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Internationale Diversifikation: Chancen, Risiken, Steuerfolgen

Blog
von Jonas Bächinger
Internationale Diversifikation: Chancen, Risiken, Steuerfolgen

Viele Schweizer Anleger konzentrieren sich auf heimische Wertpapiere, der Schweizer Aktienmarkt repräsentiert aber lediglich drei Prozent des globalen Kapitalmarktes.

Viele Schweizer Anleger konzentrieren sich auf heimische Wertpapiere, der Schweizer Aktienmarkt repräsentiert aber lediglich drei Prozent des globalen Kapitalmarktes. Wer ausschliesslich in der Schweiz investiert, verzichtet auf 97 Prozent der weltweiten Anlagechancen. International diversifizieren bedeutet, Ihr Vermögen auf verschiedene Länder und Währungsräume zu verteilen.

Doch diese Strategie wirft Fragen auf: Welche Währungsrisiken entstehen? Wie wirkt sich die Besteuerung ausländischer Erträge aus? Und lohnt sich eine Absicherung?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Risikostreuung über Grenzen hinweg reduziert Ihr Portfoliorisiko erheblich und ermöglicht den Zugang zu unterschiedlichen Wirtschaftszyklen
  • Währungsschwankungen von 10 bis 20 Prozent innerhalb weniger Jahre sind normal – sie können Ihre Rendite steigern oder schmälern
  • Absicherungsstrategien haben ihren Preis: Sie müssen zwischen Kosten, Sicherheit und Flexibilität abwägen
  • Steuerliche Meldepflicht besteht für alle ausländischen Vermögenswerte, Quellensteuer wird mit Schweizer Steuern verrechnet
  • Professionelle Vermögensverwaltung mit systematischem Ansatz vereinfacht den Zugang zu globalen Märkten erheblich

Warum internale Diversifikation unverzichtbar ist

Kennen Sie den grössten Fehler von Privatanlegern? Sie investieren überproportional im Heimatmarkt. Dieser sogenannte Home Bias kostet Rendite und erhöht Risiken unnötig.

Die Schweiz verfügt zwar über erstklassige Unternehmen wie Nestlé, Novartis oder Roche. Doch selbst diese Global Player können die Vermögensdiversifikation nicht ersetzen, die eine echte geografische Streuung bietet. Warum? Weil unterschiedliche Regionen verschiedene Wirtschaftszyklen durchlaufen.

Während der europäische Markt stagniert, können asiatische Märkte boomen. Amerikanische Technologiewerte entwickeln sich oft unabhängig von Schweizer Bankaktien. Diese niedrige Korrelation zwischen Märkten ist Ihr grösster Verbündeter beim Vermögensaufbau.

Ein Blick auf die Zahlen überzeugt: Der MSCI World Index, der rund 1’500 Unternehmen aus 23 Industrieländern abbildet, zeigt langfristig stabilere Renditen als viele regionale Indizes. Im Jahr 2020 beispielsweise legte der MSCI World (in USD) um rund +16 Prozent zu, während der DAX – nach zwischenzeitlich starken Verlusten – das Jahr nur mit einem leichten Plus von etwa +3 Prozent beendete. Diese Widerstandsfähigkeit entsteht durch die globale Streuung über verschiedene Märkte und Währungen, wodurch Risiken einzelner Regionen abgemildert werden

Wer sein Vermögen international anlegen möchte, profitiert zudem von Renditedifferenzen. Verschiedene Zinsniveaus, unterschiedliche Bewertungen und regionale Wachstumschancen eröffnen Opportunitäten, die im Heimatmarkt nicht existieren.

Lesetipp : Diversifizierung als Schlüssel zur Minimierung von Risiken im Portfolio

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Währungsrisiken verstehen und einordnen

Fremdwährungsanlagen bringen eine zusätzliche Dimension ins Portfolio: das Wechselkursrisiko. Doch was bedeutet das konkret für Sie?

Beispiel : Stellen Sie sich vor, Sie investieren 100’000 CHF in amerikanische Aktien. Der Wechselkurs steht bei 1.00 USD/CHF. Sie erhalten also Wertpapiere im Gegenwert von 100’000 USD. Nach einem Jahr steigen Ihre Aktien um zehn Prozent – ein erfreulicher Gewinn. Doch gleichzeitig wertet der Schweizer Franken auf 0.90 USD/CHF auf. Ihr Aktiengewinn von 10’000 USD schmilzt durch den ungünstigen Wechselkurs auf einen Realgewinn von nur 1’000 CHF zusammen.

Währungsschwankungen von zehn bis zwanzig Prozent innerhalb weniger Jahre sind keine Seltenheit. Sie werden durch zahlreiche Faktoren beeinflusst: volkswirtschaftliche Entwicklungen, Zentralbankpolitik, geopolitische Ereignisse und Marktstimmungen.

Der Schweizer Franken gilt traditionell als sicherer Hafen. In Krisenzeiten flüchten Anleger in die Stabilität der Schweiz – der Franken wertet auf. Diese Aufwertung mindert die Rendite Ihrer Auslandsinvestitionen. Umgekehrt profitieren Sie in ruhigen Marktphasen oft von einer Franken-Abschwächung.

Drei Arten von Devisenrisiken sollten Sie kennen:

  • Transaktionsrisiko entsteht bei konkreten Zahlungsströmen. Sie kaufen heute eine Anleihe, die in zwei Jahren fällig wird. Der Rückzahlungsbetrag steht fest – aber nicht der Wechselkurs zum Rückzahlungszeitpunkt.
  • Translationsrisiko betrifft die bilanzielle Bewertung. Besitzen Sie Anteile an internationalen Fonds oder Unternehmen mit ausländischen Töchtern, schwankt deren Wert in Ihrer Bilanz mit den Wechselkursen.
  • Wettbewerbsrisiko wirkt indirekt. Wertet der Franken stark auf, werden Schweizer Unternehmen im Export weniger wettbewerbsfähig – ihre Aktienkurse leiden.

Währungsabsicherung - wann sinnvoll, wann nicht?

Sollten Sie Währungsrisiken absichern? Die Antwort lautet wie so oft: Es kommt darauf an. Drei Faktoren bestimmen Ihre Entscheidung, das sogenannte magische Dreieck:

  • Absicherungswirkung beschreibt, wie vollständig Sie sich vor Wechselkursschwankungen schützen. Eine Vollabsicherung eliminiert Währungsrisiken nahezu komplett, verhindert aber auch Währungsgewinne.
  • Kosten fallen für jede Absicherungsstrategie an. Diese können zwischen 0.5 und drei Prozent pro Jahr liegen, eine erhebliche Belastung für Ihre Rendite.
  • Flexibilität bedeutet, dass Sie auf veränderte Marktbedingungen reagieren können. Manche Instrumente binden Sie langfristig, andere erlauben Anpassungen.

Sie können nicht alle drei Ziele gleichzeitig maximieren. Wer maximale Sicherheit wünscht, zahlt höhere Kosten und verzichtet auf Flexibilität.

Drei Absicherungsstrategien stehen zur Wahl:

  1. Die ungesicherte Strategie verzichtet auf Absicherung. Sie partizipieren vollständig an Währungschancen, tragen aber auch das komplette Risiko. Diese Strategie eignet sich für langfristige Anlagen über zehn Jahre, da sich Währungsschwankungen historisch ausgleichen.
  2. Die Teilabsicherung sichert beispielsweise 50 Prozent Ihrer Fremdwährungspositionen ab. Sie balancieren Chancen und Risiken aus. Viele professionelle Vermögensverwalter nutzen diesen Mittelweg.
  3. Die Vollabsicherung schützt Ihr gesamtes Währungsrisiko. Sie erhalten Planungssicherheit, zahlen aber die höchsten Kosten und verzichten auf Währungsgewinne.

Absicherungsinstrumente für Privatanleger umfassen währungsgesicherte ETFs. Diese übernehmen die komplexe Absicherungsarbeit für Sie. Institutionelle Anleger nutzen Devisentermingeschäfte oder Währungsoptionen, Instrumente, die für Privatanleger meist zu komplex und kostenintensiv sind.

Faustregel: Bei einem Anlagehorizont über zehn Jahren verzichten Sie auf teure Absicherungen. Kurzfristige Positionen oder hohe Einzelengagements in volatilen Währungen sollten Sie dagegen absichern.

Lesetipp : Private Equity: Eine Anlageklasse auch für Privatanleger?

Mountains with sky

Steuerfolgen für Schweizer Anleger

Grenzüberschreitende Anlagen bringen steuerliche Pflichten mit sich. Transparenz ist hier keine Option, sondern Vorschrift.

Meldepflicht: Alle ausländischen Wertpapiere und Konten müssen Sie im Wertschriften- und Guthabenverzeichnis Ihrer Steuererklärung aufführen. Der automatische Informationsaustausch (AIA) sorgt dafür, dass die Schweizer Steuerbehörden ohnehin Kenntnis von Ihren Auslandsanlagen erhalten.

Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden unterliegen der Einkommenssteuer. Viele Länder erheben eine Quellensteuer direkt an der Quelle – oft zwischen 15 und 35 Prozent. Doch keine Sorge: Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen der Schweiz und den meisten Ländern verhindern eine doppelte Besteuerung.

So funktioniert die Verrechnung: Das ausländische Finanzamt behält beispielsweise 15 Prozent Quellensteuer auf Ihre Dividende ein. In der Schweiz deklarieren Sie den Bruttoertrag. Die bereits bezahlte Quellensteuer wird mit Ihrer Schweizer Steuerschuld verrechnet. Unter dem Strich zahlen Sie nur die Differenz nach.

Währungsgewinne sind für Privatanleger im Privatvermögen steuerfrei. Verkaufen Sie Ihre amerikanischen Aktien mit Gewinn und profitieren dabei von einem günstigen Wechselkurs, bleibt dieser Währungsgewinn unversteuert. Umgekehrt können Sie Währungsverluste nicht steuerlich absetzen.

Verrechnungssteuer von 35 Prozent fällt auf Schweizer Kapitalerträge an – nicht auf ausländische. Sie können diese jedoch vollständig zurückfordern, sofern Sie Ihre Erträge korrekt deklarieren.

Stempelabgabe wird beim Kauf ausländischer Wertpapiere fällig: 0.15 Prozent des Transaktionsvolumens. Bei 100’000 CHF Kaufvolumen sind dies 150 CHF. Diese Steuer entfällt bei Käufen über ausländische Broker, sofern diese nicht in der Schweiz niedergelassen sind.

Die steuerliche Komplexität sollte Sie nicht abschrecken. Professionelle Vermögensverwalter erstellen detaillierte Steuerreportings, die Ihnen die Deklaration erheblich erleichtern.

Praktische Umsetzung der internationalen Diversifikation

Wie setzen Sie internationale Diversifikation konkret um? Eine systematische Vorgehensweise ist entscheidend. Verteilen Sie Ihr Vermögen auf mindestens drei bis vier Regionen.

  • Eine beispielhafte Aufteilung könnte lauten: 40 Prozent Nordamerika, 30 Prozent Europa, 20 Prozent Asien-Pazifik, zehn Prozent Schwellenländer. Diese Gewichtung orientiert sich an der globalen Marktkapitalisierung und bietet breite Streuung.
  • Entwickelte Märkte wie die USA, Europa und Japan bieten Stabilität und Liquidität. Die USA dominieren mit über 60 Prozent der globalen Marktkapitalisierung. Amerikanische Technologieunternehmen sind Innovationstreiber und in vielen Portfolios unverzichtbar.
  • Schwellenländer in Asien, Lateinamerika oder Osteuropa bieten höheres Wachstumspotenzial bei gleichzeitig höheren Risiken. Eine Beimischung von zehn bis 20 Prozent kann Ihre Rendite langfristig steigern.

Diversifikation über mehrere Ebenen maximiert Ihre Risikostreuung:

Geografisch haben wir bereits besprochen. Doch auch Branchen müssen Sie streuen. Technologie, Gesundheitswesen, Finanzen, Industrie und Konsumgüter entwickeln sich unterschiedlich. Was in einem Sektor verloren geht, kann ein anderer ausgleichen.

  • Anlageklassen ergänzen sich: Aktien für Wachstum, Obligationen für Stabilität, Immobilien für Inflationsschutz, Rohstoffe als Krisenschutz. Diese Mischung reduziert Schwankungen erheblich.
  • Unternehmensgrösse spielt eine Rolle. Large Caps bieten Stabilität, Small und Mid Caps höheres Wachstumspotenzial. Eine ausgewogene Mischung nutzt beide Welten.
  • ETFs als Umsetzungsinstrument haben sich bewährt. Ein einziger MSCI World ETF investiert Sie in über 1’500 Unternehmen aus 23 Ländern – sofortige Diversifikation mit einem einzigen Wertpapier. Die Kosten liegen oft unter 0.2 Prozent jährlich.

RegelmässigesRebalancing gehört zur Pflicht. Mindestens einmal jährlich prüfen Sie, ob Ihre ursprüngliche Aufteilung noch stimmt. Haben sich amerikanische Aktien besser entwickelt als europäische, nehmen sie überproportional Gewicht ein. Beim Rebalancing verkaufen Sie Gewinner und kaufen Verlierer nach – eine disziplinierte Strategie, die langfristig Rendite bringt.

Lesetipp : Private Markets: Neue Chancen in der Anlageklasse für exklusive Investments

Office view on the city

Everon als Partner für internationale Vermögensverwaltung

Global investieren erfordert Expertise, Zeit und Disziplin. Genau hier setzt Everon an.

Als FINMA-regulierteVermögensverwaltung unterliegen wir strengen Schweizer Standards. Diese Regulierung schützt Ihre Interessen und garantiert professionelles Risikomanagement. Unsere Anlagestrategien werden nach höchsten regulatorischen Anforderungen entwickelt und überwacht.

Systematischer Ansatz statt Bauchgefühl: Viele Anleger treffen emotionale Entscheidungen. Unser quantitativer Ansatz eliminiert diese Fehlerquelle. Die hauseigene Everon Portfolio Engine analysiert Tausende Wertpapiere weltweit und berechnet deren Attraktivität nach wissenschaftlich fundierten Faktoren. So vermeiden wir den Home Bias und andere verhaltensbedingte Anlagefehler.

Drei internationale Strategien stehen zur Wahl:

  1. Die Smart Global Markets Strategie bildet die globale Marktentwicklung kostengünstig ab. Wir nutzen ETFs und Indexfonds mit Fokus auf Qualität und Momentum. Von defensiv (20 Prozent Aktien) bis dynamisch (100 Prozent Aktien) passen wir die Strategie an Ihr Risikoprofil an.
  2. Die Multifactor Strategie investiert systematisch in internationale Aktien, Obligationen, Immobilien und Rohstoffe. Unser Multifaktor-Modell bewertet jeden Titel nach mehreren Kriterien und aggregiert diese zu einem Gesamt-Score. Die Strategie nutzt Marktineffizienzen weltweit und bietet echte Diversifikation über Anlageklassen und Regionen hinweg.
  3. Private Markets eröffnen Zugang zu internationalen Private Equity, Private Debt und Private Real Estate Investments. Diese alternativen Anlagen waren früher institutionellen Investoren vorbehalten. Wir arbeiten mit namhaften Anbietern zusammen und nutzen ausschliesslich semi-liquide Produkte.

Währungsmanagement gehört zu unserer Kernkompetenz. Je nach Marktlage und Ihrer Risikobereitschaft passen wir Absicherungsquoten an. Sie müssen sich nicht um komplexe Devisengeschäfte kümmern – wir übernehmen das professionell für Sie.

Transparente Kostenstruktur ohne versteckte Gebühren. Sie wissen jederzeit, was Sie bezahlen und welche Leistung Sie erhalten. Unser Steuerreporting liefert alle notwendigen Angaben für Ihre Steuererklärung übersichtlich aufbereitet.

Die Everon App und Web-Infrastruktur ermöglichen Ihnen, Ihr international diversifiziertes Portfolio jederzeit zu überwachen. Reibungsloses Onboarding, Risikoprofilierung und Portfolioüberwachung – alles in einer benutzerfreundlichen Lösung.

Jonas Bächinger
Über den Autor

Jonas Bächinger

CIO & Co-Founder bei Everon
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.

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