Beste Vermögensverwalter der Schweiz: Kriterien und Ratings
Wer im BILANZ-Rating 2025 in welchem Zeitraum vorne lag, was ein Vermögensverwalter-Rating tatsächlich misst und welche Kriterien es nicht erfasst: FINMA-Bewilligung, Gebührenstruktur, Depotbank und Interessenkonflikte.
Wer „beste Vermögensverwalter Schweiz“ sucht, findet je nach Rating und Zeitraum andere Namen. Dieser Beitrag nennt zuerst die Sieger des BILANZ-Ratings 2025 und zeigt danach, wie sich eine Auszeichnung einordnen lässt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein seriöses Rating vergleicht reale Kundenportfolios, nicht Musterdepots, und setzt Rendite ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko.
- Ein Sieger über 12 Monate und ein Sieger über 36 oder 60 Monate beantworten unterschiedliche Fragen. Rankings innerhalb einer Risikoklasse sind vergleichbar, über Risikoklassen hinweg nicht.
- Eine Auszeichnung ist ein verliehener Titel mit Jahr und Kategorie, eine Platzierung ein Rang in einer laufenden Rangliste. Beides gehört genannt, nicht vermischt.
- FINMA-Bewilligung, Gebührenstruktur, Depotbank und der Umgang mit Interessenkonflikten gehören ebenso zur Beurteilung wie das Rating selbst, kein Ranking bildet sie ab.
Wer ist der beste Vermögensverwalter der Schweiz?
Einen einzelnen besten Vermögensverwalter der Schweiz gibt es nicht, weil das Ergebnis vom Zeitraum und von der Risikoklasse abhängt. Im BILANZ-Rating 2025 ging der Titel „Vermögensverwalter des Jahres“ über zwölf Monate an Everon, über 24 Monate an PostFinance, über 36 Monate an Wenzinger & Tschan und über 60 Monate an Tareno.
Grundlage waren 146 reale Kundendepots von 37 teilnehmenden Vermögensverwaltern, ausgewertet von firstfive für die BILANZ-Ausgabe 03/2025. Bewertet wird die Sharpe-Ratio, also die Rendite im Verhältnis zum Risiko, in drei von vier Risikoklassen, die Höchstpunktzahl ist 100. Die Abstände waren teils knapp. Über zwölf Monate lag Everon mit 84,50 Punkten 0,31 Punkte vor PostFinance (84,19). Über 60 Monate erreichte Tareno die vollen 100 Punkte. Das Rating erscheint jedes Jahr neu. Zum Rating 2026 ist die vollständige Siegerliste je Zeitraum öffentlich nicht zugänglich, deshalb stützt sich dieser Abschnitt auf die Ausgabe 2025.
Was ein Rating überhaupt misst
Ratings wie das von firstfive, auf dessen Basis das Wirtschaftsmagazin BILANZ die besten Schweizer Vermögensverwalter kürt, vergleichen reale Kundenportfolios auf einer einheitlichen Datenbasis. Teilnehmende Vermögensverwaltungen melden ihre Depots, firstfive wertet sie nach Rendite, Risiko und Sharpe-Ratio (dem Verhältnis der beiden Grössen) aus. Bewertet wird also das laufende Kundengeschäft, nicht ein Musterportfolio, das unter Laborbedingungen entsteht.
Das ist der erste Filter, den ein gutes Rating erfüllen muss: eine einheitliche Datenbasis über mehrere Anbieter hinweg, keine selbst gemeldeten Einzelzahlen. Ein Vermögensverwalter, der nur seine eigene beste Strategie zeigt, sagt wenig über das gesamte Kundengeschäft aus. Ein Rating, das reale Depots vergleicht, schon eher.
Kosten gehören in eine vollständige Betrachtung dazu. Eine hohe Bruttorendite bei hohen Gebühren kann eine niedrigere Nettorendite bei tiefen Gebühren unterbieten. Wer ein Rating liest, sollte deshalb fragen, ob die ausgewiesene Zahl vor oder nach Kosten gilt.
Warum der Zeitraum die Aussage verändert
BILANZ und firstfive vergeben Auszeichnungen für unterschiedliche Zeiträume: zwölf Monate, 24 Monate, 36 Monate, teils bis 60 Monate. Das ist kein Detail am Rand, sondern verändert die Frage, die beantwortet wird.
Ein Sieger über zwölf Monate hat in einer bestimmten Marktphase am besten reagiert. Das ist eine reale Leistung, aber eine Momentaufnahme. Ein Sieger über 36 oder 60 Monate hat mehrere Marktzyklen durchlaufen und dabei konstant gute Werte erzielt, was eine andere, in der Regel belastbarere Aussage ist. Wer die beiden Kategorien nebeneinander liest, ohne auf den Zeitraum zu achten, vergleicht zwei verschiedene Dinge, als wären sie eines.
Für die eigene Prüfung heisst das: den Auswertungszeitraum einer Auszeichnung immer mitlesen, nicht nur den Rang.
Risikoklassen sind keine gemeinsame Skala
firstfive wertet Strategien innerhalb von Risikoklassen aus, üblich sind vier Stufen von konservativ bis dynamisch. Innerhalb einer Klasse ist ein Vergleich sinnvoll, weil alle Teilnehmer ein ähnliches Risiko eingegangen sind. Über Klassen hinweg wird der Vergleich hinfällig: Eine dynamische Strategie mit hohem Aktienanteil erzielt in guten Börsenjahren fast zwangsläufig eine höhere Rendite als eine konservative Strategie, die genau das vermeiden soll. Das macht die dynamische Strategie nicht zur besseren Wahl, sondern nur zu einer anderen.
Wer ein Rating liest, sollte deshalb die Risikoklasse des ausgezeichneten Portfolios kennen und Renditezahlen nur innerhalb derselben Klasse vergleichen.
Auszeichnung und Platzierung sind zwei verschiedene Dinge
Der Unterschied, den die meisten Leserinnen und Leser übersehen: Eine Auszeichnung wie „Vermögensverwalter des Jahres“ ist ein verliehener Titel für einen bestimmten Jahrgang und eine bestimmte Kategorie, ausgestellt mit Urkunde. Eine Platzierung ist ein Rang innerhalb einer laufenden Rangliste, die mehrmals im Jahr neu berechnet wird. Firmen, die in einer Zwischenrangliste einen Spitzenplatz belegen, tragen deswegen noch keine Auszeichnung. Umgekehrt bleibt eine verliehene Auszeichnung für den genannten Jahrgang bestehen, auch wenn eine spätere Zwischenrangliste andere Werte zeigt.
Für die eigene Einordnung zählt: Ein genannter Titel mit Jahr, Kategorie und Zeitraum ist belastbarer als ein unbenannter Verweis auf „Platz eins“ ohne diese Angaben.
Was ein Rating nicht erfasst
Ein Rating bewertet Rendite und Risiko eines vergangenen Zeitraums. Vier Punkte bleiben davon unberührt und lassen sich unabhängig prüfen.
Die FINMA-Bewilligung ist der erste. Wer in der Schweiz gewerbsmässig für Kunden Vermögen verwaltet, braucht eine Bewilligung der FINMA als Vermögensverwalter (Art. 17 FINIG). Mit dem Gesuch muss er nachweisen, dass eine Aufsichtsorganisation ihn beaufsichtigt (Art. 7 Abs. 2 FINIG). Die Bewilligungspflicht gilt seit 2020. Wer schon vorher tätig war, hatte bis Ende 2022 Zeit, die Anforderungen zu erfüllen und das Gesuch zu stellen (Art. 74 Abs. 2 FINIG). Ob ein Anbieter die Bewilligung hat, lässt sich im öffentlichen Bewilligungsverzeichnis der FINMA nachsehen, unabhängig davon, wie er in einem Rating abgeschnitten hat.
Die Gebührenstruktur bildet kein Ranking ab. Pauschalgebühr, erfolgsabhängige Komponente, Ausgabeaufschläge auf einzelne Produkte: Diese Struktur bestimmt, wie viel von der ausgewiesenen Rendite tatsächlich beim Kunden ankommt.
Dazu kommen Depotbank und Verwahrung. Ein Vermögensverwalter trifft die Anlageentscheidung, die Vermögenswerte liegen aber bei einer separaten Depotbank. Wo genau das Depot geführt wird und wie die Verwahrung organisiert ist, gehört zur Prüfung dazu, ein Rating sagt dazu nichts.
Und schliesslich der Umgang mit Interessenkonflikten. Führt ein Anbieter eigene Fonds oder Produkte, entsteht ein Anreiz, sie im Portfolio überzugewichten. Das Finanzdienstleistungsgesetz verlangt, dass Finanzdienstleister Vorkehrungen gegen Interessenkonflikte treffen und offenlegen, wo sich eine Benachteiligung nicht ausschliessen lässt. Wie ein Anbieter das umsetzt, steht in keinem Rating.
Wo Everon in diesem Rating steht
Everon nimmt selbst an diesem Rating teil. In diesem Abschnitt geht es deshalb um eigene Ergebnisse. Everon wurde seit 2020 in jedem Jahrgang des BILANZ-Ratings ausgezeichnet, in wechselnden Kategorien. Im Rating 2025 war Everon Sieger „Vermögensverwalter des Jahres“ über zwölf Monate mit 84,50 von 100 Punkten. Everons dynamische Strategie erzielte im Kalenderjahr 2024 eine Rendite von 47,63 Prozent, laut BILANZ die höchste Zwölf-Monats-Rendite im Rating (Mitteilung zum Rating 2025). Die Standardabweichung lag bei 18,23 Prozent, die Risikoklasse dynamisch steht für einen hohen Aktienanteil.
Im Rating 2026 ist Everon Sieger in der Kategorie Top-Rendite über 36 Monate, Risikoklasse dynamisch. Von Januar 2023 bis Dezember 2025 erzielte die Strategie 115,98 Prozent bei einer Standardabweichung von 17,31 Prozent und stand in der firstfive-Rangliste auch nach Sharpe-Ratio auf Rang 1 (Mitteilung zum Rating 2026). Alle sieben Jahrgänge mit Kategorie und Beleg stehen auf der Auszeichnungsseite. Die Prüfung der vier Punkte im vorigen Abschnitt ersetzen die Titel nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Wer ist der beste Vermögensverwalter der Schweiz?
Das hängt vom Zeitraum ab. Im BILANZ-Rating 2025 ging der Titel „Vermögensverwalter des Jahres“ über zwölf Monate an Everon, über 24 Monate an PostFinance, über 36 Monate an Wenzinger & Tschan und über 60 Monate an Tareno. Grundlage waren 146 reale Kundendepots von 37 Vermögensverwaltern. Für das Rating 2026 ist die vollständige Siegerliste öffentlich nicht zugänglich.
Was genau misst ein Vermögensverwalter-Rating wie das von firstfive?
firstfive vergleicht die realen Portfolios teilnehmender Vermögensverwaltungen auf einer einheitlichen Datenbasis: Rendite, Risiko und die Sharpe-Ratio als Verhältnis der beiden Grössen. Bewertet werden Depots aus dem laufenden Kundengeschäft, nicht Musterportfolios oder Backtests.
Warum unterscheiden sich die Auszeichnungen nach Zeitraum?
Ein Ranking über 12 Monate zeigt, wer in einer bestimmten Marktphase am besten reagiert hat. Ein Ranking über 36 oder 60 Monate zeigt, wer über mehrere Marktzyklen hinweg konsistent war. Beides ist aussagekräftig, aber für unterschiedliche Fragen. Ein Anbieter, der über zwölf Monate führt, muss über fünf Jahre nicht dieselbe Position halten.
Was unterscheidet eine Auszeichnung von einer Platzierung?
Eine Auszeichnung wie „Vermögensverwalter des Jahres“ ist ein verliehener Titel für einen bestimmten Jahrgang und eine bestimmte Kategorie. Eine Platzierung ist ein Rang innerhalb einer laufenden Rangliste, die mehrmals jährlich neu berechnet wird. Ein Anbieter kann in mehreren Ranglisten gleichzeitig einen guten Platz belegen, ohne dass daraus eine verliehene Auszeichnung wird.
Reicht ein gutes Rating, um einen Vermögensverwalter zu wählen?
Nein. Ein Rating bewertet Rendite und Risiko eines vergangenen Zeitraums. Es sagt nichts über die FINMA-Bewilligung, die Gebührenstruktur, die Depotbank oder den Umgang mit Interessenkonflikten aus. Diese vier Punkte lassen sich unabhängig vom Rating prüfen, etwa im öffentlichen FINMA-Verzeichnis.
Gespräch vereinbaren, wenn Sie wissen möchten, wie das Portfoliomanagement von Everon arbeitet.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.
Die dargestellten Wertentwicklungen der Everon-Strategien sind vergangenheitsbezogen und verstehen sich vor Kosten und Gebühren.