Finanzplanung: Welche Unterlagen fürs Erstgespräch?
Ein gut vorbereitetes Erstgespräch spart Zeit und führt schneller zu einem klaren Bild. Wir zeigen, welche Unterlagen Sie für die Finanzplanung zusammenstellen sollten, von Einkommen und Vorsorge bis zu Immobilien und Nachlass.
Ein Erstgespräch zur Finanzplanung wird umso wertvoller, je besser Sie es vorbereiten. Wer die zentralen Unterlagen bereithält, spart Rückfragen und erhält schneller ein realistisches Bild der eigenen Lage. Dieser Beitrag zeigt, welche Dokumente sinnvoll sind, geordnet nach Themenbereich.
Für ein Finanzplanungs-Erstgespräch sollten Sie Unterlagen zu fünf Bereichen zusammenstellen: Einkommen und Steuern, Vorsorge (AHV, Pensionskasse, Säule 3a), Vermögen und Bankbeziehungen, Immobilien und Verpflichtungen sowie Versicherungen und Nachlassdokumente. Zusammen ergeben sie das Gesamtbild, aus dem sich eine tragfähige Planung ableiten lässt.
Das Wichtigste in Kürze
- Einkommen und Steuern: Lohnausweis, letzte Steuererklärung samt Veranlagung, Belege zu weiteren Einkünften.
- Vorsorge: aktueller Pensionskassenausweis, Säule-3a- und 3b-Auszüge, AHV-Kontoauszug (IK-Auszug), Freizügigkeitskonten.
- Vermögen: Bank- und Depotauszüge, Wertschriften, Beteiligungen.
- Immobilien und Schulden: Kauf- und Hypothekarverträge, Kredit- und Leasingverträge.
- Versicherung und Nachlass: Policen sowie, falls vorhanden, Ehevertrag, Testament, Erbvertrag, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung.
Warum lohnt sich die Vorbereitung aufs Erstgespräch?
Eine gute Vorbereitung macht das erste Gespräch konkret statt allgemein. Liegen die zentralen Unterlagen vor, lässt sich Ihre finanzielle Ausgangslage direkt einordnen, statt sie über mehrere Termine hinweg zu rekonstruieren. Sie gewinnen früher Klarheit, und offene Fragen lassen sich gezielt statt pauschal besprechen.
Das Erstgespräch bleibt dabei eine Standortbestimmung. Es geht nicht darum, mit einem perfekten Ordner zu erscheinen, sondern darum, ein möglichst vollständiges Bild zu ermöglichen. Was fehlt, lässt sich nachreichen.
Welche Unterlagen zu Einkommen und Steuern?
Für den Bereich Einkommen bilden drei Dokumente die Basis: der aktuelle Lohnausweis, die letzte Steuererklärung mit der definitiven Veranlagung sowie Belege zu weiteren Einkünften wie Mieterträgen, Dividenden oder selbstständiger Tätigkeit. Sie zeigen, welche Mittel regelmässig zur Verfügung stehen.
Die Steuererklärung ist besonders aufschlussreich, weil sie Einkommen, Vermögen und Abzüge an einem Ort bündelt. Sie dient in vielen Fällen als Ausgangspunkt, um Optimierungsmöglichkeiten überhaupt sichtbar zu machen.
Welche Vorsorge-Unterlagen (AHV, Pensionskasse, Säule 3a)?
Die Vorsorge stützt sich auf das Drei-Säulen-Prinzip, entsprechend gehören Unterlagen aus allen drei Säulen dazu: der AHV-Kontoauszug (IK-Auszug) für die erste Säule, der aktuelle Vorsorgeausweis der Pensionskasse für die zweite sowie Auszüge und Policen der Säule 3a und 3b für die dritte. Freizügigkeitskonten aus früheren Anstellungen gehören ebenfalls dazu.
Der Pensionskassenausweis ist hier zentral. Er weist Altersguthaben, voraussichtliche Rente und Einkaufspotenzial aus und macht Vorsorgelücken sichtbar. Ohne ihn bleibt ein wesentlicher Teil des Gesamtbildes offen.
Welche Unterlagen zu Vermögen, Immobilien und Schulden?
Zum Vermögen gehören aktuelle Bank- und Depotauszüge, Aufstellungen zu Wertschriften sowie Angaben zu Beteiligungen oder Firmenanteilen. Bei Immobilien sind Kaufvertrag, Hypothekarverträge und eine aktuelle Schätzung oder der Eigenmietwert relevant. Verpflichtungen wie Kredite und Leasingverträge vervollständigen das Bild.
Erst die Gegenüberstellung von Vermögen und Verpflichtungen zeigt Ihre tatsächliche finanzielle Lage. Deshalb gehören beide Seiten zum Erstgespräch, nicht nur die Vermögenswerte.
Welche Versicherungs- und Nachlassdokumente?
Sinnvoll sind die Policen der wichtigsten Versicherungen, insbesondere Lebens-, Risiko- und Sachversicherungen. Sie zeigen, welche Risiken bereits abgedeckt sind. Bei den Nachlass- und Vorsorgedokumenten geht es um Ehevertrag, Testament, Erbvertrag, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung.
Diese Dokumente müssen nicht vollständig vorliegen. Bereits die Information, ob sie existieren, ist für eine ganzheitliche Planung wichtig, weil sie beeinflusst, wie Vermögen geordnet und über Generationen übertragen wird.
Häufige Fragen zu den Unterlagen für die Finanzplanung
Welche Unterlagen sind für ein Finanzplanungs-Erstgespräch am wichtigsten?
Am wichtigsten sind ein Überblick über Einkommen (Lohnausweis, letzte Steuererklärung), die Vorsorge (Pensionskassenausweis, Säule-3a-Auszüge, AHV-Kontoauszug) sowie Vermögen und Verpflichtungen (Bank- und Depotauszüge, Hypothekar- und Kreditverträge). Damit lässt sich Ihre finanzielle Ausgangslage bereits im ersten Gespräch realistisch einordnen.
Was passiert, wenn mir einzelne Unterlagen fehlen?
Das ist kein Hindernis. Das Erstgespräch ist eine Standortbestimmung, keine abschliessende Planung. Fehlende Dokumente lassen sich nachreichen. Je vollständiger die Unterlagen jedoch vorliegen, desto konkreter fällt das erste Bild aus und desto weniger Rückfragen sind später nötig.
Brauche ich meinen Pensionskassenausweis für die Finanzplanung?
Ja. Der aktuelle Vorsorgeausweis der Pensionskasse zeigt Ihr Altersguthaben, die voraussichtliche Rente und mögliche Einkäufe. Er ist eine der wichtigsten Grundlagen, um Vorsorgelücken zu erkennen und die Vorsorge sinnvoll mit Ihrer übrigen Vermögensplanung zu verbinden.
Sollten auch Nachlass- und Vorsorgedokumente zum Erstgespräch?
Sofern vorhanden, ja. Ehevertrag, Testament, Erbvertrag, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung beeinflussen, wie Vermögen geordnet und übertragen wird. Sie müssen nicht vollständig sein. Ihr Vorhandensein oder Fehlen ist bereits eine wichtige Information für eine ganzheitliche Planung.
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