025 waren es 0.2 Prozent.

Inflation ist der anhaltende Anstieg des allgemeinen Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen. Bei 1 Prozent Teuerung kauft ein Franken rund 1 Prozent weniger. In der Schweiz misst das Bundesamt für Statistik (BFS) die Teuerung jeden Monat mit dem Landesindex der Konsumentenpreise (LIK). Die Schweizerische Nationalbank (SNB) setzt Preisstabilität mit einem Anstieg des LIK von weniger als 2 Prozent pro Jahr gleich, anhaltend sinkende Preise verfehlen das Ziel ebenfalls.

Das Wichtigste in Kürze

  • Teuerung August 2026: Der LIK lag 0.8 Prozent über dem Vorjahresmonat (BFS, 3. September 2026).
  • Jahresteuerung: 2.8 Prozent im Jahr 2022, 2.1 Prozent 2023, 1.1 Prozent 2024 und 0.2 Prozent 2025 (BFS).
  • Preisstabilität: Die SNB spricht von Preisstabilität, wenn der LIK um weniger als 2 Prozent pro Jahr steigt. Ein anhaltender Rückgang des Preisniveaus verletzt das Ziel ebenfalls (SNB).
  • Leitzins: Am 24. September 2026 beliess die SNB den Leitzins bei 0 Prozent (SNB).
  • Vergleich: Nach dem harmonisierten Index lag die Teuerung im August 2026 in der Schweiz bei 0.9 Prozent, im Euroraum bei 3.2 Prozent (Eurostat).

https://www.youtube.com/watch?v=HQ-Kg_xgdhE

Inflation einfach erklärt

Steigt das Preisniveau, verliert das Geld an Kaufkraft. Wer heute 100 Franken hat, kann damit nach einem Jahr mit 2 Prozent Teuerung nur noch Waren im Wert von rund 98 heutigen Franken kaufen.

Wie misst die Schweiz die Inflation?

Das BFS erhebt jeden Monat die Preise eines Warenkorbs, der die Konsumausgaben der Schweizer Haushalte abbildet, von der Wohnungsmiete über Lebensmittel bis zur Motorfahrzeugversicherung. Jede Position ist nach ihrem Anteil an den Ausgaben gewichtet: Je mehr die Haushalte für ein Gut ausgeben, desto stärker zählt sein Preis.

Mit «Teuerung» ist oft die durchschnittliche Jahresteuerung gemeint, also der Vergleich der zwölf Monate eines Jahres mit den zwölf Monaten des Vorjahres. Jeden Monat meldet das BFS zudem die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für den internationalen Vergleich

Für den Vergleich mit Europa berechnet das BFS zusätzlich den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) nach den Regeln der Europäischen Union. LIK und HVPI sind unterschiedlich aufgebaut, ihre Werte weichen leicht voneinander ab. Im August 2026 lag die Schweizer Teuerung nach LIK bei 0.8 Prozent, nach HVPI bei 0.9 Prozent. Ein Vergleich mit dem Euroraum setzt deshalb auf beiden Seiten den HVPI voraus.

Geldmenge, Nachfrage und Inflation

Kurzfristig kann eine grössere Geldmenge die Wirtschaft ankurbeln: Die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen steigt, weil die Menschen zunächst mehr Geld zur Verfügung haben. Wächst die Geldmenge aber stärker als die Produktion, können die Preise steigen. Eine hohe Inflation schadet, weil sie das Realeinkommen aufzehrt, wenn die Löhne nicht mithalten. Sinkt dann die Nachfrage, müssen Unternehmen Kosten sparen, oft auch beim Personal.

Die Folgen der Inflation für Konsumenten

Als Verbraucher spüren Sie die Inflation vor allem so: Für dieselbe Menge Geld bekommen Sie weniger. Kostet eine Torte vom Konditor statt dreissig Franken sechzig, hat der Franken für diese Torte die Hälfte seiner Kaufkraft verloren. Andere Begriffe dafür sind Geldentwertung oder Kaufkraftverlust.

Manchmal entsteht der Eindruck, dass etwas teurer geworden ist, ohne dass die Statistik das zeigt. Man spricht von «gefühlter Inflation». Diesen Eindruck prägen häufig gekaufte Güter wie Lebensmittel stärker als seltene, grosse Ausgaben.

Die Inflation betrifft auch Ihre Altersvorsorge. Liegt die Rendite unter der Teuerung, verliert das Altersguthaben real an Wert, auch wenn der Betrag auf dem Auszug wächst.

Lesetipp: Altersvorsorge in der Schweiz

Warum die SNB eine leichte Teuerung zulässt

Die SNB begründet ihre Definition der Preisstabilität unter anderem damit, dass sich die Teuerung nicht punktgenau steuern und messen lässt. Der LIK bildet Qualitätsverbesserungen nur unvollständig ab. Die gemessene Teuerung überzeichnet die effektive Teuerung deshalb tendenziell leicht.

Eine hohe Inflation verteilt dagegen Vermögen um. Die Inhaber von Sparkonten und von Obligationen mit festem Zins verlieren real, wenn der Zins unter der Teuerung liegt, weil ihre Guthaben dann weniger kaufen können. Schuldner mit festen Zinsen können dagegen gewinnen, siehe den Abschnitt zu Krediten.

Die Inflation in der Schweiz im internationalen Vergleich

Nach dem harmonisierten Index lag die Jahresteuerung im August 2026 laut Eurostat in der Schweiz bei 0.9 Prozent und im Euroraum bei 3.2 Prozent. Den grössten Beitrag zur Teuerung im Euroraum lieferten laut Eurostat die Dienstleistungen, knapp dahinter folgte die Energie, deren Preise 14.3 Prozent über dem Vorjahresmonat lagen.

Teuerung nach HVPI im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat (Eurostat):

  • Schweiz: 0.9 Prozent
  • Frankreich: 2.6 Prozent
  • Deutschland: 2.9 Prozent
  • Italien: 3.2 Prozent
  • Euroraum: 3.2 Prozent

Rückblick 2022: ein grosser Teil der Teuerung kam aus dem Ausland

Im Dezember 2022 lag die Teuerung in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik gegenüber dem Vorjahresmonat bei 2.8 Prozent. Nach dem harmonisierten Verbraucherpreisindex, der den Vergleich mit Europa erlaubt, waren es 2.7 Prozent, im Euroraum nach Eurostat 9.2 Prozent. Bei Inlandgütern betrug die Teuerung in der Schweiz nur 1.9 Prozent, bei Importgütern 5.8 Prozent. Ein erheblicher Teil der Teuerung war also importiert.

Warum die Teuerung in der Schweiz oft tiefer und stabiler ist

Mehrere Eigenheiten dämpfen die Teuerung in der Schweiz:

  • Starker Franken: Wertet der Franken auf, werden importierte Güter in Franken günstiger.
  • Geschützte Landwirtschaft: Zölle auf Agrarprodukte, die auch in der Schweiz hergestellt werden, schützen die hiesigen Produzenten. Schwankungen der Weltmarktpreise schlagen deshalb weniger direkt auf die Lebensmittelpreise durch.
  • Strom aus dem Inland: Ein grosser Teil des Stroms stammt aus Wasserkraft und Kernenergie im Inland. Der Strompreis hängt dadurch weniger an den Preisen für Gas und Öl.

Welche Faktoren beeinflussen die Inflation?

Selten ist ein einzelner Faktor für einen Anstieg der Inflation verantwortlich, meist kommen mehrere Umstände zusammen:

  • Geldmenge: Wächst die Geldmenge stärker als die Produktion, stehen zu viele Franken zu wenigen Gütern gegenüber, und die Preise können steigen.
  • Nachfrage: Ist die Nachfrage nach bestimmten Produkten grösser als das Angebot, steigen deren Preise.
  • Kosten: Steigen Löhne oder Materialkosten, etwa für Baumaterialien, geben Unternehmen die höheren Kosten an die Kunden weiter.
  • Abwertung: Verliert die eigene Währung an Wert, werden Exporte günstiger, importierte Produkte aber teurer.
  • Lohn-Preis-Spirale: Steigen die Löhne stark, können auch die Preise steigen, was wiederum höhere Lohnforderungen auslösen kann.
  • Politische Massnahmen: Subventionen für bestimmte Produkte können eine starke Nachfrage auslösen. Ist das Angebot knapp, steigen die Preise.

Hintergründe zum Anstieg 2021 und 2022

Mit Beginn der Coronakrise stieg im Euroraum die Nachfrage nach Grundgütern wie Mehl, Teigwaren oder Toilettenpapier. Gleichzeitig stockten die Lieferketten für Rohstoffe wie Holz oder Metall, und die Produktion wurde teurer. Die Zinsen blieben tief, um die Wirtschaft während der Lockdowns zu stützen, und die Geldmenge wuchs deutlich.

Im Frühjahr 2022 beschleunigte der Krieg in der Ukraine die Inflation aus zwei Gründen:

  • Ernte- und Exportausfälle in der Ukraine führten zu einer Verknappung von Nahrungsmitteln auf den Weltmärkten.
  • Die eingeschränkten Gaslieferungen aus Russland liessen die Energiekosten steigen und verteuerten die Produktion.

Was bedeutet Inflation für Sparer und Anleger?

Inflation verringert die Kaufkraft des Geldes. Für Ersparnisse und Anlagen zählt deshalb die Rendite nach Abzug der Teuerung, die sogenannte reale Rendite.

Die Auswirkungen der Inflation auf Sparguthaben

Liegt der Zins auf dem Sparkonto unter der Teuerung, ist der Realzins negativ: Der Betrag auf dem Konto wächst, seine Kaufkraft sinkt. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen 3 Prozent Teuerung pro Jahr: 50’000 Franken, die zwei Jahre unverzinst auf dem Konto liegen, entsprechen danach noch einer Kaufkraft von rund 47’100 heutigen Franken. Weil der Kontoauszug nur den nominalen Betrag zeigt, bleibt dieser Verlust leicht unbemerkt.

Die Auswirkungen der Inflation auf Kredite

Die Inflation verringert den realen Wert von Schulden, genauso wie den von Guthaben. Schuldner mit langfristig fixierten Zinssätzen können deshalb von einer Inflation profitieren, vor allem wenn ihre Einkommen mitsteigen. Das gilt auch für den Staat. Wer neu einen Kredit aufnimmt, zahlt dagegen oft höhere Zinsen, wenn die Nationalbank den Leitzins zur Bekämpfung der Inflation angehoben hat.

Die Auswirkungen der Inflation auf Obligationen

Steigt die Inflation, erhöhen Notenbanken meist die Zinsen. Neu ausgegebene Obligationen bieten dann höhere Coupons, und bestehende Obligationen mit tieferem Coupon verlieren an Kurswert. Sinken die Zinsen, gilt das Umgekehrte. Wie stark der Kurs reagiert, hängt vor allem von der Restlaufzeit ab: Je länger sie ist, desto grösser ist der Effekt. Obligationen mit variablem Coupon sind davon weniger betroffen, weil sich ihr Zins anpasst. Auch Obligationen guter Schuldner können so an Wert verlieren.

Die Auswirkungen der Inflation auf Aktien

Unternehmen, die höhere Kosten an ihre Kunden weitergeben können, kommen mit Inflation tendenziell besser zurecht als andere. Hersteller von Gütern des täglichen Bedarfs können das oft eher, weil ihre Kunden auf diese Güter kaum verzichten. Zyklische Branchen wie die Autoindustrie spüren dagegen oft früh, wenn höhere Zinsen die Nachfrage bremsen. Steigende Zinsen können zudem die Bewertung von Aktien insgesamt belasten. Einen verlässlichen Schutz vor Inflation bieten Aktien nicht.

Lesetipp: Säule-3a-Fonds: Wie sie funktionieren und worauf Sie achten

Die Auswirkungen der Inflation auf den Immobilienmarkt

Die tiefen Hypothekarzinsen der 2010er-Jahre haben den Kauf von Wohneigentum erleichtert und die Geldanlage in Immobilien für viele erschwinglich gemacht.

Wie stark Zinsen ins Gewicht fallen, zeigt eine einfache Rechnung: Bei einer Hypothek von 200’000 Franken bedeutet eine Zinsdifferenz von zwei Prozentpunkten einen zusätzlichen Zinsaufwand von rund 333 Franken pro Monat.

Immobilien sind Sachwerte, ihre Preise und Mieten können mit der Teuerung steigen. Sie reagieren aber auch auf Zinsen: Steigen die Zinsen, wird die Finanzierung teurer, und die Bewertungen können sinken. Wer eine einzelne Liegenschaft hält, trägt zudem ein Klumpenrisiko. Bei vermieteten Objekten schmälern steigende Unterhalts- und Finanzierungskosten den Ertrag.

Lesetipp: In der Schweiz in Immobilien investieren

Wie reagieren einzelne Anlagen auf eine hohe Inflation?

Keine Anlage schützt zuverlässig vor Inflation. Die Anlageklassen reagieren aber unterschiedlich:

  • Aktien und Aktienfonds: Die Kurse schwanken stark, auch über mehrere Jahre. Breit gestreute Fonds und ETFs verringern das Risiko einzelner Titel, nicht aber das Risiko des Gesamtmarkts.
  • Immobilien: Sie hängen stark von den Zinsen ab, siehe oben. Beim eigenen Zuhause bestimmt die Finanzierung, wie schnell ein Zinsanstieg durchschlägt: bei einer Festhypothek erst bei Ablauf der Laufzeit, bei einer variabel verzinsten Hypothek laufend.
  • Edelmetalle: Gold ist in Krisen gefragt. Ob es vor Inflation schützt, hängt stark vom betrachteten Zeitraum ab, denn sein Preis schwankt stark, und es wirft keinen laufenden Ertrag ab.
  • Inflationsindexierte Obligationen: Bei ihnen ist der Coupon oder der Rückzahlungsbetrag an einen Preisindex gekoppelt. Sie sollen die gemessene Teuerung ausgleichen. Ihr Kurs reagiert aber weiterhin auf Zinsänderungen, und wie bei jeder Obligation besteht das Risiko, dass der Schuldner nicht zahlt.
  • Konto und Geldmarkt: Eine Liquiditätsreserve verliert an Kaufkraft, wenn der Zins unter der Teuerung liegt, steht aber rasch zur Verfügung, etwa für ungeplante Ausgaben.

Kleine rosafarbene Spardose in Schweinsform vor weissem Hintergrund.

Die historische Entwicklung der Inflation in der Schweiz

Der LIK zeigt, wie stark sich Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Vormonat, dem Vorjahr oder dem Vorjahresmonat verteuert haben. Er ist ein viel beachteter Wirtschaftsindikator und dient unter anderem dazu, Mieten, Löhne und Renten an die Teuerung anzupassen.

Nach Zahlen des Bundesamts für Statistik betrug die durchschnittliche Jahresteuerung in der Schweiz:

  • 2025: 0.2 Prozent
  • 2024: 1.1 Prozent
  • 2023: 2.1 Prozent
  • 2022: 2.8 Prozent
  • 2021: 0.6 Prozent
  • 2020: -0.7 Prozent
  • 2019: 0.4 Prozent
  • 2018: 0.9 Prozent
  • 2017: 0.5 Prozent
  • 2016: -0.4 Prozent

Hohe Inflation im Ersten Weltkrieg und in den 1970er-Jahren

Im Ersten Weltkrieg führte die Mangelsituation zu einem starken Preisanstieg. 1918 lagen die Konsumentenpreise im Jahresdurchschnitt doppelt so hoch wie im Juni 1914. In den Jahren 1917 und 1918 stiegen sie jeweils um rund ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. Anfang der 1920er-Jahre sanken die Preise wieder.

Bis Januar 1973 war der Franken an den Dollar gebunden. Um den Kurs zu halten, musste die SNB Dollar kaufen. Am 23. Januar 1973 stellte sie diese Käufe im Einvernehmen mit dem Bundesrat ein. Seither ist der Franken nicht mehr an den Dollar gebunden. Damit konnte die SNB nach eigener Darstellung das Geldmengenwachstum in den Griff bekommen, eine wesentliche Voraussetzung für stabile Preise. Die Teuerung stieg zunächst weiter und erreichte im Dezember 1973 11.9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. 1976 sank die Jahresteuerung auf 1.7 Prozent.

Was erwartet die SNB?

In ihrer bedingten Inflationsprognose vom 24. September 2026 rechnet die SNB mit einer durchschnittlichen Teuerung von 0.7 Prozent für 2026 und von je 0.8 Prozent für 2027 und 2028. Die Prognose unterstellt einen Leitzins von 0 Prozent über den ganzen Zeitraum. Die SNB bezeichnet die weltwirtschaftliche Unsicherheit wegen der Lage im Nahen Osten als hoch. Nach ihrer Einschätzung könnten die Energiepreise deutlich höher ausfallen als erwartet, was die Inflation weiter erhöhen würde.

Lesetipp: Das 3-Säulen-Prinzip der Schweiz

Häufige Fragen (FAQ)

Kann die Inflation auf einzelne Bereiche separat betrachtet werden?

Ja. Das BFS weist aus, welche Güter wie stark zur Teuerung beitragen. 2025 lieferten die Wohnungsmieten den grössten Beitrag zur Jahresteuerung, die Elektrizität dämpfte sie am stärksten. Wie stark die Teuerung einen einzelnen Haushalt trifft, hängt deshalb von seinen Ausgaben ab. Das BFS bietet dafür einen Online-Rechner für die individuelle Teuerung an.

Was können Nationalbank und Staat gegen Inflation tun?

Ein zentrales Instrument der Nationalbank ist der Leitzins. Erhöht sie ihn, werden Kredite teurer, und die Nachfrage lässt nach. Die SNB kann zudem am Devisenmarkt eingreifen und so den Frankenkurs beeinflussen. Ein stärkerer Franken verbilligt importierte Güter. Der Staat kann mit Entlastungen für Haushalte oder Unternehmen die Folgen steigender Preise abfedern.

Was bedeutet «versteckte Inflation»?

Der Begriff beschreibt Preissteigerungen, die in der gemessenen Teuerung noch nicht sichtbar sind, etwa weil staatliche Massnahmen Preise vorübergehend deckeln. Fallen die Massnahmen weg, zeigt sich die Teuerung nachträglich.

Was ist unter Deflation und Stagnation zu verstehen?

Deflation ist ein anhaltender Rückgang des allgemeinen Preisniveaus, also das Gegenteil von Inflation. Nach der Definition der SNB verletzt auch Deflation das Ziel der Preisstabilität. Stagnation bezeichnet eine Phase, in der die Wirtschaft kaum oder gar nicht wächst.

Warum gilt eine Deflation als gefährlicher als eine leichte Inflation?

Rechnen Haushalte und Unternehmen mit weiter sinkenden Preisen, schieben sie Käufe und Investitionen auf. Die Nachfrage sinkt, Unternehmen verdienen weniger und bauen Stellen ab, die Arbeitslosigkeit steigt. Zudem wiegen Schulden schwerer, wenn Preise und Einkommen fallen, der Betrag der Schuld aber gleich bleibt.

Jonas Bächinger
Über den Autor

Jonas Bächinger

CIO & Co-Founder bei Everon
LinkedIn-Profil

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.

Sprechen wir über Ihr Vermögen.

Gespräch vereinbaren

Lernen wir uns kennen

Ein Family Office beginnt mit einem Gespräch.

Möchten Sie Vermögen anlegen oder neu ordnen, und in welcher Grössenordnung?