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Glossar

Familienverfassung

Eine Familienverfassung ist ein schriftliches Grundlagendokument einer Unternehmerfamilie, das Werte, Entscheidungsregeln, Gremienstrukturen, Ausschüttungsrichtlinien und Grundsätze zur Nachfolge intern verbindlich festlegt. Sie ist kein öffentliches Rechtsdokument im Sinne des ZGB und entfaltet keine direkte Bindungswirkung gegenüber Dritten, schafft aber innerhalb der Familie den Governance-Rahmen, der Konflikte verhindert, bevor sie entstehen. Rechtliche Strukturen wie Familienstiftungen oder Erbverträge können die Familienverfassung ergänzen, ersetzen sie aber nicht.

Auf einen Blick

01

Die Familienverfassung ist ein internes Dokument der Familie und kein im ZGB verankertes Rechtsinstrument gegenüber Dritten.

02

Sie regelt typischerweise Gremienstruktur (Familienrat, Anlageausschuss), Entscheidungskompetenzen, Ausschüttungsregeln und Nachfolgegrundsätze.

03

Ab einem liquiden Familienvermögen von rund CHF 20 Mio. empfehlen Praktiker in der Regel eine externe Begleitung bei der Erstellung.

04

Rechtliche Ergänzungen wie Familienstiftungen oder Erbverträge können einzelne Punkte der Familienverfassung rechtlich absichern.

Häufige Fragen

Eine Familienverfassung ist kein öffentliches Rechtsdokument und entfaltet keine direkte Bindungswirkung gegenüber Dritten. Innerhalb der Familie schafft sie jedoch eine starke moralische und faktische Selbstbindung. Einzelne Punkte können durch rechtliche Instrumente wie Erbverträge, Aktionärsbindungsverträge oder Familienstiftungsstatuten abgesichert werden.
Idealerweise dann, wenn die Familie noch als Einheit handelt und der Vermögensübergang auf die nächste Generation noch nicht vollzogen ist. Je früher die Spielregeln stehen, desto geringer ist das Konfliktpotenzial. Praktiker empfehlen, die Erstellung nicht auf den Konfliktfall zu verschieben, da dann Kompromissfindung erheblich schwieriger wird.