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Ratgeber

Freizügigkeit

Freizügigkeit bezeichnet den Erhalt des Vorsorgeschutzes der 2. Säule beim Austritt aus einer Pensionskasse. Wer die Stelle wechselt oder die Pensionskasse verlässt, ohne in eine neue einzutreten, überträgt das angesparte Altersguthaben als Austrittsleistung auf ein Freizügigkeitskonto oder ein Freizügigkeitsdepot. Dort bleibt das Kapital gebunden, bis es in eine neue Pensionskasse einfliesst oder bei der Pensionierung bezogen wird.

Das Wichtigste in Kürze

01

Beim Austritt aus der Pensionskasse ohne Eintritt in eine neue überträgt die Vorsorgeeinrichtung die Austrittsleistung auf ein Freizügigkeitskonto oder -depot; ohne Instruktion geht das Guthaben frühestens nach sechs Monaten, spätestens nach zwei Jahren an die Stiftung Auffangeinrichtung BVG (Art. 4 FZG).

02

Die Austrittsleistung darf auf höchstens zwei Freizügigkeitseinrichtungen aufgeteilt werden, was einen gestaffelten und steuerlich oft günstigeren Kapitalbezug ermöglicht (Freizügigkeitsverordnung).

03

Eine Barauszahlung ist nur in drei Fällen zulässig: endgültiges Verlassen der Schweiz, Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit oder eine geringfügige Austrittsleistung (Art. 5 FZG).

04

Bei einem Wegzug in einen EU- oder EFTA-Staat kann der obligatorische Teil des Altersguthabens nicht bar bezogen werden, solange dort eine obligatorische Versicherung besteht; nur der überobligatorische Teil ist auszahlbar (Art. 25f FZG). Beim Wegzug in einen Drittstaat ist der Bezug des gesamten Guthabens möglich.

Quellen: BSV · fedlex

Häufige Fragen zu Freizügigkeit

Tritt am neuen Arbeitsplatz eine Pensionskasse an, überträgt Ihre bisherige Kasse das Altersguthaben dorthin. Gibt es keine neue Kasse, etwa bei einer Auszeit oder Arbeitslosigkeit, fliesst die Austrittsleistung auf ein Freizügigkeitskonto oder -depot und bleibt dort gebunden, bis Sie wieder einer Pensionskasse beitreten oder das Kapital beziehen.
Ein Freizügigkeitskonto verzinst das Guthaben wie ein Sparkonto. Ein Freizügigkeitsdepot legt das Kapital in Wertschriften an, etwa in Fonds mit einer gewählten Aktienquote. Das Depot eröffnet über längere Zeithorizonte zusätzliche Chancen, ist aber mit Marktschwankungen verbunden. Welche Lösung passt, hängt vom Anlagehorizont und der persönlichen Risikofähigkeit ab.
Eine Barauszahlung ist nur in bestimmten Fällen möglich: beim endgültigen Verlassen der Schweiz, bei Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit oder wenn die Austrittsleistung geringfügig ist (Art. 5 FZG). Bei einem Wegzug in die EU oder EFTA bleibt der obligatorische Teil in der Regel gebunden. Die steuerliche Behandlung kann sich ändern.
Die Austrittsleistung lässt sich auf höchstens zwei Einrichtungen verteilen. Ein gestaffelter Bezug in verschiedenen Jahren kann die Steuerprogression brechen, da Kapitalleistungen getrennt vom übrigen Einkommen besteuert werden. Wie stark der Effekt ausfällt, ist kantonal unterschiedlich. Die steuerliche Behandlung kann sich ändern; eine Abklärung der individuellen Situation ist ratsam.
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