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Säule 3a Vorsorge: Investition in Direktanlagen

Blog
von Jonas Bächinger

Direktanlagen in der Säule 3a verbinden die steuerliche Förderung der privaten Vorsorge mit den Renditechancen des Kapitalmarkts. Wie diese Anlageform funktioniert und für wen sie sich eignet.

Die private Vorsorge (3. Säule) dient dazu, die Vorsorgelücke aus 1. und 2. Säule zu schliessen. Die Säule 3a ist hierbei besonders interessant, da sich dadurch zusätzlich Steuern sparen lassen. Die Höhe des möglichen Jahresbeitrags ist begrenzt, jedoch lässt sich dieser am Ende des Jahres komplett von den Steuern absetzen. Im Gegenzug zu dieser steuerlichen Förderung, kann das Geld im Regelfall frühestens fünf Jahre vor Erreichung des Referenzalters bezogen werden.

Das Vorsorgevermögen der Säule 3a kann entweder auf einem Vorsorgekonto angespart, in eine Versicherungslösung eingezahlt oder in einem Wertschriftendepot angelegt werden. Besonders das Letztere bietet eine höhere Flexibilität und die Möglichkeit, sein Vermögen über einen langen Zeitraum wertvermehrend anzulegen.

In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Anlagelösungen in der Säule 3a, wie die Gelder in der Vergangenheit angelegt wurden und welche Vorteile eine Investition in Direktanlage mit sich bringen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Kapital in der Säule 3a ist gebunden, ein Vorbezug ist nur unter engen gesetzlichen Voraussetzungen möglich. Der Anlagehorizont ist daher oft sehr lang.
  • Über einen langen Zeitraum kann es einen grossen Unterschied machen, ob man defensiv oder dynamisch anlegt.
  • Das Anlegen von 3a-Guthaben über einfache und digitale Lösungen (Apps) wird immer beliebter, wodurch sich auch junge Menschen immer früher mit dem Thema beschäftigen.
  • Die neue Möglichkeit der Investition in Direktanlagen bietet einige Vorteile, wie beispielsweise eine höhere Transparenz, tiefere Kosten und eine präzisere Steuerung der Portfolios.
  • Egal für welche Anlageform oder welchen Anbieter man sich entscheidet, die Erträge können positiv oder negativ ausfallen und sind nicht zugesagt.

Bildschirmausschnitt zeigt die Kursentwicklung zwischen 765 und 780 Punkten innerhalb eines Handelstages von 9 bis 17.30 Uhr

Warum es Sinn macht, Vorsorgevermögen anzulegen

Bei der privaten Vorsorge mit 3a sprechen wir in der Regel von einem langfristigen Anlagehorizont. Die Säule 3a kann frühestens fünf Jahre vor Erreichen des Referenzalters in Anspruch genommen werden.

Ein Vorbezug ist gesetzlich streng geregelt und nur unter spezifischen Umständen möglich. Das Kapital bleibt deshalb über lange Zeit gebunden. Hier kommt der sogenannte Zinseszinseffekt ins Spiel, der oft unterschätzt wird. Dieser beschreibt die Tatsache, dass erzielte Erträge wieder angelegt werden und ihrerseits Erträge erwirtschaften. Fallen die Erträge positiv aus, wächst das Vermögen überproportional; bei negativen Erträgen wirkt der Effekt umgekehrt.

Dieser Effekt entsteht selbstverständlich auch bei einer festen Verzinsung auf einem Sparkonto. Jedoch kann ein Unterschied von 1-2% Rendite im Jahr auf 20 bis 30 Jahre gesehen einen erheblichen Unterschied im Endkapital ausmachen.

Als Rechenbeispiel dazu, rein rechnerisch bei einer über 30 Jahre konstanten Verzinsung, ohne Kosten und Steuern und ohne Prognose künftiger Erträge:

  • 100’000 CHF ergeben bei 3% pro Jahr nach 30 Jahren 242’726 CHF.
  • Dasselbe Kapital ergibt bei 4% pro Jahr 324’340 CHF, eine Differenz von 81’614 CHF oder 33.6% mehr Kapital.

Tatsächliche Erträge schwanken und können auch negativ sein.

Aktien haben über lange Zeiträume historisch höhere Erträge erzielt als Obligationen oder ein festverzinstes Konto, bei grösseren Schwankungen und mit der Möglichkeit von Verlusten. Dabei zählt vor allem die Anlagedauer, und die ist bei Vorsorgevermögen oft lang.

Wie Vorsorgevermögen in der Vergangenheit angelegt wurde

Früher wurden Gelder in der Säule 3a oft auf Sparkonten platziert, welche in der Vergangenheit wenigstens noch eine ansehnliche Verzinsung aufwiesen. Mit dem Beginn des Niedrigzinsumfeldes im Jahr 2009 als Folge der Finanzkrise, gab es jedoch faktisch keinen Sparzins mehr auf Kontoguthaben.

So wurden 3a-Gelder mehr und mehr in Vorsorgefonds von Grossbanken oder Versicherungslösungen einbezahlt, um zumindest die Inflation noch auszugleichen. Mit dem Aufkommen von neuen, digitalen Anbietern wurde das kostengünstige Anlegen in ETF- und Indexfonds-Portfolios immer beliebter. Im Gegensatz zu Versicherungs- oder Fondslösungen, konnte man dadurch zum ersten Mal die Anlage personalisieren, wenn auch in eingeschränktem Ausmass.

Diese Lösungen waren einfach zu eröffnen, transparent und konnten über die jeweilige App problemlos selbständig verwaltet werden. Im Normalfall kann sich der Anleger jedoch nur zwischen einer Auswahl von wenigen ETFs und Indexfonds entscheiden. Was in der traditionellen Vermögensverwaltung bereits normal war, gab es in der 3a Vorsorge leider erst viel später: Diskretionäre Mandate mit der Investition in Direktanlagen.

Lesetipp: Säule 3a-Fonds: Tipps & Renditechancen

Vorteile von Direktanlagen

Diskretionäre Mandate sind Anlageportfolios, die aus Direktanlagen in einzelne Aktien, Obligationen etc. bestehen und so vollständig an die Vorlieben und Präferenzen des jeweiligen Kunden angepasst werden können. Diese Portfolios werden individuell und unabhängig von anderen Portfolios verwalte t, was den Verwaltungsaufwand wesentlich erhöht.

Aus diesem Grund ist dieses Konzept oft nur hoch vermögenden Kunden im Bereich des Private Bankings vorbehalten. Dabei sind die Vorteile für den Anleger nicht von der Hand zu weisen:

  • Durch die Anlage in Direkttitel kann das Portfolio spezifisch auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden sowie seine Risikoneigung abgestimmt werden.
  • Dadurch, dass er jederzeit sehen kann, was sich in seinem Portfolio befindet, erhält er gleichzeitig die maximal mögliche Transparenz. So kann eine Investition in ungewollte Unternehmen vermieden werden.
  • Ausserdem bringt der Verzicht auf kollektive Kapitalanlagen wie Fonds und ETFs den Vorteil, dass keinerlei zusätzliche Produktkosten anfallen. Dies trägt wiederum zur allgemeinen Transparenz gegenüber dem Kunden bei.

Da der Kunde sein Vorsorgedepot nicht selbständig verwalten darf, muss diese Aufgabe einem Vermögensverwalter oder einer Bank überlassen werden. Aus Sicht des Vermögensverwalters hat der direkte Anlageansatz zusätzlich den Vorteil, dass die Kundenportfolios viel präziser gesteuert werden können. So lässt sich auf Marktbedingungen auf Titelebene reagieren. Ausserdem lassen sich so auch konkrete Anlagestrategien und -stile umsetzen, wo bei ETF- und Indexfonds-Portfolios oft eine reine Risikooptimierung aus der modernen Portfoliotheorie umgesetzt wird.

Weitere Informationen über den direkten Anlageansatz finden Sie in unserem Blogbeitrag über aktives Anlegen und über Vermögensverwaltungsmandate.

Zusammenfassung zur Vorsorge mit 3a

Die Säule 3a erfreut sich aktuell zurecht einer grossen Beliebtheit. Durch die Einführung von einfachen und intuitiven Vorsorge Apps, befasst sich vor allem auch die jüngere Generation schon früher damit, ihr Vorsorgevermögen aufzubauen. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass man heutzutage in Werbungen und in Zeitschriften öfter mit den Themen Vorsorge im Alter und Vorsorge mit 3a konfrontiert werden. Gerade auch die Reform AHV 21 hat dazu geführt, dass dieses Thema nun auch bei immer mehr Frauen die Beachtung erhält, die es verdient.

Bei Vorsorgevermögen spielt die Anlageentscheidung über einen langen Zeithorizont eine Rolle, unabhängig von der Betragshöhe. Anhand unseres Beispiels zum Zinseszinseffekt wurde deutlich, dass sich das langfristige Ergebnis erheblich ändern kann, abhängig von der Entscheidung, ob und wie das Vermögen angelegt werden soll. Verzinste Sparkonten mögen je nach Zinsniveau unterschiedlich attraktiv erscheinen, doch haben dynamischere Anlagen über lange Zeiträume in der Vergangenheit häufig höhere Erträge erzielt als verzinste Konten, bei grösseren Schwankungen. Schlussendlich ist es eine sehr persönliche Entscheidung, wie risikoreich und bei welchem Anbieter investiert werden soll.

Das neue Angebot der Direktanlagen ist vor allem für jene interessant, die sich ein möglichst transparentes und individuelles Portfolio wünschen, in welchem klar ersichtlich ist, in welche Firmen sie genau investiert sind. Andere wiederum sind mit einem passiven ETF-Portfolio zufrieden, welches lediglich den breiten Anlagemarkt abdeckt.

Jonas Bächinger
Über den Autor

Jonas Bächinger

CIO & Co-Founder bei Everon
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.

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