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Familie geht bei Sonnenlicht über einen Weg als Sinnbild für finanzielle Lebenswendepunkte

Ratgeber

Lebensereignisse & Finanzen

Lebensereignisse wie Heirat, Scheidung, Erbfall, Erbvorbezug, Wegzug ins Ausland oder die Geburt eines Kindes verändern die finanzielle Ausgangslage grundlegend. An solchen Wendepunkten greifen Güterrecht, Vorsorge, Steuern und Erbrecht ineinander und verlangen Entscheidungen, die oft über Jahrzehnte nachwirken. Dieser Überblick ordnet die wichtigsten finanziellen Fragen entlang typischer Lebensereignisse ein und zeigt, wo sie mit der Vorsorge der 2. und 3. Säule zusammenhängen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer ohne Ehevertrag heiratet, untersteht von Gesetzes wegen dem ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung; in die Ehe eingebrachtes Vermögen sowie Erbschaften und Schenkungen bleiben Eigengut (Art. 196 ff. ZGB).
  • Bei einer Scheidung werden die während der Ehe erworbenen Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge (2. Säule) grundsätzlich hälftig geteilt (Art. 122 f. ZGB).
  • Seit der Erbrechtsrevision 2023 ist der Pflichtteil der Nachkommen von drei Vierteln auf die Hälfte ihres gesetzlichen Erbanspruchs gesunken, der Pflichtteil der Eltern entfällt; die frei verfügbare Quote ist entsprechend grösser (Art. 470 f. ZGB).
  • Ein Erbvorbezug an einen gesetzlichen Erben wird in der Regel bei der Erbteilung ausgeglichen, entweder durch Einwerfung in Natur oder durch Anrechnung dem Werte nach auf den Erbteil (Art. 626 Abs. 1 ZGB, Art. 628 Abs. 1 ZGB). Massgebend ist der Wert der Zuwendung beim Erbfall, nicht bei der Übergabe (Art. 630 Abs. 1 ZGB).
  • Beim endgültigen Wegzug aus der Schweiz kann das Freizügigkeitsguthaben der 2. Säule grundsätzlich bezogen werden; bei einem Wegzug in einen EU- oder EFTA-Staat bleibt der obligatorische Teil jedoch gebunden, solange dort eine obligatorische Versicherung besteht (Art. 25f FZG).

Quellen: ZGB Art. 196 (fedlex) · FZG Art. 22c (fedlex) · ZGB Art. 471 (fedlex) · ZGB Art. 626 (fedlex) · ZGB Art. 628 (fedlex) · ZGB Art. 630 (fedlex)

Häufige Fragen zu Lebensereignisse & Finanzen

Ohne Ehevertrag gilt automatisch der Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung: Während der Ehe Erspartes wird bei einer Auflösung geteilt, während in die Ehe Eingebrachtes sowie Erbschaften und Schenkungen Eigengut bleiben. Daneben verändern sich Steuersituation und Vorsorgefragen. Ein Ehevertrag kann die Aufteilung anders regeln. Die individuelle Situation sollte fachlich abgeklärt werden.
Die während der Ehe in der 2. Säule angesparten Austrittsleistungen werden bei einer Scheidung grundsätzlich hälftig geteilt (Art. 122 f. ZGB). Massgebend ist der Zeitraum von der Eheschliessung bis zur Einleitung des Scheidungsverfahrens. Auch das vor der Ehe oder als Erbschaft erworbene Vermögen sowie die 3. Säule sind betroffen. Die rechtliche und steuerliche Behandlung kann sich ändern.
Seit der Erbrechtsrevision 2023 ist die frei verfügbare Quote grösser geworden: Der Pflichtteil der Nachkommen sank auf die Hälfte ihres gesetzlichen Erbanspruchs, jener der Eltern entfiel (Art. 470 f. ZGB). Den verbleibenden Teil können Sie per Testament oder Erbvertrag frei zuweisen. Eine vorausschauende Nachlassplanung verbindet Erbrecht, Güterrecht und Vorsorge. Die rechtliche Behandlung kann sich ändern.
In der Regel wird er bei der Erbteilung ausgeglichen, entweder durch Einwerfung in Natur oder durch Anrechnung dem Werte nach auf den Erbteil des gesetzlichen Erben, der ihn erhalten hat (Art. 626 Abs. 1 ZGB, Art. 628 Abs. 1 ZGB). Massgebend ist der Wert beim Erbfall, unabhängig davon, wie er sich seit der Übergabe entwickelt hat; wurde der Gegenstand vor dem Erbfall verkauft, zählt der erzielte Erlös (Art. 630 Abs. 1 ZGB). Bei Zuwendungen an Nachkommen kann der Erblasser die Ausgleichung ausdrücklich ausschliessen (Art. 626 Abs. 2 ZGB). Auch dann können die übrigen pflichtteilsberechtigten Erben die Herabsetzung verlangen, soweit ihr Pflichtteil verletzt ist (Art. 522 Abs. 1 ZGB, Art. 527 Ziff. 1 ZGB).
Beim endgültigen Wegzug aus der Schweiz kann das Freizügigkeitsguthaben der 2. Säule grundsätzlich bezogen werden. Ziehen Sie in einen EU- oder EFTA-Staat, bleibt der obligatorische Teil gebunden, solange dort eine obligatorische Versicherung besteht; nur der überobligatorische Teil ist auszahlbar (Art. 25f FZG). Auch die Säule 3a und die Besteuerung sind betroffen. Die steuerliche Behandlung kann sich ändern.

Diese Übersicht dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung dar. Rechtslage und Steuerfolgen sind hier vereinfacht dargestellt.

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