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Finanzberatung für Familien: Die 5 wichtigsten Herausforderungen

Blog
von Lilais Funk
Finanzberatung für Familien: Die 5 wichtigsten Herausforderungen

Wer Kinder hat, trägt plötzlich Verantwortung für mehr als nur sich selbst. Die finanziellen Entscheidungen werden komplexer, die Auswirkungen langfristiger.

Wer Kinder hat, trägt plötzlich Verantwortung für mehr als nur sich selbst. Die finanziellen Entscheidungen werden komplexer, die Auswirkungen langfristiger. Familienfinanzen optimieren bedeutet weit mehr als nur ein Budget zu erstellen – es geht um eine durchdachte Strategie für die nächsten 20 Jahre.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einkommenseinbussen nach der Geburt treffen fast alle Familien, meist reduziert die Mutter ihr Pensum um 40 bis 60 Prozent.
  • Versicherungslücken entstehen häufig bei Teilzeitarbeit oder im Konkubinat. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer.
  • Steueroptimierung wird oft vernachlässigt, obwohl Familien durchschnittlich 2’000 CHF jährlich einsparen könnten.
  • Ausbildungskosten summieren sich auf 10’000 bis 15’000 CHF pro Kind.
  • Professionelle Beratung amortisiert sich meist bereits im ersten Jahr durch aufgedeckte Optimierungspotentiale.

Warum Familienfinanzen anders funktionieren

Alleinstehende planen oft nur für sich selbst. Familien hingegen jonglieren mit unterschiedlichen Bedürfnissen , Zielen und Zeithorizonten. Während Papa vielleicht risikoreicher anlegen möchte, denkt Mama an die Absicherung für den Ernstfall. Die Kinder brauchen heute Geld für die Musikschule, später für das Studium.

Diese Komplexität verstärkt sich durch das Schweizer System: Das 3-Säulen-Prinzip funktioniert anders, wenn ein Partner das Pensum reduziert. Familienzulagen, Mutterschaftsentschädigung und kantonale Bedarfsleistungen wollen koordiniert werden. Viele Familien verlieren dabei den Überblick.

Praktisch jede Familie hat Versicherungsdoppelungen im Unfallbereich, gleichzeitig aber Lücken bei Krankheit und Invalidität. Diese Schieflage kostet nicht nur Geld, sondern gefährdet die finanzielle Sicherheit.

Lesetipp : Was macht ein Finanzberater? Typische Aufgaben & Alltag

Die fünf grössten Stolpersteine

Es gibt vor allem 5 Herausforderungen, auf die Sie besonderes Augenmerk legen sollten.

Pensionskassenlücken bei Teilzeit

Reduziert die Mutter ihr Pensum auf 60 Prozent, fällt sie möglicherweise unter die Eintrittsschwelle von 21’330 CHF. Ohne Pensionskasse droht später Altersarmut. Viele Paare unterschätzen dieses Risiko, weil die Auswirkungen erst Jahrzehnte später sichtbar werden.

Konkubinat ohne Absicherung

Unverheiratete Paare haben steuerliche Vorteile, aber rechtliche Nachteile:

  • Keine Witwerrente bei Tod des Partners
  • Pensionskasse zahlt nur bei vorheriger Anmeldung des Konkubinats
  • KESB entscheidet über Eigenheim ohne Testament
  • Vorsorgeauftrag für Urteilsunfähigkeit fehlt oft

Krankenversicherung falsch gewählt

Familien achten oft auf Fitness-Boni oder Brillenzuschüsse, übersehen aber das Wesentliche. Eine Familie kann bei der Krankenkasse 2’000 bis 4’000 CHF pro Jahr sparen, wenn sie Franchise, Hausarztmodell und Prämienverbilligung optimal kombiniert.

Kinderkosten unterschätzt

Windeln und Babybrei sind nur der Anfang. Die teuerste Phase kommt mit der Ausbildung:

  • Zahnspange: 10’000 CHF
  • Studium: 15’000 CHF pro Jahr
  • Musikschule und Hobbys: 2’000 CHF jährlich

Wer zu spät anfängt zu sparen, muss später mit deutlich höheren Beträgen kompensieren.

Steuerchancen verschenkt

Das Schweizer Steuersystem belohnt Familien – aber nur, wenn sie die Regeln kennen:

  • Kinderbetreuungskosten abziehen
  • Säule 3a voll ausschöpfen
  • Einkäufe in die Pensionskasse nutzen
  • Weiterbildungskosten geltend machen

Viele Familien verschenken jährlich tausende Franken.

Welche Finanzberatung brauchen Familien wirklich?

Finanzberatung für Familien funktioniert nur interdisziplinär. Versicherungen, Vorsorge, Steuern und Vermögensaufbau hängen zusammen. Wer nur die Krankenkasse wechselt, übersieht möglicherweise wichtigere Baustellen.

Ein Beispiel: Familie Müller spart 1’200 CHF bei der Krankenkasse, zahlt aber 3’000 CHF zu viel Steuern, weil sie die Säule 3a nicht nutzt. Gute Finanzberater erkennen solche Zusammenhänge.

Lebensphasen-orientierte Planung

Junge Familien brauchen andere Lösungen als etablierte Haushalte. In der Familienplanungsphase stehen Absicherung und Liquidität im Vordergrund. Später geht es um Vermögensaufbau und Ausbildungsfinanzierung. Kurz vor der Pensionierung werden Nachfolgeregelungen wichtig.

Professionelle Finanzberater für Familienplanung entwickeln entsprechend flexible Strategien, die sich an verändernde Umstände anpassen lassen.

Lesetipp : Sparen für Kinder: Intelligent investieren und solides Fundament für den Nachwuchs schaffen

entscheidung

Den richtigen Berater finden

Honorarberater leben von ihren Beratungsleistungen, nicht von Produktverkäufen. Sie kosten 150 bis 300 CHF pro Stunde, arbeiten aber unabhängig. Provisionsberater erhalten Geld von Versicherungen und Banken – ihre Empfehlungen sind entsprechend gefärbt.

Für Finanzplanung für Familien eignen sich Honorarberater besser, weil sie alle Optionen prüfen können. Bei einfachen Fragen reicht oft auch ein Provisionsberater.

Qualifikationen prüfen

Seriöse Berater haben eine fundierte Ausbildung :

  • Eidgenössischer Fachausweis als Finanzplaner
  • CAS in Finanzplanung
  • Vergleichbare zertifizierte Qualifikationen

Vorsicht bei selbsternannten “Experten” ohne nachweisbare Kompetenz.

Chemie und Vertrauen

Finanzberatung ist Vertrauenssache. Gute Finanzberater erklären komplexe Zusammenhänge verständlich, drängen nicht zum Abschluss und respektieren das Familienbudget. Wer sich unter Druck gesetzt fühlt, sollte das Gespräch beenden.

Was kostet professionelle Beratung?

Eine umfassende Analyse der Familiensituation kostet 800 bis 2’000 CHF. Dafür erhalten Sie eine detaillierte Übersicht über Optimierungspotentiale, Versicherungslücken und Steuersparmöglichkeiten. Diese Investition amortisiert sich meist innerhalb eines Jahres.

Laufende Betreuung

Manche Familien wünschen kontinuierliche Begleitung. Laufende Betreuung kostet 100 bis 200 CHF pro Monat , dafür kümmert sich der Berater um Vertragsanpassungen, Steuererklärung und Vermögensverwaltung.

Budget- und Schuldenberatung

Familien in finanziellen Schwierigkeiten finden Hilfe bei gemeinnützigen Organisationen. Die Budgetberatung Schweiz oder kantonale Schuldenberatungsstellen kosten 50 bis 100 CHF pro Stunde.

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Checkliste

Checkliste: Vorbereitung auf das Beratungsgespräch

Damit Sie das Gespräch optimal nutzen können, sollten Sie Unterlagen sowie Fragen bzw. Details zu Ihrer finanziellen Situation vorbereiten.

Notwendige Unterlagen:

  • Lohnausweise der letzten zwei Jahre
  • Versicherungspolicen (alle bestehenden Verträge)
  • Pensionskassenausweise beider Partner
  • Letzte Steuererklärung
  • Aufstellung der monatlichen Ausgaben

Ziele definieren: Überlegen Sie sich konkret: Wollen Sie Steuern sparen? Fürs Eigenheim sparen? Die Familie absichern? Für die Ausbildung der Kinder vorsorgen?

Kritische Fragen vorbereiten:

  • Wie verdient der Berater sein Geld?
  • Welche Qualifikationen hat er?
  • Kann er Referenzen nennen?
  • Gibt es Interessenskonflikte?

Seriöse Berater beantworten diese Fragen transparent.

Fazit: Investition in die Zukunft

Familienfinanzen sind zu komplex für Lösungen von der Stange. Professionelle Finanzberatung für Familien hilft dabei, die richtigen Weichen zu stellen. Wer früh investiert, profitiert langfristig – nicht nur finanziell, sondern auch durch weniger Stress und mehr Planungssicherheit.

Die wichtigste Erkenntnis: Perfektion ist nicht das Ziel. Es geht darum, die grössten Risiken zu eliminieren und die besten Chancen zu nutzen. Damit können Familien ruhiger schlafen – und haben mehr Zeit für das, was wirklich zählt.

Lilais Funk
Über den Autor

Lilais Funk

CMO & Co-Founder bei Everon
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.

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