Market Update Februar 2026: Ihre Börsen News
Der Monat Februar war geprägt von steigenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die gegen Ende des Monats eskalierten.
Der Monat Februar war geprägt von steigenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die gegen Ende des Monats eskalierten. Nach Angriffen der USA und ihrer Verbündeten drohte Iran mit Störungen des Schiffsverkehrs rund um die Strasse von Hormus und setzte diese teilweise um, eine zentrale Route für die globalen Öllieferungen. Die Störungen trieben die Ölpreise nach oben und erhöhten die geopolitischen Risikoprämien in den Energiemärkten.
An den Aktienmärkten kam es zu einer Rotation weg von Teilen des US-Technologiesektors hin zu Energie- und zyklischen Titeln, während höhere Ölpreise auf treibstoffsensitive Industrien belastend wirkten. Die Anleihemärkte blieben durch die nachlassende Inflation in den USA und Europa gestützt, auch wenn politische Entwicklungen rund um die Führung der Zentralbanken Aufmerksamkeit auf sich zogen. Rohstoffe, insbesondere Öl und Gold, profitierten vom Anstieg der geopolitischen Unsicherheit.
Geopolitische Entwicklungen
Februar 2026 war geprägt von einer Reihe politischer und sicherheitsrelevanter Ereignisse, die die Märkte vor allem über höhere Risikoprämien beeinflussten und weniger durch eine grundlegende Eintrübung des globalen Wachstumsausblicks.
Kevin Warsh wurde Ende Januar zum nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank ab Mai 2026 ernannt. Die Diskussion um seine Ernennung lenkte den Fokus erneut auf die Unabhängigkeit der Zentralbank und führte im Monatsverlauf zu erhöhter Volatilität beim US-Dollar und bei Gold. Im Bereich Handel gaben die Vereinigten Staaten und Indien Anfang Februar ein bilaterales Abkommen bekannt, das gegenseitige Zölle reduzierte und Indiens Zusagen beinhaltete, seine Importe aus den USA auszuweiten, insbesondere im Energiebereich.
In Europa verschob sich die institutionelle Landschaft ebenfalls. Der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, kündigte seinen Rücktritt für Juni 2026 an, während Berichte darauf hindeuteten, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde ihr Amt vorzeitig niederlegen könnte. Auch wenn sich die Geldpolitik dadurch nicht unmittelbar verändert, gewann das Thema Nachfolge an Bedeutung, insbesondere in einem Umfeld, in dem die Inflation zurückgeht und sich die Debatte von „wie restriktiv“ hin zu „wie lange“ verlagert.
In Asien sicherte sich Japans Premierministerin Sanae Takaichi in einer vorgezogenen Wahl ein starkes Mandat, was die Erwartungen an eine wachstumsfreundliche Agenda untermauerte. Gleichzeitig bewerteten die Märkte weiterhin das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien, wobei sich der Fokus von der politischen Einigung hin zur Ratifizierung und Umsetzung verlagerte.
Das bedeutendste Ereignis im Verlauf des Februars und zu Beginn des März war jedoch der US-Iran-Konflikt. Über den gesamten Monat hinweg bestanden erhöhte Spannungen, die sich gegen Monatsende deutlich zuspitzten und Anfang März für erhebliche Unsicherheit sorgten. Der Konflikt verstärkte die Sorgen um Schifffahrtsrouten und potenzielle Lieferunterbrechungen. Der Iran stoppte faktisch den Schiffsverkehr rund um die Strasse von Hormus und drohte mit Angriffen auf Schiffe nach US- und alliierten Militärschlägen. Dies führte zu massiven Störungen im Tankerverkehr, stark steigenden Versicherungs- und Frachtraten und einem nahezu vollständigen Stillstand auf dieser strategisch zentralen Ölroute, über die rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen transportiert wird. Der Brent-Ölpreis verzeichnete nach den US-Angriffen einen deutlichen Anstieg und verstärkte die bereits zuvor aufgebaute geopolitische Risikoprämie an den Energiemärkten.
Marktentwicklung nach Anlageklassen
Aktien
Die Aktienmärkte durchliefen im Februar eine ausgeprägte sektorale Rotation unter der Oberfläche. Nach mehreren Jahren der Dominanz von US-Mega-Cap-Technologiewerten und KI-bezogenen Unternehmen begannen Investoren, die Nachhaltigkeit bestimmter Software-Geschäftsmodelle angesichts der raschen Fortschritte generativer KI-Tools kritisch zu hinterfragen. Dies führte zu Abverkäufen in Teilen des US-Softwaresektors, während Value- und zyklische Sektoren wie Energie und Industrie relative Stärke zeigten.

Die Eskalation des US-Iran-Konflikts zum Monatswechsel erhöhte den geopolitischen Druck. Die Reaktion der breiten US-Indizes blieb jedoch vergleichsweise moderat, gestützt durch solide binnenwirtschaftliche Fundamentaldaten. Deutlicher fielen die sektoralen Bewegungen aus: Energie- und Verteidigungswerte legten zu, während Fluggesellschaften und andere stark vom Ölpreis abhängige Branchen unter Druck gerieten. Die israelische Börse hingegen stieg im Februar und Anfang März um rund 35 Prozent und zeigte trotz regionaler Spannungen bemerkenswerte Resilienz.
Ausserhalb der USA war der Ton während des Grossteils des Monats konstruktiv. Europäische Aktien profitierten von stabilisierenden Konjunkturdaten und einer nachlassenden Inflation, auch wenn steigende Ölpreise gegen Monatsende erneut Kostensorgen auslösten. Schwellenländer rückten angesichts attraktiver Bewertungen gegenüber Industrieländern wieder stärker in den Fokus. Ölimportierende Länder standen jedoch unter Druck, da der Anstieg der Energiepreise die Handelsbilanzen belastete und europäische Indizes an Wert verloren.
In der Schweiz zeigte sich ein gemischtes Bild. Defensive Sektoren wie Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter sorgten für Stabilität. Gleichzeitig belastete der stärkere Schweizer Franken, gestützt durch Safe-Haven-Ströme, exportorientierte und international ausgerichtete zyklische Unternehmen.
Obligationen
Die Obligationenmärkte standen weiterhin im Spannungsfeld zwischen Disinflation, steigenden Laufzeitprämien und einem erhöhten Emissionsvolumen. In den USA zeigte der im Februar veröffentlichte Verbraucherpreisindex für Januar eine Abschwächung der Inflation auf 2.4% gegenüber dem Vorjahr, was die Einschätzung unterstützte, dass der Preisdruck nachlässt. Gleichzeitig erhöhte das politische Umfeld rund um den Führungswechsel bei der Fed die Sensibilität gegenüber einer möglichen „Unabhängigkeitsprämie“ bei langlaufenden US-Staatsanleihen.
Im Euroraum sank die Inflation im Januar auf 1.7%, was den Druck auf die EZB reduzierte. Gleichzeitig lenkten die Personalien rund um Villeroy und mögliche Nachfolgefragen bei Lagarde den Fokus auf die institutionellen Rahmenbedingungen künftiger geldpolitischer Entscheidungen.
In der Schweiz blieb die im Januar gemessene Inflation mit 0.1% sehr niedrig. Die SNB hielt ihren Leitzins bei 0%. Niedrige Inflation und ein starker Franken festigten die Erwartung, dass das Zinsniveau in der Schweiz tief bleiben dürfte, während globale Risk-off-Phasen die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen CHF-Anlagen stützten.
Immobilien (Schweiz)
Der Schweizer Immobilienmarkt bleibt durch strukturell begrenztes Angebot und robuste Nachfrage gestützt, insbesondere im Wohnsegment. Tiefe Leerstandsquoten in urbanen Regionen sichern weiterhin stabile Mieterträge.
Die Stabilisierung der Zinsen hat die Visibilität der Bewertungen verbessert. Während höhere Finanzierungskosten in den vergangenen Jahren die Transaktionsaktivität gebremst haben, hat der Preisdruck nachgelassen, und der Markt normalisiert sich. Kotierte Schweizer Immobilien bleiben sensibel gegenüber Bewegungen der langfristigen Zinsen. Gewerbeimmobilien zeigen ein differenzierteres Bild. Erstklassige Objekte in zentralen Lagen bleiben widerstandsfähig, während sekundäre Lagen weiterhin unter Druck stehen. Insgesamt bieten Schweizer Immobilien weiterhin Diversifikationsvorteile und stabile Cashflows.
Rohstoffe
Rohstoffe gewannen im Februar an Bedeutung, da sowohl zyklische als auch defensive Treiber zusammenwirkten. Konjunkturindikatoren verbesserten sich in mehreren Regionen moderat, der entscheidende Impuls ging jedoch von wieder aufflammenden geopolitischen Risikoprämien aus.

Brent-Rohöl verzeichnete Ende Februar und Anfang März 2026 einen deutlichen Preisanstieg, als sich die Spannungen im Nahen Osten zu einem offenen Konflikt ausweiteten. Bereits im Verlauf des Februars war ein Aufwärtstrend erkennbar, getrieben durch zunehmende Unsicherheit im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran. Am 28. Februar eskalierte die Lage nach koordinierten Militärschlägen, und Anfang März stoppte der Iran faktisch den Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus und drohte mit Angriffen auf Schiffe in der Region. Brent überschritt in einem volatilen Handelsumfeld klar die Marke von 80 USD pro Barrel, was die stark gestiegene geopolitische Risikoprämie und die Sorge vor physischen Lieferausfällen widerspiegelte.
Im Gegensatz zu früheren Episoden, die vor allem durch Vorsichtsprämien geprägt waren, führte diese Eskalation zu realen Störungen im Tankerverkehr, deutlich höheren Versicherungsprämien und steigenden Frachtraten. Selbst ohne formelle Blockade reduzierte die faktische Einschränkung der verfügbaren Transportkapazität das wahrgenommene Angebot. Die Energiemärkte preisten eine höhere Wahrscheinlichkeit anhaltender Angebotsengpässe ein, was die Ölpreise hoch hielt und die Volatilität im gesamten Ölkomplex, einschliesslich raffinierter Produkte, erhöhte.
Auch Edelmetalle profitierten: Gold setzte seine Serie monatlicher Gewinne fort, gestützt durch erhöhte geopolitische Unsicherheit und zeitweise Sorgen um institutionelle Glaubwürdigkeit. Damit bestätigte es erneut seine Funktion als Absicherungsinstrument in Phasen erhöhter Schlagzeilen- und Systemrisiken.
Everon Strategien und Portfolio-Positionierung
Income Strategien
Unsere Income-Strategien sind solide ins Jahr 2026 gestartet. In der Schweiz liegt die Strategie seit Jahresbeginn mit knapp 2% im Plus und hat sowohl den SMI als auch den iShares Swiss Dividend ETF übertroffen. Treiber der Performance waren eine disziplinierte Titelselektion sowie die konsequente Gleichgewichtung der Positionen, welche eine breitere Marktabdeckung ermöglicht. Besonders positiv entwickelten sich unter anderem Banque Cantonale Vaudoise und Vontobel.
Auch international zeigt sich ein erfreuliches Bild. Der europäische Bestandteil der Income-Strategie liegt rund 4–5% im Plus, während auch der US-Teil besonders stark performt hat mit mehr als 6% Rendite (YTD). In den USA profitierten vor allem dividendenstarke Titel sowie die bewusst breitere Mid-Cap-Abdeckung, welche zusätzliche Diversifikation und Renditequellen eröffnet.
Multifaktor-Strategien
Auch die Multifaktor-Strategien haben sich seit Jahresbeginn positiv entwickelt und konnten die wichtigsten Benchmarks leicht übertreffen. Besonders in der Schweiz zeigt sich eine starke relative Entwicklung.
Ähnlich wie bei den Income-Strategien erwies sich auch hier die breitere Marktabdeckung als vorteilhaft. Der Ansatz kombiniert mehrere Faktoren wie Bewertung, Qualität, Momentum und Risiko in einem diversifizierten Portfolio und profitiert insbesondere in Phasen, in denen sich die Marktführerschaft über mehr Unternehmen verteilt.
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**Die Entwicklung zu Jahresbeginn bestätigt, dass Diversifikation und aktive Titelselektion in einem Umfeld steigender Marktstreuung an Bedeutung gewinnen. Unsere Strategien sind bewusst so konstruiert, dass sie nicht von wenigen Indexschwergewichten abhängig sind. Genau diese breite und disziplinierte Anlagephilosophie bleibt auch 2026 die Grundlage für stabile und langfristig attraktive Renditen. Der Start in ein erfolgreiches 2026 ist somit schon einmal geglückt.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Everon AG ist von der FINMA bewilligter Vermögensverwalter gemäss FINIG. Vergangene Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Erträge.