Glossar
Familienverfassung
Eine Familienverfassung ist ein schriftliches Grundlagendokument einer Unternehmerfamilie, das Werte, Entscheidungsregeln, Gremienstrukturen, Ausschüttungsrichtlinien und Grundsätze zur Nachfolge intern verbindlich festlegt. Sie ist kein öffentliches Rechtsdokument im Sinne des ZGB und entfaltet keine direkte Bindungswirkung gegenüber Dritten, schafft aber innerhalb der Familie den Governance-Rahmen, der Konflikte verhindert, bevor sie entstehen. Rechtliche Strukturen wie Familienstiftungen oder Erbverträge können die Familienverfassung ergänzen, ersetzen sie aber nicht.
Auf einen Blick
- Die Familienverfassung ist ein internes Dokument der Familie und kein im ZGB verankertes Rechtsinstrument gegenüber Dritten.
- Sie regelt typischerweise Gremienstruktur (Familienrat, Anlageausschuss), Entscheidungskompetenzen, Ausschüttungsregeln und Nachfolgegrundsätze.
- Mehrere Miteigentümer und eine anstehende Nachfolge sind die üblichen Anlässe, eine Familienverfassung zu erstellen. Ein Mindestvermögen ist dafür nicht vorausgesetzt.
- Rechtliche Ergänzungen wie Familienstiftungen oder Erbverträge können einzelne Punkte der Familienverfassung rechtlich absichern.
Häufige Fragen
Teil des Themas
Multi-Family-Office & NachfolgeDieser Eintrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung dar. Rechtslage und Steuerfolgen sind hier vereinfacht dargestellt.