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Säule-3a-Fonds: Wie sie funktionieren und worauf Sie achten

Blog
von Florian Rümmelein
Säule-3a-Fonds: Wie sie funktionieren und worauf Sie achten

3a-Fonds verbinden die steuerbegünstigte Vorsorge mit den Chancen und Risiken der Kapitalmärkte. Wie sie funktionieren, welche Gebühren anfallen und wie Sie den passenden Fonds wählen.

Säule-3a-Fonds verbinden die steuerbegünstigte Vorsorge mit den Chancen und Risiken der Kapitalmärkte. Statt das Guthaben auf einem Zinskonto zu halten, wird es in einen Anlagefonds investiert. Das bringt über lange Zeiträume die Chance auf einen höheren Wertzuwachs, geht aber mit Wertschwankungen einher. Dieser Beitrag zeigt, wie 3a-Fonds funktionieren, welche Gebühren die Nettorendite prägen und wie Sie den passenden Fonds wählen.

Die Auswahl an Vorsorgefonds wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich. Der folgende Überblick hilft Ihnen dabei, die Unterschiede einzuordnen und die für Sie passende Lösung zu finden.

Was ist ein Säule-3a-Fonds?

Ein Säule-3a-Fonds ist eine Wertschriftenlösung innerhalb der gebundenen Vorsorge (Säule 3a). Das Vorsorgekapital wird nicht verzinst auf einem Konto gehalten, sondern in einen Anlagefonds investiert, der je nach Strategie in Aktien, Anleihen, Immobilien und weitere Anlageklassen streut. Der Wert schwankt mit den Märkten, im Gegenzug besteht über lange Zeiträume die Chance auf einen höheren Wertzuwachs als bei einem reinen Zinskonto.

Das Wichtigste in Kürze

  • 3a-Fonds investieren das Vorsorgekapital an den Kapitalmärkten statt es zu verzinsen.
  • Über lange Anlagehorizonte besteht die Chance auf mehr Wertzuwachs als beim Zinskonto, verbunden mit Wertschwankungen und ohne Garantie.
  • Im Vergleich zu Versicherungsprodukten bieten Vorsorgefonds meist mehr Flexibilität und eine transparentere Kostenstruktur.
  • Die Wahl des Fonds sollte zur persönlichen Situation passen: Anlagehorizont, Risikofähigkeit und Gesamtvermögen.
  • Gebühren beeinflussen die Nettorendite erheblich und sollten sorgfältig verglichen werden.

Welche Vorteile bieten 3a-Fonds gegenüber dem Zinskonto?

Die Zinsen auf 3a-Zinskonten sind seit Jahren tief und unterscheiden sich je nach Anbieter nur wenig. Damit lässt sich real, also nach Abzug der Teuerung, kaum Vorsorgekapital aufbauen. Wer einen langen Anlagehorizont hat, zieht deshalb eine Wertschriftenlösung in Betracht.

3a-Fonds bieten dabei mehrere Ansatzpunkte:

  • Teilhabe an der Entwicklung der Kapitalmärkte im Rahmen der Altersvorsorge.
  • Lösungen für verschiedene Risikoprofile, vom tiefen bis zum hohen Aktienanteil.
  • Streuung über verschiedene Anlageklassen (Diversifikation).
  • Möglichkeit, nachhaltige Kriterien zu berücksichtigen.
  • Auswahl zwischen aktiv und passiv verwalteten Fonds.

Wichtig bleibt: Kursgewinne der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis auf die künftige Entwicklung, und Wertschwankungen gehören zu einer Wertschriftenanlage dazu.

Worauf sollten Sie beim Vergleich von 3a-Fonds achten?

Ein Vergleich von 3a-Fonds ist nur aussagekräftig, wenn Sie Vergleichbares gegenüberstellen. Die Höhe der steuerlich abzugsfähigen Einzahlungen richtet sich nach dem gesetzlichen Maximalbetrag und danach, ob Sie einer Pensionskasse angeschlossen sind. Da es um eine langfristige Investition geht, lohnt sich beim Vergleich ein sorgfältiges Vorgehen. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Gleiche Aktienquote: Renditen lassen sich nur bei vergleichbarem Aktienanteil sinnvoll gegenüberstellen, denn höhere Ertragschancen gehen immer mit höherem Risiko einher.
  • Gleiche Zeiträume: Aktienmärkte bewegen sich permanent. Vergleiche sind nur bei identischem Stichtag und gleicher Periode aussagekräftig.
  • Lange Perioden: Ob ein aktiv verwalteter Fonds seinen Mehraufwand rechtfertigt, zeigt sich erst über lange Zeiträume, etwa zehn Jahre.
  • Keine Hochrechnung der Vergangenheit: Jeder Fonds hat ein eigenes Risiko-Ertrags-Profil, und die Marktbedingungen ändern sich. Vergangene Wertentwicklungen lassen sich nicht in die Zukunft fortschreiben. Entscheidend ist, welche Anlage zu Ihren Zielen und Ihrer Risikofähigkeit passt.
  • Gebühren einbeziehen: Die Kosten unterscheiden sich zwischen den Fonds stark und schmälern die Nettorendite. Digitale Anbieter setzen häufig auf kostengünstige Index- und Exchange-Traded-Funds (ETF).
  • Gleiche Zusammensetzung: Informieren Sie sich über die Anlageklassen. Aktien bieten meist mehr Ertragspotenzial als Anleihen oder Immobilien, schwanken aber stärker. Anleihen sind tendenziell stabiler bei geringerem Ertrag, Immobilien weniger volatil, brauchen aber oft einen längeren Horizont.
  • Anlagefokus: Ist der Fonds international oder ausschliesslich in der Schweiz investiert? Beides hat eigene Chancen- und Risikoprofile.

Wie finden Sie den Fonds, der zu Ihrer Situation passt?

Ein Fonds streut das Kapital über verschiedene Titel und Märkte und verteilt so das Anlagerisiko. Beim Vergleich richten viele Anlegerinnen und Anleger den Blick zuerst auf die Wertentwicklung. Weil es sich bei der Vorsorge aber um eine langfristige Anlage handelt, ist die entscheidende Frage, ob der Fonds zu Ihrer persönlichen Situation passt.

Anlagehorizont

Wer über einen Horizont von mindestens zehn Jahren verfügt, kann einen höheren Aktienanteil in Betracht ziehen: Über lange Zeiträume steigt die Wahrscheinlichkeit, dass zwischenzeitliche Wertverluste wieder aufgeholt werden. Bei kürzerem Horizont geben Anleihen und Immobilien mehr Stabilität.

Risikofähigkeit und Risikotoleranz

3a-Fonds gibt es mit sehr tiefem bis hohem Aktienanteil. Welcher Anteil sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Schwankungen Sie finanziell tragen können (Risikofähigkeit) und emotional aushalten (Risikotoleranz). Manche Fonds erlauben zudem thematische Schwerpunkte, etwa Gesundheit oder saubere Energie.

Verhältnis zum Gesamtvermögen

Die Vorsorge ist Teil Ihres Gesamtvermögens. Wer über weiteres Vermögen verfügt, etwa Wohneigentum oder Ansprüche aus der Pensionskasse, kann einen höheren Aktienanteil in der Säule-3a-Anlage leichter verkraften als jemand ohne solche Reserven.

Nachhaltigkeit

Nicht jeder Fonds, der als nachhaltig bezeichnet wird, ist es vollständig. Ein Fonds, der ESG-Kriterien erfüllt, sollte sein gesamtes Vermögen entsprechend anlegen. Erkundigen Sie sich beim Anbieter, nach welchen Kriterien die Portfolios zusammengesetzt sind. ESG steht für Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance); eine einheitliche Definition ist bis heute nicht abschliessend festgelegt.

Wie wählen Sie den Anbieter aus?

Ein passender Anbieter zeichnet sich durch Transparenz und einen erreichbaren persönlichen Ansprechpartner aus. Digitale Angebote erleichtern die Anlage, dennoch sollten Sie bei offenen Fragen jemanden erreichen können. Prüfen Sie ausserdem, ob der Anbieter unabhängig ist und auf mehrere Lösungen am Markt zurückgreifen kann oder an ein einzelnes Produkt gebunden ist. Auch ein späterer Wechsel des 3a-Anbieters sollte unkompliziert möglich sein.

Welche Gebühren beeinflussen die Rendite bei 3a-Fonds?

Bei 3a-Fonds lohnt sich der Blick auf die Kosten, denn über lange Zeiträume schmälern schon kleine Gebührenunterschiede die Nettorendite spürbar. Aktiv verwaltete Fonds sind dabei in der Regel teurer als passive Index- und ETF-Lösungen. Höhere Gebühren sind allerdings kein automatisches Zeichen für bessere Qualität. Achten Sie beim Vergleich auf die folgenden Kostenarten.

Total Expense Ratio (TER)

Die TER umfasst die laufenden Kosten der Fondsverwaltung, die dem Fondsvermögen direkt belastet werden. Sie steht im Factsheet des Fonds und wird auch als laufende Kosten oder Verwaltungsgebühr bezeichnet.

Ausgabe- und Rücknahmekommission

Diese Kommission fällt beim Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen an. Werden beide Seiten belastet, summiert sich die Belastung entsprechend.

Depot- und Stiftungsgebühren

Für die Verwaltung des Depots können Depotgebühren anfallen. Manche Anbieter erheben zusätzlich eine Stiftungsgebühr, da Vorsorgeprodukte über eine Stiftung geführt werden.

Spreads und Transaktionskosten

Beim Kauf und Verkauf entstehen Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) sowie allfällige Courtagen und Börsengebühren. Börsliche Käufe und Verkäufe von Wertschriften über einen Schweizer Effektenhändler unterliegen zudem der Eidgenössischen Stempelabgabe (Umsatzabgabe): 0.075 Prozent für inländische und 0.15 Prozent für ausländische Wertschriften je Vertragspartei. Die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen inländischer Fonds ist davon ausgenommen.

Quellensteuern auf ausländische Titel

Dividenden und Zinsen aus ausländischen Wertschriften können einer Quellensteuer unterliegen. Von Vorteil sind Fonds, die einen Teil dieser Quellensteuern zurückfordern können.

Fonds oder Versicherung: worin liegt der Unterschied?

3a-Versicherungsprodukte sind häufig «gemischte Policen»: Sie verbinden die Vorsorge mit einer Absicherung, etwa im Todesfall. Wer eine 3a-Police abschliesst, verpflichtet sich in der Regel zu langfristigen Prämienzahlungen. Fallen diese schwer, etwa bei Arbeitslosigkeit oder Frühpensionierung, wird eine vorzeitige Auflösung schnell nachteilig. Zudem ist die Gebührenstruktur solcher Policen oft weniger transparent als bei einer 3a-Banklösung.

Beim Fondssparen investieren Sie Ihr Kapital dagegen an den Märkten. Das bedeutet höhere Wertschwankungen als bei einer Versicherung, im Gegenzug aber mehr Flexibilität und über lange Zeiträume die Chance auf einen höheren Wertzuwachs. Ob Fonds oder Versicherung besser passt, hängt von Ihrem Absicherungsbedarf, Ihrer Risikofähigkeit und Ihrem Wunsch nach Flexibilität ab.

Häufige Fragen zu Säule-3a-Fonds

Was ist ein Säule-3a-Fonds?

Ein Säule-3a-Fonds ist eine Wertschriftenlösung innerhalb der gebundenen Vorsorge (Säule 3a). Statt das Guthaben auf einem Zinskonto zu halten, wird es in einen Anlagefonds investiert, der je nach Strategie in Aktien, Anleihen, Immobilien und weitere Anlageklassen streut. Der Wert schwankt mit den Märkten; im Gegenzug besteht über lange Zeiträume die Chance auf einen höheren Wertzuwachs als bei einem reinen Zinskonto.

Wie unterscheiden sich aktiv und passiv verwaltete 3a-Fonds?

Passiv verwaltete Fonds bilden einen Index nach, etwa den SMI, und sind deshalb meist günstiger. Aktiv verwaltete Fonds werden von einem Fondsmanagement gesteuert, das versucht, besser als der Markt abzuschneiden; die Verwaltungs- und Transaktionskosten sind in der Regel höher. Ob sich der Mehraufwand lohnt, lässt sich nur über lange Zeiträume beurteilen.

Welche Gebühren fallen bei 3a-Fonds an?

Zu den wichtigsten Kostenarten zählen die jährliche Verwaltungsgebühr (Total Expense Ratio, TER), allfällige Ausgabe- und Rücknahmekommissionen, Depot- und Stiftungsgebühren sowie Spreads und Transaktionskosten. Über lange Anlagehorizonte schmälern schon kleine Gebührenunterschiede die Nettorendite spürbar, weshalb sich ein sorgfältiger Vergleich lohnt.

3a-Fonds oder 3a-Versicherung: was ist flexibler?

Ein 3a-Fondssparen bei einer Bank ist in der Regel flexibler: Einzahlungen sind freiwillig und die Gebührenstruktur ist meist transparenter. Eine 3a-Versicherungspolice verpflichtet dagegen oft zu langfristigen Prämienzahlungen und ist bei vorzeitiger Auflösung nachteilig. Welche Lösung passt, hängt von Ihrer Situation und Ihrem Absicherungsbedarf ab.

Florian Rümmelein
Über den Autor

Florian Rümmelein

CEO & Co-Founder bei Everon
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.

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