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Beste Vermögensverwalter der Schweiz: Kriterien und Ratings

Blog
von Brice Zanetti, CFA
Vermögensverwalterin mit Laptop unter dem Arm telefoniert vor einem verglasten Bürogebäude

Was ein Vermögensverwalter-Rating tatsächlich misst, warum der Zeitraum über den Aussagewert entscheidet und welche Kriterien ein Rating nicht erfasst: FINMA-Bewilligung, Gebührenstruktur, Depotbank und Unabhängigkeit.

Wer „beste Vermögensverwalter Schweiz“ sucht, will selten einen einzelnen Namen. Meist steckt die eigentliche Frage dahinter: Woran erkennt man, ob eine Auszeichnung etwas taugt? Dieser Beitrag beantwortet sie der Reihe nach, bevor er am Ende auf ein konkretes Beispiel schaut.

Was ein Rating überhaupt misst

Ratings wie das von firstfive, auf dessen Basis das Wirtschaftsmagazin BILANZ die besten Schweizer Vermögensverwalter kürt, vergleichen reale Kundenportfolios auf einer einheitlichen Datenbasis. Teilnehmende Vermögensverwaltungen melden ihre Depots, firstfive wertet sie nach Rendite, Risiko und Sharpe-Ratio (dem Verhältnis der beiden Grössen) aus. Bewertet wird also das laufende Kundengeschäft, nicht ein Musterportfolio, das unter Laborbedingungen entsteht.

Das ist der erste Filter, den ein gutes Rating erfüllen muss: eine einheitliche Datenbasis über mehrere Anbieter hinweg, keine selbst gemeldeten Einzelzahlen. Ein Vermögensverwalter, der nur seine eigene beste Strategie zeigt, sagt wenig über das gesamte Kundengeschäft aus. Ein Rating, das reale Depots vergleicht, schon eher.

Kosten gehören in eine vollständige Betrachtung dazu. Eine hohe Bruttorendite bei hohen Gebühren kann eine niedrigere Nettorendite bei tiefen Gebühren unterbieten. Wer ein Rating liest, sollte deshalb fragen, ob die ausgewiesene Zahl vor oder nach Kosten gilt.

Warum der Zeitraum die Aussage verändert

BILANZ und firstfive vergeben Auszeichnungen für unterschiedliche Zeiträume: zwölf Monate, 24 Monate, 36 Monate, teils bis 60 Monate. Das ist kein Detail am Rand, sondern verändert die Frage, die beantwortet wird.

Ein Sieger über zwölf Monate hat in einer bestimmten Marktphase am besten reagiert. Das ist eine reale Leistung, aber eine Momentaufnahme. Ein Sieger über 36 oder 60 Monate hat mehrere Marktzyklen durchlaufen und dabei konstant gute Werte erzielt, was eine andere, in der Regel belastbarere Aussage ist. Wer die beiden Kategorien nebeneinander liest, ohne auf den Zeitraum zu achten, vergleicht zwei verschiedene Dinge, als wären sie eines.

Für die eigene Prüfung heisst das: den Auswertungszeitraum einer Auszeichnung immer mitlesen, nicht nur den Rang.

Risikoklassen sind keine gemeinsame Skala

firstfive wertet Strategien innerhalb von Risikoklassen aus, üblich sind vier Stufen von konservativ bis dynamisch. Innerhalb einer Klasse ist ein Vergleich sinnvoll, weil alle Teilnehmer ein ähnliches Risiko eingegangen sind. Über Klassen hinweg wird der Vergleich hinfällig: Eine dynamische Strategie mit hohem Aktienanteil erzielt in guten Börsenjahren fast zwangsläufig eine höhere Rendite als eine konservative Strategie, die genau das vermeiden soll. Das macht die dynamische Strategie nicht zur besseren Wahl, sondern nur zu einer anderen.

Wer ein Rating liest, sollte deshalb die Risikoklasse des ausgezeichneten Portfolios kennen und sie mit der eigenen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft abgleichen, statt Renditezahlen über Klassen hinweg zu vergleichen.

Auszeichnung und Platzierung sind zwei verschiedene Dinge

Der Unterschied, den die meisten Leserinnen und Leser übersehen: Eine Auszeichnung wie „Vermögensverwalter des Jahres“ ist ein verliehener Titel für einen bestimmten Jahrgang und eine bestimmte Kategorie, ausgestellt mit Urkunde. Eine Platzierung ist ein Rang innerhalb einer laufenden Rangliste, die mehrmals im Jahr neu berechnet wird. Firmen, die in einer Zwischenrangliste einen Spitzenplatz belegen, tragen deswegen noch keine Auszeichnung. Umgekehrt bleibt eine verliehene Auszeichnung für den genannten Jahrgang bestehen, auch wenn eine spätere Zwischenrangliste andere Werte zeigt.

Für die eigene Einordnung zählt: Ein genannter Titel mit Jahr, Kategorie und Zeitraum ist belastbarer als ein unbenannter Verweis auf „Platz eins“ ohne diese Angaben.

Was ein Rating nicht erfasst

Ein Rating bewertet Rendite und Risiko eines vergangenen Zeitraums. Vier Punkte bleiben davon unberührt und lassen sich unabhängig prüfen.

Die FINMA-Bewilligung ist der erste. Wer in der Schweiz gewerbsmässig Vermögen verwaltet, braucht seit 2020 eine Bewilligung der FINMA als unabhängiger Vermögensverwalter und den Anschluss an eine anerkannte Aufsichtsorganisation. Das lässt sich im öffentlichen Bewilligungsverzeichnis der FINMA nachsehen, unabhängig davon, ob ein Anbieter ein Rating gewonnen hat.

Die Gebührenstruktur zeigt kein Ranking. Pauschalgebühr, erfolgsabhängige Komponente, Ausgabeaufschläge auf einzelne Produkte: Diese Struktur bestimmt, wie viel von der ausgewiesenen Rendite tatsächlich beim Kunden ankommt.

Dazu kommen Depotbank und Verwahrung. Ein Vermögensverwalter trifft die Anlageentscheidung, die Vermögenswerte liegen aber bei einer separaten Depotbank. Wo genau das Depot geführt wird und wie die Verwahrung organisiert ist, gehört zur Prüfung dazu, ein Rating sagt dazu nichts.

Und schliesslich die Frage nach der Unabhängigkeit von Produktanbietern. Ein Anbieter, der eigene Fonds oder Produkte vertreibt, hat einen Anreiz, diese im Portfolio überzugewichten. Ein Anbieter ohne solche Verflechtungen wählt allein nach Eignung für das Mandat.

Wo Everon in diesem Rating steht

Everon ist im firstfive-Vergleich seit 2020 durchgehend vertreten und wurde von BILANZ in jedem dieser Jahrgänge ausgezeichnet, mit wechselnden Kategorien: als Sieger „Vermögensverwalter des Jahres“, mit Top-Rendite-Auszeichnungen in einzelnen Risikoklassen und mit zweiten Plätzen. Die einzelnen Jahrgänge, Kategorien und Belege stehen auf der Auszeichnungsseite. Das ist ein Beispiel dafür, wie die oben beschriebenen Kriterien in der Praxis aussehen, kein Ersatz für die eigene Prüfung der vier Punkte im vorigen Abschnitt.

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Häufig gestellte Fragen

Was genau misst ein Vermögensverwalter-Rating wie das von firstfive?

firstfive vergleicht die realen Portfolios teilnehmender Vermögensverwaltungen auf einer einheitlichen Datenbasis: Rendite, Risiko und die Sharpe-Ratio als Verhältnis der beiden Grössen. Bewertet werden Depots aus dem laufenden Kundengeschäft, nicht Musterportfolios oder Backtests.

Warum unterscheiden sich die Auszeichnungen nach Zeitraum?

Ein Ranking über 12 Monate zeigt, wer in einer bestimmten Marktphase am besten reagiert hat. Ein Ranking über 36 oder 60 Monate zeigt, wer über mehrere Marktzyklen hinweg konsistent war. Beides ist aussagekräftig, aber für unterschiedliche Fragen. Ein Anbieter, der über zwölf Monate führt, muss über fünf Jahre nicht dieselbe Position halten.

Was unterscheidet eine Auszeichnung von einer Platzierung?

Eine Auszeichnung wie „Vermögensverwalter des Jahres“ ist ein verliehener Titel für einen bestimmten Jahrgang und eine bestimmte Kategorie. Eine Platzierung ist ein Rang innerhalb einer laufenden Rangliste, die mehrmals jährlich neu berechnet wird. Ein Anbieter kann in mehreren Ranglisten gleichzeitig einen guten Platz belegen, ohne dass daraus eine verliehene Auszeichnung wird.

Reicht ein gutes Rating, um einen Vermögensverwalter zu wählen?

Nein. Ein Rating bewertet Rendite und Risiko eines vergangenen Zeitraums. Es sagt nichts über die FINMA-Bewilligung, die Gebührenstruktur, die Depotbank oder die Unabhängigkeit von Produktanbietern aus. Diese vier Punkte lassen sich unabhängig vom Rating prüfen, etwa im öffentlichen FINMA-Verzeichnis.

Gespräch vereinbaren, wenn Sie diese Kriterien an Ihrem eigenen Fall durchgehen möchten.

Brice Zanetti, CFA
Über den Autor

Brice Zanetti, CFA

Chief Relationship Officer & Co-Founder bei Everon
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.

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