Market Update Januar 2026: Ihre Börsen News
Das Jahr 2026 hat mit einer ungewöhnlich hohen Dichte an geopolitischen Ereignissen begonnen.
Das Jahr 2026 hat mit einer ungewöhnlich hohen Dichte an geopolitischen Ereignissen begonnen. Innerhalb weniger Wochen mussten die Märkte militärische Aktionen, erneute territoriale Rhetorik sowie öffentlichen Druck auf zentrale wirtschaftliche Institutionen verarbeiten. Eine solche Häufung von Schlagzeilen würde die Finanzmärkte üblicherweise deutlich stärker verunsichern.
Stattdessen haben sich die Märkte bislang vergleichsweise robust gezeigt. Dies widerspiegelt eine zunehmende Fähigkeit, zwischen kurzfristigem politischem Lärm und jenen Entwicklungen zu unterscheiden, die tatsächlich Einfluss auf Wirtschaftswachstum, Liquidität und Risikoprämien haben. Für Anleger besteht die zentrale Aufgabe daher nicht darin, auf jede Schlagzeile zu reagieren, sondern jene geopolitischen Dynamiken zu verstehen, die für die Vermögensallokation relevant sind und über welche Kanäle sie auf die Märkte wirken.
Geopolitische Entwicklungen
Die geopolitische Unsicherheit nahm zu Beginn des Jahres 2026 spürbar zu, bevor sie sich in den letzten Tagen etwas abgeschwächt hat. Die Märkte reagierten dabei primär über Veränderungen der Risikoprämien und weniger über eine breite Neubewertung der Wachstumserwartungen.
Ein wesentlicher Eskalationspunkt war die US-Operation in Venezuela und die Verhaftung von Präsident Maduro. Über den unmittelbaren Schock hinaus liegt die entscheidende Frage für Anleger in den weiterreichenden Konsequenzen. Das Ereignis warf Fragen zum Völkerrecht und zu Präzedenzfällen auf und erhöhte die Unsicherheit hinsichtlich möglicher diplomatischer Reaktionen oder Gegenmassnahmen. Aus Marktsicht konzentrierten sich die Auswirkungen vor allem auf die Energiemärkte und die Stimmung gegenüber Schwellenländern. Die Ölpreise reflektierten eine höhere geopolitische Risikoprämie, während die Aktienmärkte der entwickelten Länder nur kurzzeitig reagierten, was das Ausbleiben unmittelbarer Angebotsstörungen widerspiegelt.
Auch rund um Grönland verschärften sich die Spannungen infolge einer deutlichen US-Rhetorik. Das Ereignis unterstrich die strategische Bedeutung der Arktis und löste eine klare politische Reaktion Europas aus. Dies verstärkte die Diskussionen über strategische Autonomie, höhere Verteidigungsausgaben und eine geringere geopolitische Abhängigkeit. Wichtig ist, dass sich der Ton während und nach dem World Economic Forum in Davos spürbar änderte. Die Kommunikation wurde versöhnlicher und stärker auf Verhandlungen ausgerichtet. Dadurch reduzierten sich kurzfristige Extremrisiken, was zur Stabilisierung der Risikostimmung beitrug.
Auch wenn die unmittelbare Eskalation nachliess, bleiben die mittelfristigen Implikationen relevant. Europas Bestreben nach grösserer strategischer Autonomie dürfte zu höheren Investitionen in Verteidigung, Infrastruktur und strategische Industrien führen. Dies ist weniger ein direkter Treiber für die Marktrichtung, sondern vielmehr eine Quelle relativer Sektorunterschiede.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die erneute öffentliche Konfrontation zwischen Donald Trump und der US-Notenbank. Anhaltende Kritik an der Fed erhöhte die Sensitivität der Anleger gegenüber der institutionellen Glaubwürdigkeit. Die sichtbarsten Marktauswirkungen zeigten sich im Anleihen- und Währungsbereich. US-Staatsanleihen reflektierten eine höhere Laufzeitprämie, und der US-Dollar zeigte phasenweise Schwäche. Die Aktienmärkte blieben hingegen vergleichsweise stabil, gestützt durch Gewinnmomentum und Wachstumserwartungen.
Im Nahen Osten führten Unruhen im Iran sowie eine verschärfte Rhetorik zu einer anhaltenden geopolitischen Risikoprämie im Ölmarkt. Auch ohne physische Angebotsunterbrechungen blieben die Energiepreise unterstützt. Edelmetalle profitierten ebenfalls, da Anleger weiterhin Schutz vor politischer und institutioneller Unsicherheit suchten. Insgesamt hat die geopolitische Lage zu Beginn des Jahres 2026 die Volatilität erhöht, die Märkte jedoch nicht aus der Bahn geworfen. Die wichtigsten Übertragungskanäle waren Rohstoffe, Zinsen und Währungen und weniger die Aktienmärkte. Diversifikation und diszipliniertes Risikomanagement bleiben daher zentral.
Marktentwicklung nach Anlageklassen
Aktien
Die Aktienmärkte sind solide ins neue Jahr gestartet. Das Gewinnmomentum bleibt der dominierende Treiber, insbesondere in den USA, wo Investitionen in Technologie und künstliche Intelligenz das Gewinnwachstum weiterhin stützen. Die Bewertungen sind erhöht, wurden bislang jedoch durch die Gewinnentwicklung gerechtfertigt. Ausserhalb der USA verbessern sich die relativen Dynamiken. Europäische Aktien profitierten von stabilisierenden Konjunkturdaten und einer breiteren Gewinnentwicklung. Schwellenländer rücken erneut in den Fokus, da sich die Wachstumserwartungen verbessern und die Bewertungsabschläge gegenüber den entwickelten Märkten attraktiv bleiben.
Ein zentrales Thema ist die allmähliche Verbreiterung der Gewinnführerschaft über die US-Mega-Caps hinaus. Mehrere asiatische Volkswirtschaften zeigen verbesserte Gewinntrends, gestützt durch die Binnennachfrage und industriepolitische Impulse. Dies reduziert Konzentrationsrisiken und unterstützt einen ausgewogeneren globalen Aktienausblick.
Schweizer Aktien zeigten einen etwas gemischteren Jahresstart. Der Markt profitiert weiterhin von seinen defensiven Eigenschaften, wobei grosse Unternehmen aus dem Gesundheits- und Konsumgüterbereich für Gewinnstabilität und Schutz nach unten sorgen. Gleichzeitig bleibt der starke Schweizer Franken eine Belastung, insbesondere für exportorientierte Unternehmen und zyklische Mid Caps.
Die Bewertungen in Teilen des Schweizer Marktes sind anspruchsvoll, was die hohe Qualität und Widerstandsfähigkeit der Erträge widerspiegelt. Dies begrenzt das kurzfristige Aufwärtspotenzial, unterstützt jedoch die relative Stabilität in Phasen erhöhter Unsicherheit.
Finanzwerte profitierten moderat von höheren Zinsen, während Industriewerte sensibel auf globale Wachstumserwartungen und Währungsentwicklungen reagieren. Insgesamt bleiben Schweizer Aktien als stabilisierende Komponente innerhalb breit diversifizierter Aktienallokationen gut positioniert und bieten eher Resilienz als ein hohes Beta zum globalen Wachstum.
Obligationen
Die Obligationenmärkte stehen vor einem anspruchsvolleren Umfeld. Die Inflation geht in den meisten entwickelten Volkswirtschaften weiter zurück, dennoch sind die Renditen aufgrund von Angebotsdruck und Sorgen über politischen Einfluss auf die Geldpolitik gestiegen. Investment-Grade-Kredite erscheinen auf dem aktuellen Niveau besonders wenig attraktiv. Die Kreditspreads haben sich verengt, während das Emissionsvolumen deutlich zugenommen hat. Diese Kombination bietet nur eine begrenzte Entschädigung für Zins- und Kreditrisiken. Staatsanleihen reagieren weiterhin sensibel auf Erwartungen künftiger Zinssenkungen. Die Märkte preisen geldpolitische Lockerungen im späteren Jahresverlauf ein, während die kurzfristige Ausrichtung restriktiv bleibt. Dies deutet auf begrenztes kurzfristiges Aufwärtspotenzial und anhaltende Volatilität hin. Obligationenallokationen erfordern daher Selektivität, ein sorgfältiges Laufzeitenmanagement und Diversifikation anstelle einer breiten Marktabdeckung.
Immobilien (Schweiz)
Der Schweizer Immobilienmarkt bleibt durch strukturell begrenztes Angebot und robuste Nachfrage gestützt, insbesondere im Wohnsegment. Tiefe Leerstandsquoten in urbanen Regionen sichern weiterhin stabile Mieterträge.
Die Stabilisierung der Zinsen hat die Visibilität der Bewertungen verbessert. Während höhere Finanzierungskosten in den vergangenen Jahren die Transaktionsaktivität gebremst haben, hat der Preisdruck nachgelassen, und der Markt normalisiert sich. Kotierte Schweizer Immobilien bleiben sensibel gegenüber Bewegungen der langfristigen Zinsen. Gewerbeimmobilien zeigen ein differenzierteres Bild. Erstklassige Objekte in zentralen Lagen bleiben widerstandsfähig, während sekundäre Lagen weiterhin unter Druck stehen. Insgesamt bieten Schweizer Immobilien weiterhin Diversifikationsvorteile und stabile Cashflows.
Rohstoffe
Rohstoffe haben wieder an strategischer Bedeutung gewonnen. Verbesserte globale Wachstumserwartungen, erhöhte geopolitische Risiken und ein schwächerer US-Dollar stützten die Anlageklasse. Industriemetalle stechen aufgrund eingeschränkter Angebotsdynamiken hervor. Eine erhöhte M&A-Aktivität deutet darauf hin, dass ein organischer Angebotsausbau schwierig bleibt. Dies unterstützt die mittelfristige Preisentwicklung von Metallen, die mit Elektrifizierung, Infrastruktur und Technologie verbunden sind. Die Energiemärkte bleiben volatil, werden jedoch durch geopolitische Risikoprämien gestützt. Edelmetalle profitieren weiterhin von politischer Unsicherheit und Zweifeln an der institutionellen Glaubwürdigkeit. Rohstoffe erfüllen zunehmend sowohl zyklische als auch defensive Funktionen innerhalb diversifizierter Portfolios.
Everon Strategien und Portfolio-Positionierung
Income-Strategie
Die Income-Strategie erzielte im Jahr 2025 eine aussergewöhnlich starke Performance, gestützt sowohl durch ein günstiges Marktumfeld als auch durch ihre zugrunde liegende Konstruktion. Das Jahr war besonders geeignet für einkommensorientierte Strategien. Erhöhte Zinsen steigerten die Attraktivität sichtbarer Cashflows, während geopolitische und makroökonomische Unsicherheit Anleger zu Unternehmen mit stabilen Erträgen und verlässlicher Dividendenpolitik führte.
Dividendenstarke Titel profitierten zudem von einer breiteren Rotation hin zu Qualität und defensiven Eigenschaften in volatilen Marktphasen. In der Schweiz entwickelte sich die Strategie besonders positiv. Sie erzielte eine Rendite von 25.5% und übertraf den iShares Swiss Dividend ETF um 6 Prozentpunkte. Diese Outperformance war nicht allein auf Stilfaktoren zurückzuführen, sondern resultierte auch aus disziplinierter Titelselektion und einem Fokus auf nachhaltige Dividenden statt auf reine Dividendenhöhe.
Die Sektorallokation und die Qualität der Bilanzen trugen in einem Jahr mit hoher Streuung innerhalb des Dividendenuniversums zusätzlich zur Performance bei. Insgesamt unterstreicht die Performance die Stärke des Income-Ansatzes. Auch wenn das Umfeld 2025 unterstützend wirkte, war der Fokus der Strategie auf nachhaltige Cashflows, Bewertungsdisziplin und Verlustbegrenzung der entscheidende Faktor für die Outperformance.
Everon Income Strategie (Schweiz)

Die Everon Income Strategy erzielte im Jahr 2025 eine deutliche Outperformance. Sie profitierte von einem günstigen Umfeld für dividendenstarke Aktien sowie von einer disziplinierten Titelselektion mit Fokus auf nachhaltige Cashflows und solide Bilanzen
Multifaktor-Strategie
Die Multifaktor-Strategie entwickelte sich im Jahr 2025 schwächer als die wichtigsten Benchmarks, was auf ihre bewusste Konstruktion und ein spezielles Marktregime zurückzuführen ist.
Die Aktienmärkte waren stark konzentriert, wobei eine kleine Anzahl von Mega-Cap-Titeln einen überproportionalen Anteil der Indexrenditen generierte. Davon profitierten kapitalisierungsgewichtete Benchmarks besonders stark. Unsere Strategie setzt hingegen bewusst auf Gleichgewichtung und eine diversifizierte Faktorallokation. Dies reduziert strukturelle Konzentrationsrisiken und erhöht die Marktbreite, führt jedoch in Phasen, in denen wenige Indexschwergewichte dominieren, zu einer relativen Underperformance.
Momentum-Effekte waren im Jahresverlauf aussergewöhnlich konzentriert und instabil, was die Streuung zusätzlich erhöhte. Diese Dynamik zeigte sich besonders deutlich in Nordamerika.
Dieses Verhalten entspricht der Logik eines disziplinierten Multifaktor-Ansatzes. Faktorstrategien sind nicht darauf ausgelegt, Benchmark-Konzentrationen abzubilden, sondern über vollständige Marktzyklen hinweg robuste, diversifizierte Erträge zu liefern. Zeitweise Abweichungen von kapitalisierungsgewichteten Indizes sind daher ein inhärentes Merkmal und keine Schwäche.
Wir stehen weiterhin voll hinter dem Multifaktor-Ansatz. Um die Robustheit weiter zu erhöhen, verfeinern wir die Gewichtungsumsetzung in Nordamerika durch einen stärker gemischten Ansatz, der Gleichgewichtung mit einer gewissen Marktkapitalisierungssensitivität kombiniert, ohne die zentralen Prinzipien der Diversifikation und Faktordisziplin aufzugeben.
Zu Beginn des Jahres 2026 hat die Schweizer Multifaktor-Strategie den SMI bereits um rund 3% übertroffen, während die US- und Europa-Allokationen weitgehend im Einklang mit ihren jeweiligen Benchmarks liegen.
Marktbreite – S &P 500 Beteiligung

Die Marktbreite hat sich zu Beginn des Jahres 2026 deutlich verbessert. Rund 65 % der S&P-500-Aktien schlagen den Index seit Jahresbeginn, was auf eine breitere und ausgewogenere Marktstruktur im Vergleich zu den Vorjahren hindeutet.
Fazit und Ausblick für 2026
Trotz eines ereignisreichen und politisch geprägten Jahresstarts bleibt das zugrunde liegende Marktumfeld konstruktiv. Das Wirtschaftswachstum entwickelt sich robuster als erwartet, das Gewinnmomentum stützt die Aktienmärkte, und die finanziellen Rahmenbedingungen werden allmählich unterstützender.
Die Märkte erwarten im Verlauf des Jahres 2026 Zinssenkungen, insbesondere in den USA und in Teilen Europas. Auch wenn Zeitpunkt und Umfang unsicher bleiben, deutet die Richtung auf eine lockerere Geldpolitik hin. Diese Erwartung stellt einen zusätzlichen Rückenwind für Risikoanlagen dar und unterstützt die Bewertungen, insbesondere bei Aktien und Realwerten. Geopolitische Risiken haben zugenommen und dürften auch 2026 ein prägendes Element bleiben. Die Märkte haben diese Risiken bislang jedoch als beherrschbar und nicht als systemisch eingestuft. Rohstoffe und Realwerte spielen weiterhin eine wichtige Rolle als Diversifikatoren und Absicherung gegen geopolitische und inflationsbedingte Risiken. Im Obligationenbereich bleibt ein selektiver Ansatz angesichts der Bewertungen und Angebotsdynamik entscheidend. Insgesamt bleiben wir für das Jahr vorsichtig optimistisch. Die Performance 2026 könnte tendenziell eher zu Beginn des Jahres anfallen, getragen von Gewinnwachstum und der Erwartung einer späteren geldpolitischen Lockerung. Gleichzeitig unterstreicht die höhere Streuung zwischen Regionen und Anlageklassen die Bedeutung aktiver Bewirtschaftung.
Bei Everon bleiben wir konstruktiv, aber diszipliniert, und fokussieren uns auf Diversifikation, Bewertungsbewusstsein und strukturelle Wachstumschancen in einem Umfeld anhaltender politischer Unsicherheit und erhöhter Marktvolatilität.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.