Market Update November 2025: Ihre Börsen News
Die vergangenen Wochen waren geprägt von einem Marktumfeld, das durch eine Mischung aus makroökonomischer Widerstandsfähigkeit, regionalen Unterschieden und einer zunehmend selektiven Marktbreite gekennzeichnet war.
Die vergangenen Wochen waren geprägt von einem Marktumfeld, das durch eine Mischung aus makroökonomischer Widerstandsfähigkeit, regionalen Unterschieden und einer zunehmend selektiven Marktbreite gekennzeichnet war. Trotz geopolitischer Spannungen, handelspolitischer Unsicherheiten und regulatorischer Diskussionen präsentieren sich viele Volkswirtschaften robuster als erwartet. Solide Unternehmensgewinne, starke private Bilanzen und eine schrittweise Entspannung der Inflation stützen das globale Bild.
Geopolitische Entwicklungen
USA: Belastungsprobe mit resilientem Kern
Die US-Wirtschaft sendet derzeit ein gemischtes Signal. Das Wachstum verliert an Schwung, doch Konsum und Investitionen bleiben erstaunlich stabil.
- Arbeitsmarkt: Während das ADP-Jobwachstum positiv überraschte, zeigten die Challenger-Daten einen deutlichen Anstieg der Entlassungen, insbesondere in Tech- und AI-nahen Branchen.
- Sentiment: Politische Unsicherheiten belasteten das Vertrauen; der Michigan-Index fiel auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren.
- Unternehmensgewinne: Viele Firmen überzeugten trotz konjunktureller Abkühlung mit robusten Zahlen.
- Makrotrend: Der wichtigste Puffer bleibt die aussergewöhnlich starke private Bilanzqualität, ein zentrales Element, das das Rezessionsrisiko dämpft.
Die Fed dürfte ab Dezember mit drei Zinsschritten à 25 Basispunkten auf einen neutraleren Kurs einschwenken und damit den Weg für ein freundlicheres 2026 ebnen.
Europa: endlich wieder Rückenwind
Europa überraschte zuletzt positiv und zeigte deutlich mehr Dynamik als erwartet.
- Konjunktur: Die Eurozone erreichte im Oktober das stärkste Aktivitätsniveau seit über zwei Jahren. Besonders die Neuaufträge im verarbeitenden Gewerbe legten kräftig zu.
- Unternehmen: Viele Firmen übertrafen ihre Gewinnschätzungen, was sich in steigenden Revisionen widerspiegelt.
- Bewertungen: Europäische Aktien bleiben historisch attraktiv bewertet, auch wenn die mittel- bis langfristige Dynamik eng mit der globalen Nachfrage verknüpft bleibt.
Schweiz: defensive Stärke und überzeugende Ergebnisse
Die Schweiz gehört zu den klaren Gewinnern dieser Phase.
- SMI: Über 3 % Performance im November, zeitweise stärkster Markt unter den entwickelten Volkswirtschaften.
- Berichtssaison: Positiv über fast alle Sektoren hinweg.
- Versicherer: Profitieren von steileren Zinskurven und soliden Kapitalquoten.
- Immobilien: Schweizer Immobilienwerte zeigten sich stabil; sinkender Zinsdruck und geringe Leerstände wirken unterstützend.

Anlageklassen im Überblick
Aktien: stark, aber zunehmend selektiv
Global präsentierten Unternehmen die stärkste Gewinnentwicklung seit drei Jahren. Gleichzeitig nimmt die Marktbreite ab – besonders in den USA.
USA: Weiterhin starke Abhängigkeit von wenigen Tech-Schwergewichten.
Korrekturen bei einzelnen KI-Titeln nach überzogenen Erwartungen. Für 2026 deutet vieles auf ein frühes Zyklusumfeld hin, in dem sich die Marktführung verbreitert. Finanzwerte, Industrials und Small Caps profitieren traditionell von einer Erholung, steigender Investitionstätigkeit und normalisierten Zinskurven.
Europa: Positive Konjunktursignale und gute Gewinne unterstützten Banken und Industriewerte.
Schweiz: Versicherungen, Pharma und Industrie führten die Entwicklung an; die Q3-Saison untermauert die strukturelle Stabilität des Marktes.
Asien & Emerging Markets:
China bleibt belastet durch strukturelle Schwächen. Indien, Brasilien und Teile des Mittleren Ostens hingegen zeigten klare Stärke.
Obligationen: Renditen kehren zurück
Die Aussichten für Anleihen haben sich spürbar verbessert. Mehrere grosse Häuser erwarten: eine Serie von Fed-Senkungen, nachlassende tarifbedingte Inflationsimpulse, geldpolitische Normalisierung in Europa. Damit rückt längere Duration wieder als attraktive Komponente in Portfolios in den Vordergrund.
Schweizer Immobilien – robuste Fundamentaldaten
Hohe Nachfrage in urbanen Regionen, niedrige Leerstände und sinkender Zinsdruck stützen die Performance der Schweizer Immobilienmärkte – sowohl bei Fonds als auch bei börsennotierten Gesellschaften.
Rohstoffe: selektive Stärke
- Edelmetalle: Gold und Silber blieben stabil und dienten als sicherer Hafen.
- Energie: KI-getriebener Strombedarf setzte positive Akzente in ausgewählten Segmenten.
- Industriemetalle: Weiterhin unter Druck, vor allem aufgrund der schwachen chinesischen Nachfrage.
Everon Strategien
Multifaktor-Strategie
Unsere Multifaktor-Strategien – Global, Schweiz Fokus und Schweiz – haben in Europa und der Schweiz solide Resultate erzielt. Die breite Diversifikation wirkte stabilisierend und trug entscheidend zur positiven Entwicklung bei. Im US-Teil war die Gleichgewichtung kurzfristig im Nachteil, da grosse Benchmarks von wenigen Mega-Caps dominiert wurden. Langfristig zeigt sich jedoch immer wieder, dass eine gleichgewichtete Struktur besonders dann Vorteile entfaltet, wenn sich die Marktführung – wie erwartet 2026 – verbreitert.
Income-Strategie
Unsere Income-Strategien haben in allen Regionen ihre Dividendenbenchmarks klar übertroffen. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung in der Schweiz, wo die Strategie rund 21% Rendite erzielte – getragen von Qualitätsfaktoren, defensiver Stabilität und einem fokussierten Auswahlprozess.

Fazit
Ein Markt, der trägt – aber selektiv bleibt. USA stabil mit ersten Rissen, Europa überraschend positiv, Schweiz defensiv stark, Schwellenländer polarisiert.
Unser Fokus bleibt klar: Qualität bevorzugen, Diversifikation konsequent nutzen und strukturell robuste Strategien einsetzen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.